Es gibt viel Positives vom Mitterhein zu vermelden. Das freut uns, denn wie alle Winzer in Europa, sind auch die am Mittelrhein von vielfältigen Herausforderungen betroffen. Diese haben sie, was die Weine selbst angeht, 2024 sehr gut gemeistert. In Sachen Frische sind die Rieslinge denen der Vorjahre sogar etwas überlegen, dabei sind sie ansprechend reif.
Besonderes freuen wir uns über die Neuaufnahme von Familie Lambrich aus Oberwesel, die uns (vor allem) mit ihren charakterstarken Rieslingen überzeugt hat. Bei Familie Bär in Bacharach geht es weiter steil nach oben. Sie zeigen nach dem erfolgreichen Debüt, mit dem 2022er Jahrgang wieder Terroir-Rieslinge mit Tiefe und Charakter. Darüber hinaus gibt es zwei spannende Schaumweine. Auch am Mittelrhein hat der späte Frühjahrsfrost zugeschlagen. So hat man beim Weingut Goswin Lambrich große Einbußen zu beklagen, konnte 2024 nur Rieslinge produzieren, alles andere ist (bis auf noch im Fass liegenden Spätburgunder) erfroren. Die saftigen Rieslinge sind dafür wieder ausgezeichnet. Eine besonders starke Kollektion kommt in diesem Jahr von Jörg Lanius; auch hier ist die Ernte gering, die Rieslinge sind besonders fein und animierend, ausgeprägt mineralisch. Eine Bank sind auch die Rieslinge von Florian Weingart. Hier bekommt man klassische Rieslinge vom Bopparder Hamm, die mit viel Würze und individuellem Charakter beeindrucken. Neben gewohnt gelungenen, fruchtbetonten und kräftigen Rieslingen, nimmt im Weingut Matthias Müller die Sekt-Produktion weiter an Fahrt auf.