Filteroptionen...
Seit 2015 führt ein neues Team das größte biologisch wirtschaftende Weingut am Kaiserstuhl. Die Familie Abril betreibt seit dem Jahr 1740 Weinbau in Bischoffingen am Kaiserstuhl, Hans-Friedrich Abril und Ehefrau Gabi gaben 2007 das Weingut an Cousine Helga und ihren Ehemann Erivan Haub ab. Die Rebfläche, bei Übernahme 6,5 Hektar, wurde seither deutlich vergrößert. Der neue Weinkeller konnte nicht wie geplant am alten Sitz realisiert werden, ein kompletter Neubau mit modernster Kellertechnik am Ortsrand von Bischoffingen inmitten der Weinberge wurde im September 2012 eröffnet. Die Weinberge liegen in den Bischoffinger Lagen Enselberg (mit der Gewanne Bleckmen), Rosenkranz (mit der Gewanne Ameisental) und Steinbuck, sowie im Jechtinger Eichert (mit der Gewanne Kapellenmosesbuck) und im Burkheimer Schlossgarten. Die Gewanne wurden als kleinere geografische Einheit in die Lagenrolle eingetragen. Die Weinberge werden biologisch bewirtschaftet, zertifiziert seit dem Jahrgang 2010, das Weingut ist Mitglied bei Ecovin. Spätburgunder ist die wichtigste Rebsorte, nimmt 35 Prozent der Fläche ein, es folgen Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay, dazu gibt es Scheurebe, Cabernet Franc und Merlot, auch ein wenig Auxerrois, Blauer Silvaner, Gewürztraminer, Muskateller und Muscaris. Zukünftig soll der Fokus noch stärker auf den Burgundersorten und auf dem Lagenausbau liegen. Das Sortiment ist dreistufig gegliedert in die Linien Frucht (weißes Etikett), Stein (anthrazitfarbenes Etikett) und Zeit (schwarzes Etikett). Die Weine werden teilweise spontanvergoren, teilweise mit einer „Dornröschenhefe“ genannten alten Weinhefe, die in der Schweiz selektioniert wurde. Die Weine der Kategorie Stein stammen aus den Bischoffinger Einzellagen Enselberg, Rosenkranz und Steinbuck. In der Top-Linie Zeit gibt es im weißen Segment eine Mondhahle (keine Gewanne) genannte Scheurebe aus dem Enselberg, Chardonnay Enselberg und Bleckmen sowie Grauburgunder Enselberg und Ameisental. Im roten Segment gab es bisher Pinot Noir aus Enselberg und Steinbuck sowie Cabernet Franc & Merlot aus dem Jechtinger Enselberg; mit dem Jahrgang 2021 wurde erstmals ein Pinot Noir Kapellenmosesbuck erzeugt.
Michael Graf Adelmann ist kurz vor Weihnachten 2023 verstorben, mehr als drei Jahrzehnte war er das Gesicht des Weingutes. Die Grafen Adelmann erwarben 1914 das Gut, das seit 1978 von Michael Graf Adelmann geführt wurde; 2012 hat sein Sohn Felix das Gut übernommen; er hat internationale Betriebswirtschaft studiert, ist 2009 dann vollständig in die Weinwelt eingestiegen, auf dem eigenen Weingut, aber auch mit Praktika bei Bernhard Huber, Schloss Proschwitz, Foradori und Bründelmayer. Weinbau ist auf der Burg Schaubeck bereits im 13. Jahrhundert nachgewiesen. Das Gros der Weinberge von Graf Adelmann – 60 Prozent in Steillagen – liegt in Kleinbottwar (roter Keuperboden), aber auch in Großbottwar ist man vertreten und in Ludwigsburg-Hoheneck am Neckar, wo die Reben auf Muschelkalkböden wachsen, besitzt man 3 Hektar terrassierte Steillagen. In Kleinbottwar gehören dem Weingut zwei Weinbergslagen im Alleinbesitz: Süßmund und Oberer Berg, wobei Oberer Berg auch die Lagenbezeichnung für den Adelmann‘schen Besitz in Hoheneck am Neckar ist, die aber, um Verwechslungen zu vermeiden, für die Weine von dort nicht mehr genutzt wird. Auch in den Kleinbottwarer Lagen Götzenberg und Lichtenberg ist man vertreten. Die Weinberge werden biologisch bewirtschaftet, 2017 war der erste zertifizierte Jahrgang; Graf Adelmann ist Mitglied bei Naturland. 65 Prozent der Weinberge sind mit roten Reben bestockt: Vor allem Lemberger, Spätburgunder, Trollinger und Samtrot, aber auch etwas Frühburgunder, Muskattrollinger, Urban und andere Sorten; Merlot gibt es seit den achtziger Jahren, aber er wurde erstmals erst 2007 reinsortig ausgebaut. Rotweine werden maischevergoren und im Holzfass ausgebaut. Bei den weißen Rebsorten dominiert Riesling, es folgen Weißburgunder und Grauburgunder, dazu gibt es ein wenig Muskateller und Traminer, inzwischen auch 85 Ar Grüner Veltliner. Die Weißweine werden, oft nach Ganztraubenpressung, kühl vergoren und im Edelstahl ausgebaut, nur der Grauburgunder kommt hin und wieder ins Holz. 99 Prozent der Weine werden trocken ausgebaut. Die besten Rieslinge, Burgunder und Lemberger wurden früher als „Brüssele’r Spitze“ mit eigenem Etikett vermarktet, benannt nach den Vorbesitzern des Gutes, den Freiherren von Brüssele, denen Burg Schaubeck von 1853 bis zum Verkauf an die Grafen Adelmann im Jahr 1914 gehörte; heute stehen die Großen Gewächse an der Spitze der Kollektion, der Name „Brüssele’r Spitze“ wird nur noch für edelsüße Weine genutzt. Bei den Rotweinen setzte bereits Michael Graf Adelmann verstärkt auf Cuvées. Nach ersten Versuchen ab 1981 lancierte man im Jahr 1989 die Cuvée Vignette als roten Spitzenwein, das Weingut Graf Adelmann gehört damit zu den Pionieren roter Cuvées in Deutschland. Die weiteren Spitzenweine wurden 1996 eingeführt, der Löwe von Schaubeck (als Lemberger und als Weißweincuvée) und die rote Cuvée Herbst im Park. Cuvées dürfen nach den Statuten des VDP keine Großen Gewächse sein, dies ist dem Lemberger Oberer Berg und dem Süßmund-Riesling vorbehalten, 2017 wurde erstmals ein Spätburgunder Großes Gewächs aus dem Götzenberg erzeugt und 2018 ein Grauburgunder Oberer Berg.
Seit über 500 Jahren betreiben die Adeneuers Weinbau an der Ahr. Seit 1984 wird das Weingut von den Brüdern Frank und Marc Adeneuer geführt; inzwischen ist auch Franks Sohn Tim im Betrieb, kümmert sich zusammen mit seinem Vater um Keller und Außenbetrieb. Sie bauten lange Zeit ausschließlich rote Sorten an. Neben dem dominierenden Spätburgunder gibt es seit einigen Jahren ein wenig Weißburgunder, der inzwischen 10 Prozent der Fläche einnimmt, neuerdings auch Chardonnay sowie ein klein wenig Frühburgunder. Die nach Süden ausgerichtete steil terrassierte Lage Walporzheimer Gärkammer (0,64 Hektar), zwischen Kräuterberg und Pfaffenberg gelegen, eine der kleinsten Einzellagen Deutschlands, gehört dem Weingut Adeneuer seit 1714 im Alleinbesitz, der Boden besteht aus Schieferverwitterungsgestein und Gehängelehm. Aber auch in anderen Spitzenlagen ist das Weingut vertreten, so im Ahrweiler Rosenthal (vielfältige Bodenarten von Grauwacke über Gehängelehm bis zu Löss, Lösslehm und Schiefer) und im Neuenahrer Sonnenberg (Grauwacke und Grauwackeschiefer mit Lehmanteilen, Gehängelehm, Löss und Lösslehm), aber auch in den Walporzheimer Lagen Kräuterberg und Alte Lay, in denen Schieferverwitterungsgestein vorherrscht, sowie in weiteren vom VDP als Große Lagen klassifizierten Lagen, von denen aber keine Einzellagenweine erzeugt werden (Ahrweiler Silberberg, Heimersheimer Burggarten, Heimersheimer Landskrone, Neuenahrer Schieferlay). Prädikatsbezeichnungen verwendet man bereits seit 2004 nicht mehr. Die Weine werden nach Kaltmatzeration möglichst spontanvergoren und alle im Holz ausgebaut. Die Spitzenweine kommen 18 bis 20 Monate ins Barrique, ab dem „No. 1“ werden ausschließlich neue Fässer verwendet. An der Spitze der Kollektion stehen die Großen Gewächse aus Gärkammer und Rosenthal, inzwischen ergänzt um einen Frühburgunder aus dem Sonnenberg, des Weiteren gibt es einen Spätburgunder aus dem Kräuterberg als Großes Gewächs, der erst deutlich später in den Verkauf kommt als die anderen Großen Gewächse; im Jahrgang 2018 wurde erstmals ein Großes Gewächs Alte Lay erzeugt. Hinter den Großen Gewächsen gibt es Ahrweiler Ortswein (bis zum Jahrgang 2022 „J.J. Adeneuer No. 2“ genannt) und „J.J. Adeneuer No. 1“ , der Zweitwein aus der Gärkammer wird Kleine Kammer genannt. Die Gutsweine werden Purist genannt, in dieser Linie gibt es Weißburgunder, Blanc de Noir und Spätburgunder.
Peter und Gabriele Gurrath übernahmen 1987 das Weingut und siedelten alsbald in die Äußere Mausklinge aus. Die Weinberge liegen in Heilbronn (Stiftsberg, Wartberg, Staufenberg), aber auch in Weinsberg, Neckarsulm und Flein (Eselsberg). Die Reben wachsen hauptsächlich auf tiefgründigen Keuperböden. Rote Rebsorten nehmen die Hälfte der Rebfläche ein: Trollinger, Lemberger, Spätburgunder, Samtrot, Cabernet Dorsa, Acolon, Muskat-Trollinger und Frühburgunder respektive Clevner. An weißen Rebsorten gibt es Riesling, die wichtigste Rebsorte im Betrieb, sowie Chardonnay und Sauvignon Blanc. Sohn Denis hat nach der Winzerlehre die Ausbildung zum Weinbautechniker in Weinsberg abgeschlossen, unterstützte seine Eltern bereits seit 2010 im Betrieb, den er 2020 übernommen hat.
Bentz der Aldinger legte 1492 den Grundstock für das heutige Weingut, indem er von Aldingen nach Fellbach zog um dort Reben zu bewirtschaften. Aber erst in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand das Weingut, als Gerhard Aldinger nach seiner Heirat mit Anneliese Pflüger beschloss, die Holzküferei seines Schwiegervaters in ein Weingut umzuwandeln. 1973 erwarb man die Lage Gips in Untertürkheim, eine 9,5 Hektar große Einzellage, die dem Weingut allein gehört, der Boden besteht aus Gipskeuper. Unter der Führung von Gert Aldinger wurde der Betrieb nach und nach vergrößert. Inzwischen führen Gert Aldingers Söhne Hansjörg und Matthias den Betrieb, die beide ihre Ausbildung bei renommierten Weingütern in Deutschland absolvierten und beide auch im Ausland Erfahrung sammelten. Heute besitzt man Weinberge im ganzen Remstal und am Neckar, vor allem in den Fellbacher Lagen Lämmler und Goldberg (Stubensandstein, Mergel und Keuper), aber auch in Stetten (Mönchberg, Pulvermächer, Kieselsandstein), Rotenberg (Schlossberg, leichter Mergel), Uhlbach (Götzenberg) und Hanweiler (Mergelböden). 2,5 Hektar besitzen die Aldingers bei der Burg Lichteneck (Keuperböden) im Bottwartal. Knapp 30 Prozent der Weinberge nimmt Riesling ein. An roten Sorten gibt es vor allem Spätburgunder, Lemberger und Trollinger. Wobei die Aldingers auch internationale Sorten anbauen: Cabernet Sauvignon und Merlot gibt es bereits seit 1990, Sauvignon Blanc seit 1994. An der Spitze der Kollektion stehen die Großen Gewächse aus Gips, Lämmler und Pulvermächer. Ihnen zur Seite stehen die Reserveweine von Sauvignon Blanc (meist eine Cuvée aus den Lagen Gips, Lämmler und Schlossberg), Grüner Veltliner, Chardonnay und Spätburgunder Rosé, der Ovum genannte Sauvignon Blanc, und die Gert Joachim Aldinger gewidmete, erstmals 2015 erzeugte Cuvée GJA aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, die den reinsortigen Cabernet Sauvignon und den reinsortigen Merlot ersetzt hat.
Die Familie Allendorf kann ihre Geschichte bis ins späte 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Weingut, gehört heute mit 70 Hektar Weinbergen längst zu den Schwergewichten im Rheingau. 2023 haben die Geschwister Ulrich Allendorf und Christine Schönleber die Geschäftsführung an die nächste Generation, Max Schönleber und Anne Schönleber-Liebler, übergeben, die bereits seit einigen Jahren im Betrieb tätig sind. Max Huber, der bereits seine Lehre bei Allendorfs absolviert hatte, wurde als Betriebsleiter eingesetzt. In Lagen wie Winkeler Jesuitengarten und Hasensprung, Mittelheimer St. Nikolaus, Oestricher Doosberg, Hallgartener Schönhell und Jungfer, Rüdesheimer Berg Roseneck und Drachenstein oder Assmannshäuser Höllenberg und Frankenthal stehen zu drei Viertel Riesling, hinzu kommen Spätburgunder sowie ein wenig Chardonnay und Roter Riesling.
Die Weinbautradition der Familie geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, doch das merkt man nicht sofort, wenn man die modern wirkenden Etiketten des Gutes betrachtet. Heute führen die Schwestern Julia und Daniela Alten den Betrieb, gemeinsam mit ihren Eltern. Während Mutter Dorothea Inhaberin ist, kümmert sich Vater Klaus nach wie vor um den Außenbetrieb. Auf rund sieben Hektar Rebfläche werden neben Riesling, der die Hauptrolle einnimmt, auch Weißburgunder, Chardonnay, Souvignier Gris, Roter Riesling sowie St. Laurent und Spätburgunder angebaut. Riesling wächst vor allem in den Steilstlagen der Maximiner Klosterlay. Die Weine werden spontan im Stahltank vergoren und bleiben lange auf der Hefe. Eine Straußwirtschaft mit Moselblick gehört ebenfalls zum Unternehmen.
Franz und Andrea Krämer, die beide aus Winzerfamilien stammen, erwarben 1988 ein ehemaliges Weinhotel in Erden und gründeten ein Hobby-Weingut. Nach und nach erweiterten sie den Betrieb auf die heutige Größe von 3 Hektar. Die Weinberge liegen in den Erdener Lagen Treppchen und Bußlay, im Zeltinger Himmelreich, im Zeltinger Schlossberg und im Zeltingen-Rachtiger Deutschherrenberg. Doch damit gab man sich nicht zufrieden. Der Betrieb ist im Anschluss an die dreijährige Umstellungsphase auf ökologischen Weinbau nun biozertifiziert, hat sich den Verbänden Ecovin und Demeter angeschlossen. Schon der 2019er Jahrgang wurde nach den entsprechenden Richtlinien ausgebaut. Riesling dominiert im Anbau, nimmt allerdings vergleichsweise bescheidene 70 Prozent der Rebfläche ein, hinzu kommen Weißburgunder (10 Prozent) und Kerner, Müller-Thurgau, Bacchus, Schwarzriesling sowie Merlot. Alle Weine werden spontanvergoren, lange Hefelagerung gehört zum Standard; das Sortiment wird künftig mit einer Naturweinlinie ergänzt. Im altehrwürdigen Haus Alter Weinhof werden vier Gästezimmer angeboten.
Sitz und Namensgeber des von Ludwig Schneider gegründeten Familienbetriebs ist ein Ende des 16. Jahrhundert erbautes, heute denkmalgeschütztes Renaissance-Fachwerkgebäude im Herzen von Sankt Martin. Ralf und Markus Schneider führen den Betrieb in der dritten Generation. Seit Mitte der 1980er Jahre wird neben den Trauben aus eigenen Weinbergen auch das Lesegut der von der Familie gegründeten Erzeugergemeinschaft St. Martinus verarbeitet, die insgesamt 70 Hektar Weinberge liegen in St. Martin, Maikammer, Edenkoben und Diedesfeld. Die wichtigsten Rebsorten sind Riesling, der auf etwas über einem Viertel der Fläche steht und Spätburgunder mit einem Anteil von elf Prozent. Daneben gibt es eine breite Palette an Sorten, die in den vier Qualitätsstufen Bauer, Springer, Turm und König angeboten werden.
Das Weingut Alte Grafschaft wurde 2009 von Norbert Spielmann und Christoph Dinkel gegründet; 2023 hat Jérôme Legras, Miteigentümer von Champagne Legras & Haas, die Anteile von Dinkel übernommen. Das Weingut hat seinen Sitz in einer von Peter Herrschaft 1594 erbauten Weinkellerei in Kreuzwertheim, dieses Anwesen gehörte ab 1611 den Wertheimer Grafen. Die ehemalige Grafschaft Wertheim wurde unter Napoleon teils Baden, teils Bayern zugeschlagen, der Main bildete die Grenze. Da man bei Gründung des Weingutes je eine Spitzenlage aus Baden – den Reicholzheimer Satzenberg – und aus Franken – den Kreuzwertheimer Kaffelstein – besaß, die beide ehemals den Wertheimer Grafen gehörten, wählten man den Namen Alte Grafschaft für das Weingut. Der Satzenberg wurde 2009 vom Weingut Fürst Löwenstein übernommen, die teilweise brachgefallenen Terrassen wurden in den folgenden Jahren gerodet, neu aufgebaut und mit Weißburgunder und Riesling bepflanzt. Des Weiteren ist man im Lindelbacher Ebenrain vertreten. Pinot Noir, Pinot Blanc, Riesling und Silvaner sind die wichtigsten Rebsorten. Für den Weinausbau ist Julius Spielmann verantwortlich, der nach Lehre bei Dr. Heger in Geisenheim studiert hat.
Das Weingut Alt ist ein Familienbetrieb in Monzingen, der seit über 100 Jahren besteht. Eckhard Alt, der Vater des heutigen Inhabers Holger Alt, richtete den Betrieb in den siebziger Jahren ganz auf den Weinbau aus. Die Weinberge von Holger Alt liegen alle in den beiden Monzinger Lagen Frühlingsplätzchen und Halenberg. Wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der 35 Prozent der Rebfläche einnimmt, dazu kommen 40 Prozent Weiß-, Grau- und Spätburgunder, auf dem Rest der Fläche stehen Müller-Thurgau, Bacchus, Dornfelder, Domina und Dunkelfelder, zuletzt wurde im Frühlingsplätzchen auch etwas Sauvignon Blanc angepflanzt. Die Weine werden überwiegend trocken und halbtrocken ausgebaut, wenn es der Jahrgang zulässt, werden auch edelsüße Weine erzeugt. Die Weine werden zu 90 Prozent an Privatkunden verkauft. 2023 wurde das Sortiment neu gegliedert in Guts-, Lagen- und Premiumweine. In Zukunft sollen die Weine verstärkt über Fachhandel und Gastronomie vermarktet werden,
Hans-Peter und Christian Amlinger führen das Weingut in Neef an der Terrassenmosel und blicken auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück, schließlich wurde das Wappen schon um das Jahr 1570 erwähnt. Einer der Vorfahren amtierte 1650 als Kellermeister des Klosters Stuben, und spätestens Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das Weingut Amlinger etabliert. In den 1970er Jahren übernahm Hans-Peter immer mehr Verantwortung, bevor 2006 Sohn Christian in den Betrieb eintrat. Schon gleich nach der Gesetzesänderung 1986 gehörte das Weingut zu den Ersten, die wieder Rotwein an der Mosel pflanzten; schon früh wurde beispielsweise Schwarzriesling gepflanzt. Heute sind 16 Hektar mit nicht weniger als 16 verschiedenen Rebsorten bestockt, das Terroir von Neefer Frauenberg und Bremmer Calmont wird auf eine eigenständige Weise herausgearbeitet. Im Keller spielen neue Eichenfässer eine wichtige Rolle, im Weinberg hat man in Klone respektive Sélection massale investiert. Gästezimmer, Ferienwohnungen, Restaurant und Weingarten spielen eine wichtige Rolle.
2018 hat Barbara Amthor ihr eigenes Weingut gegründet. Ihr Großvater war Feierabendwinzer, ihr Mann Patrick ist in Heppenheim aufgewachsen und mit Landwirtschaft und Weinbau groß geworden. Kennengelernt haben sie sich beim Studium in Geisenheim. Mit 0,8 Hektar hat Barbara Amthor begonnen, inzwischen haben sich Rebfläche und Produktion vervielfacht. Die Reben wachsen in den Heppenheimer Lagen Eckweg, Maiberg und Stemmler sowie in der Bensheimer Lage Paulus: Riesling, Roter Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Kerner, Chardonnay, Goldmuskateller, Sauvignon Blanc, Spätburgunder und Cabernet Sauvignon. Den Goldmuskateller hat Barbara Amthor bei einem Praktikum in Südtirol kennen und lieben gelernt. Neue Wege geht Barbara Amthor im Vertrieb. Sie hat in der Bürgermeister-Kunz-Straße in Heppenheim in der Nähe des Weinguts einen Weinautomaten aufgestellt, an dem man 24 Stunden täglich gekühlte Amthor-Weine erwerben kann.
Michael Andres (siehe den vorherigen Eintrag) und Steffen Mugler (seit 2002 Inhaber des Weinguts M. Schädler in Maikammer) gründeten 1989 die kleine Sektmanufaktur Andres & Mugler, versekteten in diesem Jahr 1000 Liter Riesling Spätlese von zugekauften Trauben. Seit 1993 bezogen sie die Trauben nur aus den Weinbergen von Michael Andres, inzwischen steuert auch Steffen Mugler Trauben bei, alles verwendete Traubengut stammt aus biodynamischer Produktion. Neben Riesling- und Weißburgundersekt, einem Rosé aus Spätburgunder und dem „Fleur d‘Emely“ aus Muskateller erzeugen sie eine Reihe von Cuvées: Einen Blanc de Noir aus Spätburgunder und Schwarzriesling, eine Cuvée aus Chardonnay und Auxerrois, die Cuvée „Elena“ aus Chardonnay, Auxerrois und Schwarzriesling und die Cuvée „Louis“ aus Schwarzriesling und Spätburgunder mit etwas im Barrique ausgebautem Auxerrois und Chardonnay, zuletzt kam die mit einem Hefelager von 50 Mondphasen ausgebaute Cuvée 50 Lunes aus Chardonnay und Schwarzriesling hinzu. Seit dem Jahrgang 2012 sind die Sekte biologisch zertifiziert.
Die Brüder Michael und Thomas Andres haben das Weingut 2015 von ihren Eltern übernommen, Michael, der in Geisenheim Weinbau und Önologie studierte, ist seitdem für den Keller verantwortlich, Thomas studierte Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn und kümmert sich um den Außenbetrieb. Im Jahr nach der Übernahme begannen die Brüder mit der Umstellung auf biologischen und biodynamischen Weinbau, 2019 war der erste bio-zertifizierte Jahrgang, im Keller setzen sie komplett auf Spontangärung, bei den Weinen aus Großen Lagen wird mit einem langen Vollhefelager gearbeitet. Riesling nimmt die Hälfte der Rebfläche ein, auf einem Viertel stehen die weißen und roten Burgundersorten, auf je zehn Prozent Chardonnay und Sauvignon Blanc, daneben gibt es noch etwas Muskateller, Cabernet Sauvignon und Merlot. Das Sortiment ist gegliedert in Literweine, Gutsweine und Ortsweine, bei denen die Weißen teilweise im Edelstahl und teilweise im großen Holz und die Roten in gebrauchten Barriques ausgebaut werden, Weine aus den Ersten Lagen Deidesheimer Herrgottsacker, Leinhöhle und Paradiesgarten, dem Ruppertsberger Spiess und dem Haardter Mandelring, bei denen der Ausbau im Holz überwiegt und die Weine aus den Großen Lagen Deidesheimer Kieselberg, Ruppertsberger Reiterpfad, Königsbacher Ölberg und Idig, Forster Ungeheuer und Haardter Herzog, hier werden die Rieslinge komplett in großen, traditionellen Holzfässern ausgebaut und Spätburgunder und Chardonnay ungefähr je zur Hälfte in neuen und gebrauchten Barriques.
Michael Andres war nach seiner Winzerlehre und einem Weinbaustudium in Geisenheim mehrere Jahre für andere Pfälzer Betriebe tätig, bevor er mit seinem Freund Steffen Mugler 1989 die Sektmanufaktur Andres & Mugler gründete (siehe nachstehenden Eintrag). 1993 gründete Michael Andres sein eigenes Weingut, 2006 hat er auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Seit 2010 ist das Weingut zertifizierter Ökobetrieb, seit dem Jahrgang 2011 betreibt Michael Andres biodynamischen Weinbau. Mittlerweile ist Tochter Elena nach ihrer Lehre bei Bassermann-Jordan und Seckinger in den Betrieb eingestiegen. Die Weinberge liegen in Deidesheim (Mäushöhle, Herrgottsacker, Kieselberg, Leinhöhle und im Gewann Am Kirchenberg), Ruppertsberg (Reiterpfad), Königsbach (Jesuitengarten) und Niederkirchen.
Über 30 Jahre lang haben die Brüder Harald und Hubert Apel das Weingut zu einer der renommiertesten Adressen in Nittel und an der ganzen Obermosel gemacht. Nun hat die vierte Generation in Gestalt der Brüder Matthias, Johannes und Philip die Leitung des Weinguts übernommen. Kellermeister Philip Apel blickt auf Stationen in Oregon, Kalifornien (Stag’s Leap) und Neuseeland zurück und hat erkennbare Ambitionen. Inzwischen wurde die Rebfläche auf stolze 40 Hektar gesteigert; Flächen befinden sich in Nittel, Wellen, Rehlingen, Wincheringen, Sehndorf, Perl und Ayl. Die Sorte Elbling, die auf 30 Prozent der Fläche neben Spätburgunder (mittlerweile 20 Prozent), Grauburgunder (20 Prozent), Auxerrois Weißburgunder oder Chardonnay angebaut wird, soll weiter ihre Berechtigung haben. Die Sekte werden in einem unterirdischen Stollen bei konstant 9 Grad gereift. Im Frühjahr 2026 soll eine neue Vinothek öffnen.
Seit 1673 baut die Familie Arnold Wein in Randersacker an. Heute wird das Gut von Bruno und Diana Arnold geführt. Großvater Wilhelm, Namensgeber des Weingutes, war Gründungsmitglied des Verbandes Fränkischer Weingüter und Selbstvermarkter. Die Weinberge von Bruno Arnold liegen in Randersacker in den Lagen Pfülben, Spielberg und Sonnenstuhl (der westliche Teil des Sonnenstuhls ist nun unter dem Namen Hohenroth die Große Gewächs-Lage des Sonnenstuhls), sowie im Eibelstadter Kapellenberg. Wichtigste Rebsorte ist Silvaner, nimmt mehr als ein Drittel der Rebfläche ein, es folgen Scheurebe, Riesling und Müller-Thurgau, aber auch Bacchus, Weißburgunder, Kerner, Rieslaner, Morio-Muskat und Würzer. An roten Sorten gibt es Spätburgunder, Domina, Zweigelt und Blaufränkisch; zuletzt wurde Chardonnay gepflanzt, der 2019 den ersten Ertrag brachte. Die Weine werden komplett spontanvergoren.
Die Brüder Robert und Manfred Aufricht haben 1985 den Betrieb von ihren Eltern übernommen, inzwischen ist Johannes, der Sohn von Manfred Aufricht, nach Abschluss seines Studiums in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt. Das Gros der Weinberge ist in einer Lage – Meersburger Sängerhalde – rund um das Weingut arrondiert, die sich durch besonders schwere Böden mit hohem Kalkgehalt auszeichnet. Man baut hauptsächlich die Burgundersorten an, wobei allein Spätburgunder 30 Prozent der Weinberge einnimmt. Neben Grau- und Weißburgunder gibt es Auxerrois, Riesling und Sauvignon Blanc, aber auch etwas Chardonnay, Frühburgunder und Lemberger, Sauvignon Blanc und Riesling. Das Sortiment, früher mit bis zu 3 Lilien gekennzeichnet, wurde neu gegliedert in Gutsweine, Weine von Alten Reben und Weine von Kleinparzellen (teils mit Markennamen versehen).
Gutedel ist mit einem Anteil von 45 Prozent die dominierende Rebsorte in den Weinbergen der Auggener Genossen. Danach folgen Spätburgunder, Müller-Thurgau und Regent, aber auch Weißburgunder, Riesling, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Der 180 Hektar große Auggener Schäf besteht aus fünf Hügeln mit bis zu 50-prozentigen Steillagen, hier wächst auf Kalkschieferböden vor allem die Rebsorte, für die Auggen und der Auggener Schäf bundesweit bekannt ist: Gutedel. Der Auggener Letten ist eine 60 Hektar große steile Südlage mit schweren, fruchtbaren Böden (Lehm), hier werden Sorten wie Chardonnay, Gewürztraminer und Grauburgunder angebaut. Seit der Fusion mit der Winzergenossenschaft Laufen im Jahr 2011 ist man auch im Laufener Altenberg vertreten. Der Name Auggen steht für Gutedel, die Gutedel sind meist die Stärke der Auggener Genossen. Aber auch mit Rotweinen und im edelsüßen Segment lassen sie immer wieder aufhorchen. Jonas Lorscheid hat 2023 die Nachfolge des langjährigen Geschäftführers Thomas Basler angetreten.
Das 1988 gegründete Weingut wird seit 2001 von Geisenheim-Absolvent Arno Augustin geführt. Die Weinberge liegen alle in den Sulzfelder Lagen Maustal, Cyriakusberg und Sonnenberg, wo die Reben auf schweren Muschelkalkböden wachsen. Wichtigste weiße Rebsorten sind Silvaner, Weißburgunder, Riesling, Bacchus, Müller-Thurgau und Sauvignon Blanc, an roten Sorten gibt es Spätburgunder, Schwarzriesling und Merlot. Die Weine werden überwiegend trocken angeboten. Seit dem Jahrgang 2003 führt Arno Augustin auch Barriqueweine im Programm, nicht nur Rotweine, auch den Weißburgunder baut er gerne im Barrique aus. 2015 und 2016 wurden Kelter- und Abfüllhalle sowie Maschinenhalle neu gebaut. Dem Weingut ist ein Hotel angeschlossen, Vinotel genannt, ein Designhotel mit unterschiedlichen Themenzimmern.
Daniel Bach begann seine Winzerlaufbahn mit der Ausbildung zum Winzergesellen beim Weingut Hügle in Bombach, danach trat er seine Stelle beim Weingut Bernhard Huber an, wo er bis 2020 hauptberuflich tätig war, dann ist er zu einem biodynamisch arbeitenden Weingut an den Kaiserstuhl gewechselt. Beim Barrique-Abfüllen im Jahr 2008 kamen Yquem Viehhauser und ihm die Idee selbst Rotwein auszubauen und im Jahr darauf setzten sie dieses Vorhaben in die Tat um. 2012 arbeitete er neun Monate bei Felton Road in Neuseeland, einem der führenden Weingüter des Landes, das seine Weinberge biodynamisch bewirtschaftet und vor allem für großartigen Pinot Noir berühmt ist. 2014 dann gründete Daniel Bach sein Weingut, pardon: Seine „Wein-Werkstatt“, die er im Nebenerwerb und mit Unterstützung von Freunden und Familie betreibt. Er und seine Wein-Werkstatt, aus der nach Kauf, Sanierung und Umbau der alten Metzgerei in Hecklingen nun ein „richtiges“ Weingut zu werden scheint, sind im Breisgau zu Hause, die Weinberge liegen aber vor allem in Riegel in der Lage St. Michaelsberg, also am Kaiserstuhl, wo die Reben auf Lössböden wachsen; inzwischen ist er aber auch im Hecklinger Schlossberg und damit im Breisgau vertreten. Er bewirtschaftet seine Weinberge biologisch, die Umstellung wurde 2020 abgeschlossen. Neben Spätburgunder baut Daniel Bach ein klein wenig Weißburgunder und inzwischen auch Chardonnay an, von beiden hat er mehr gepflanzt. Die Spätburgunder werden nach der Maischegärung mindestens zwölf Monate auf der Feinhefe ausgebaut und unfiltriert abgefüllt. Daniel Bach bietet Spätburgunder in zwei Qualitätsstufen an, den „Basiswein“ Sankt Michaelsberg und den Spätburgunder von alten Reben. Nächstes Projekt ist der erste Sekt.
Frank Bärmann kehrte 2013 auf den 1814 gegründeten Winzerhof seiner Vorfahren in Merdingen am Tuniberg zurück, um als Quereinsteiger sein eigenes Weingut zu gründen, 2014 brachte er seine ersten Weine auf den Markt. Seine Reben wachsen teils im Merdinger Bühl am Tuniberg, teils im Ihringer Fohrenberg am Kaiserstuhl. Gut die Hälfte der Rebfläche nimmt Spätburgunder ein, hinzu kommen Grauburgunder, Weißburgunder, Müller-Thurgau und Muskateller. Das Sortiment ist dreistufig gegliedert in Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine, das letztgenannte Segment umfasst derzeit Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder sowie Spätburgunder Reserve aus der Lage Bühl sowie Spätburgunder vom Fohrenberg. Die Weine werden teils im Edelstahl, teils in kleinen und großen Eichenholzfässern ausgebaut.
Die Familie Bär ist dem Wein verbunden, betreibt einen Weinhandel in Freiburg. 2021 hat sie mit der Übernahme des Weingutes Bastian in Bacharach ein ambitioniertes Projekt gestartet. Hauptverantwortlich sind Vater Hermann Bär, der sich unter anderem um die Wiederherstellung des historischen Gutshauses kümmert, und Sohn Peter Bär, der in Keller und Weinberg Regie führt. Die Weinberge befinden sich in den Bacharacher Lagen Posten, Wolfshöhle und Insel Heylesen Werth sowie im Steeger St. Jost, es wird ausschließlich Riesling angebaut. Ziel ist es elegante, frische und mineralische Rieslinge zu erzeugen, die den Charakter der steilen Schieferlagen rund um Bacharach und die Typizität der Jahrgänge widerspiegeln. Eine weitere Flächenerweiterung ist geplant, zukünftig soll es auch Schaumweine aus eigener Produktion geben. Die Weine kommen erst nach zwei Jahren Reife in den Verkauf.
06221-4516-52
info@mondo-heidelberg.de
Bachstraße 27
69121 Heidelberg
© 2026 DEUTSCHLANDS WEINE & WINZER
06221-4516-52
info@mondo-heidelberg.de
Bachstraße 27
69121 Heidelberg
© 2026 DEUTSCHLANDS WEINE & WINZER