Die Ahr ist ein junges Anbaugebiet. Natürlich hat das Tal eine lange Weinbaugeschichte, aber alles, was für Weininteressierte wichtig ist, passierte in den letzten zwei, drei Jahrzehnten. Werner Näkel war der Erste, der das Potenzial der Region nutzte, um eigenständige, große deutsche Spätburgunder zu produzieren. In den achtziger Jahren war dies, damals, als eigentlich niemand an der Ahr trockene Weine erzeugt hat und der Ausbau im Barrique unbekannt war. Heute ist Barriqueausbau bei den Spitzenweinen die Regel, großer Pinot Noir braucht Barrique. Lange Zeit hat man die Weine viel zu früh abgefüllt, auch die Spitzenweine. Gerhard Stodden und Wolfgang Hehle waren die Ersten, die ihre Weine länger im Fass ausbauten und zeigten, dass sich dies positiv auf die Lagerfähigkeit der Weine auswirkt. Auch bei anderen Erzeugern wie Werner Näkel oder Ludwig Kreuzberg zeichnet sich der gleiche Trend ab.
In den Weinbergen wachsen vor allem rote Reben, 85 Prozent. Womit die Ahr die deutsche Weinregion mit dem höchsten Rotweinanteil ist. Wichtigste Rebsorte ist der Spätburgunder, der mehr als 62 Prozent der Fläche einnimmt, dann folgt mit weitem Abstand Portugieser, der im Anbau rückläufig ist, inzwischen von Riesling überholt wurde, der wichtigsten Weißweinsorte an der Ahr. In den letzten Jahren legte der Frühburgunder kräftig zu, wird immer mehr zur regionalen Spezialität. Vor 30 Jahren sah das alles ganz anders aus, damals gab es 20 Prozent Riesling, 20 Prozent Portugieser und 20 Prozent Spätburgunder. Und das Meiste davon wurde süß ausgebaut, unabhängig von der Rebsorte.
Vielversprechend fanden wir im Vorjahr den 2023er Jahrgang aufgrund feiner Guts- und Ortsweine, und die nun in diesem Jahr verkosteten Lagenweine bestätigen diese Einschätzung voll und ganz: Ein sehr guter Jahrgang für die Ahr mit so vielen hervorragenden Spätburgundern wie nie zuvor. Was natürlich auch daran liegt, dass so mancher Spitzenbetrieb sein Sortiment im Lagenbereich erweitert hat. Und ebenso vielversprechend scheint 2024 zu sein. Bei aller Freude gibt es auch eine betrübliche Nachricht: Werner Näkel ist im September gestorben, der Winzer, der wie kein Anderer für den Aufschwung des kleinen Anbaugebietes steht.
Meyer-Näkel hat eine großartige Kollektion auf die Flasche gebracht, ebenso Alexander Stodden, und auch Adeneuer präsentiert sich besser denn je. Deutzerhof und Kreuzberg, Burggarten und Riske präsentieren ebenfalls hochklassige Kollektionen. Klare Fortschritte sehen wir auch bei Wolfgang Schulze-Icking (Weingut Max Schell) und Peter Lingen.
Vielversprechend fanden wir im Vorjahr den 2023er Jahrgang aufgrund feiner Guts- und Ortsweine, und die nun in diesem Jahr verkosteten Lagenweine bestätigen diese Einschätzung voll und ganz: Ein sehr guter Jahrgang für die Ahr mit so vielen hervorragenden Spätburgundern wie nie zuvor. Was natürlich auch daran liegt, dass so mancher Spitzenbetrieb sein Sortiment im Lagenbereich erweitert hat. Und ebenso vielversprechend scheint 2024 zu sein. Bei aller Freude gibt es auch eine betrübliche Nachricht: Werner Näkel ist im September gestorben, der Winzer, der wie kein Anderer für den Aufschwung des kleinen Anbaugebietes steht.
Meyer-Näkel hat eine großartige Kollektion auf die Flasche gebracht, ebenso Alexander Stodden, und auch Adeneuer präsentiert sich besser denn je. Deutzerhof und Kreuzberg, Burggarten und Riske präsentieren ebenfalls hochklassige Kollektionen. Klare Fortschritte sehen wir auch bei Wolfgang Schulze-Icking (Weingut Max Schell) und Peter Lingen.
Mit knapp 16.000 Hektar Weinbergen ist Baden der Fläche nach das drittgrößte deutsche Anbaugebiet. Keine andere deutsche Weinbauregion ist aber so heterogen wie Baden: Schließlich liegen ja auch 400 Kilometer zwischen Tauberfranken im Norden und dem Bodensee oder dem Markgräflerland im Süden. Im Vergleich zu manchen anderen deutschen Anbaugebieten ist Baden „von der Sonne verwöhnt“. Die Trauben erreichen einen höheren Zuckergehalt, die daraus entstehenden Weine sind etwas höher im Alkohol. Die Region Baden ist in insgesamt neun Bereiche eingeteilt, die sich sowohl hinsichtlich der angebauten Rebsorten, als auch hinsichtlich der Böden und der Weine, die sie erzeugen, deutlich voneinander unterscheiden.
Wichtigste Rebsorte in Baden ist der Spätburgunder, der inzwischen 36 Prozent der gesamten Fläche einnimmt. Danach folgt Müller-Thurgau und dann erst – mit gehörigem Abstand – Grauburgunder. Weißburgunder hat Riesling überholt, liegt nun an vierter Stelle in der Anbaustatistik, nach Riesling folgt Gutedel. Wobei die einzelnen badischen Weinbaubereiche jeweils eigene Spezialitäten haben. Im Markgräflerland ist dies der Gutedel, aber auch Rebsorten wie Nobling oder Freisamer findet man hier. Am Kaiserstuhl findet man neben den Burgundersorten auch Silvaner, Gewürztraminer und Muskateller als Spezialitäten. Im Kraichgau schließlich gibt es den Auxerrois und viele aus dem benachbarten Württemberg bekannte Rebsorten wie Lemberger oder Schwarzriesling.
Baden ist eine Region, die derzeit mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Man hat es, anders als in Württemberg, nicht verstanden, dass man im genossenschaftlichen Sektor geschlossen auftreten muss: Die Erträge sind gesunken, Investitionen unterbleiben, die Qualität stagniert oder sinkt, die Auszahlungspreise sind niedrig. Viele Feierabendwinzer haben ihre Rebflächen auf- oder abgegeben, dies wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Dem stehen nur relativ wenige Betriebsneugründungen gegenüber.
Baden ist unterteilt in 9 Weinbaubereiche: Tauberfranken, Badische Bergstraße, Kraichgau, Ortenau, Breisgau, Kaiserstuhl, Tuniberg, Markgräflerland, Bodensee.
Ganz im Nordosten des Anbaugebiets liegt der Bereich Tauberfranken mit etwa 700 Hektar Weinbergen. Er umfasst den badischen Teil des Taubertals zwischen Bad Mergentheim und Wertheim, die anderen Teile des Taubertals zählen zu den Regionen Franken und Württemberg. Die Böden hier bestehen meist aus Muschelkalk und Buntsandstein. Die Weine hier sind sehr „fränkisch“ in ihrer Art, gleichen in ihrem Geschmacksprofil eher Frankenweinen, denn badischen Weinen. Wichtigste Rebsorte ist – wie im benachbarten Franken – der Müller-Thurgau. Auch die weiteren wichtigen Rebsorten erinnern mehr an Franken als an Baden, Silvaner und Bacchus vor allem. Dazu gibt es Kerner, Riesling und als wichtigste Rotweinsorte Schwarzriesling. Eine Spezialität hier ist die alte Rebsorte Tauberschwarz, die nur noch im Taubertal auf wenigen Hektar zu finden ist. Qualitativ hat der badische Teil des Taubertals erst in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht, vor allem durch einen Winzer, Konrad Schlör in Reicholzheim.
Die Badische Bergstraße war früher mit dem Kraichgau in einem gemeinsamen Bereich zusammengefasst. Zu ihm zählen die Weinberge südlich und nördlich von Heidelberg; die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt etwa 40 Kilometer. Die Weinberge liegen meist an West- und Südwesthängen, die Reben wachsen in 120 bis 270 Meter Höhe. Im Norden schließt sich die Weinbauregion Hessische Bergstraße an. Der Bereich umfasst gut 400 Hektar Weinberge.
Im Süden der Badischen Bergstraße liegt das Kraichgau mit etwa 1.300 Hektar Weinbergen. Aufgrund unterschiedlicher Böden im Kraichgau sind die Weine hier heterogener als in den anderen badischen Weinbaubereichen. Im Kraichgau wird recht viel Riesling angebaut, aber auch Müller-Thurgau, Grauburgunder und Weißburgunder sind weit verbreitet. Kraichgauer Spezialität ist der Auxerrois, der heute auch außerhalb des Kraichgaus immer häufiger zu finden ist. Anders als in Südbaden, wo Spätburgunder dominiert, bietet das Kraichgau eine Vielfalt an roten Sorten: Neben Spätburgunder findet man Lemberger, Portugieser, Schwarzriesling und Trollinger, in den letzten Jahren aber auch immer häufiger Sorten wie Regent oder Cabernet Sauvignon.
In der Ortenau, zwischen Baden-Baden und Lahr, gibt es etwa 2.600 Hektar Weinberge. Die Reben hier wachsen im Schutze des Schwarzwalds und sind – anders als sonst in Baden – von Urgesteinsverwitterungsböden durchsetzt. Der Riesling, der hier traditionell auch Klingelberger genannt wird, ist die dominierende Rebsorte. Neben Riesling gibt es recht viel Spätburgunder, die wichtigste Rotweinsorte der Ortenau. Gerade die Rieslinge aber mit ihrem eigenständigen Profil haben seit den neunziger Jahren für Aufsehen gesorgt. An erster Stelle ist Andreas Laible zu nennen, der jedes Jahr eine Vielzahl an sehr guten Rieslingen (und nicht nur Riesling!) erzeugt. Aber auch Schloss Neuweier präsentiert seit über einem Jahrzehnt beeindruckende, herrlich mineralische Weine. Mit Rotwein haben sich in der Ortenau seit den neunziger Jahren vor allem Heinrich Männle und Schloss Ortenberg einen Namen gemacht.
Im Breisgau, zwischen Lahr und Freiburg, gibt es etwa 1.800 Hektar Weinberge. Die wichtigsten Rebsorten hier sind Müller-Thurgau, Grauburgunder und Spätburgunder. Anders als in den benachbarten Bereichen Kaiserstuhl und Ortenau, haben sich hier noch keine Weintypen mit „Wiedererkennungswert“ etabliert. Während Bernhard Huber vor allem mit seinen Spätburgundern bekannt geworden ist, aber auch immer bessere weiße Burgunder auf die Flasche bringt, waren bei der Familie Wöhrle vom Weingut der Stadt Lahr meist Chardonnay und die weißen Burgunder die interessantesten Weine; inzwischen legt man auch beim Spätburgunder zu. Faszinierende Spätburgunder macht auch Fritz Waßmer, der zwar aus dem Markgräflerland kommt, seine Weinberge aber im Breisgau hat: Eine Region mit viel Potenzial!
Der Kaiserstuhl ist der größte und sicherlich auch bekannteste badische Bereich. Die Burgunder vom Kaiserstuhl gehören regelmäßig zu den Spitzenweinen in Deutschland. Egal ob Grauburgunder, Weißburgunder oder Spätburgunder, nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine solche Dichte an Topburgundern wie am Kaiserstuhl. Aber auch Riesling, Silvaner oder Muskateller sind hier immer wieder ganz hervorragend. In keinem anderen badischen Weinbaubereich gibt es eine solche Vielzahl an Spitzenwinzern wie am Kaiserstuhl. Joachim Heger und die Brüder Bercher gehören schon seit langem zur deutschen Winzerelite, ebenso Salwey. Josef Michel ist noch immer erstaunlich wenig bekannt, gehört aber seit Ende der neunziger Jahre zur absoluten Spitze, ebenso Fritz Keller, dessen Name für durchgegorene, hochklassige Weine steht, weiß wie rot: Eine Region mit immensen Möglichkeiten!
Südöstlich vom Kaiserstuhl, westlich von Freiburg, liegt der Tuniberg. Er besteht im Untergrund aus Kalkgestein, ist aber fast komplett mit Löss überzogen. Am Tuniberg gibt es acht Weinbaugemeinden, wobei vier zur Stadt Freiburg zählen und zwei zu Breisach, nur Merdingen und Gottenheim sind selbständige Gemeinden. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begann Weinbau wieder eine immer wichtigere Rolle am Tuniberg zu spielen, der lange Zeit als Anhängsel des Kaiserstuhls betrachtet wurde und erst 1996 als eigener Weinbaubereich definiert wurde. Anders als der Kaiserstuhl ist der Tuniberg nicht vulkanischen Ursprungs. Löss-Lehmböden herrschen vor, nur in einigen Teilen des Merdinger Bühls und des Munzinger Kapellenbergs findet man Kalkböden. 1100 Hektar Reben gibt es hier, drei Viertel der Ernte wird von Genossenschaften verarbeitet; die Weinberge sind überwiegend in Terrassen angelegt.
Das Markgräflerland macht immer noch rasante Fortschritte. Die Spätburgunder werden immer besser. Gleiches gilt für Weißburgunder und Grauburgunder. Und in der Liste der besten Chardonnay in Deutschland findet sich jedes Jahr eine Reihe von Markgräfler Weinen mit vorne dabei. Die Nummer Eins unter den Rebsorten ist aber nach wie vor die Markgräfler Spezialität schlechthin, der Gutedel. Er hat in den letzten Jahren sehr gewonnen, vor allem durch die kühlere Vergärung. Eine Gruppe von Winzern hat inzwischen unter dem Namen „Grüner Markgräfler“ begonnen Gutedel als leichten, nicht chaptalisierten Wein mit etwa 10 Prozent Alkohol quasi als Marke zu positionieren: Absolut zeitgemäß! Mehr und mehr nutzen Winzer Gutedel auch für edelsüße Weine. Immer mehr Winzer schicken sich an den besten Weingütern vom Kaiserstuhl Paroli zu bieten. Ulrich Bernhardt vom Privatweingut H. Schlumberger ist da zu nennen, Lothar Heinemann und das Schlossgut Ebringen zählen dazu. Und natürlich der Altmeister, Hermann Dörflinger, der als erster im Markgräflerland sich für trockene Weine engagierte und Jahr für Jahr klasse Kollektionen auf hohem Niveau auf die Flasche bringt.
Die Weinberge am Bodensee sind die südlichsten in Deutschland. Vor allem Müller-Thurgau und Spätburgunder gibt es hier, aber auch Silvaner, Gutedel, Kerner, Bacchus und andere mehr. Während man lange Spätburgunder vor allem für Weißherbste oder leichte Rotweine nutzte, zeigen inzwischen erste Betriebe, dass man am Bodensee sehr gute und gehaltvolle barriqueausgebaute Spätburgunder erzeugen kann. Aber auch bei den weißen Burgundern und beim Chardonnay gibt es inzwischen einzelne bemerkenswerte Weine.
Schon im vergangenen Jahr hatten wir an dieser Stelle von dem Trend berichtet die Bereichsnamen wie Kaiserstuhl, Markgräflerland, Breisgau oder Tuniberg stärker in den Vordergrund zu stellen, und dies nimmt weiter rapide zu. Die Dachmarke Baden ist nachhaltig beschädigt, was verstärkt wurde durch eine von Vielen als anachronistisch empfundenen Weinwerbung. Deutscher Wein steht unter Druck, und in Baden ist dieser Druck besonders hoch, auch weil der genossenschaftliche Anteil in Baden besonders hoch ist. Immer mehr Winzer geben auf – oder fangen an! Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine Vielzahl an Neuentdeckungen zu vermelden, und oft sind es ganz junge Betriebe.
Selbst in der Ortenau sind wir fündig geworden, einer Region, die in diesem Jahr vor allem mit Insolvenzen für Schlagzeilen gesorgt hat. Philipp Reiß erzeugt spannende Weine in Steinbach, von Riesling, Blaufränkisch und Pinot Noir, aber auch Cidre. Auch Daniel Baumann in Kappelrodeck hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, sein Granit-Pinot Noir hat uns besonders gut gefallen.
Maxence Lecat wohnt in Schutterwald, seine Trauben aber bezieht er aus dem Breisgau: Mit seinem Black Chardonnay hat er es auf Anhieb in unser bundesweite Chardonnay-Finale geschafft. Hervorragenden Chardonnay und Pinot Noir findet man auch bei Lorenz Ritter in Kendringen, die Weine erinnern sehr an seinen Lehrbetrieb in Malterdingen.
Auch am Kaiserstuhl gibt es viele Neugründungen, die es angesichts der Vielzahl an Top-Betrieben dort vielleicht etwas schwerer haben Aufmerksamkeit zu finden als in den anderen badischen Weinbaubereichen. Peter Strohm in Achkarren hat ganz starken Chardonnay und Pinot Noir, was auch für das Ihringer Weingut Sexauer gilt, und in Oberbergen erzeugt Heidi‘s Heaven spannende Naturweine.
Im Markgräflerland stellen wir Wilhelm Berner aus Mauchen erstmals vor, und mit dem Pfaffenweiler Weinhaus auch eine Genossenschaft, im Kraichgau das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach.
Und es gibt viel Aufsteiger in der Region, fast alle unsere Neuentdeckungen vom vergangenen Jahr haben weiter zugelegt, Roberto Raspini ebenso wie Max Geitlinger, Ingo Ehret, Jörg Wiedemann oder das Weingut Kalkwerk Istein. Mächtig zugelegt haben Johannes Landerer in Oberrotweil am Kaiserstuhl sowie Severin Stich und Sabeth Sedlatschek vom Weingut Gebrüder Mathis in Merdingen am Tuniberg. Und auch in die absolute Spitze ist Bewegung gekommen: Markus und Andreas Klumpp in Bruchsal im Kraichgau sind besser denn je, bei allen Rebsorten, Fritz Waßmer in Schlatt im Markgräflerland stellt eine unfassbare breite Palette an hervorragenden Weinen, und Konrad Schlör in Reicholzheim macht zwar nun weniger, aber das immer noch besser.
Am Kaiserstuhl ist das Weingut Abril besser denn je, im Markgräflerland bringt sich das Privat-Weingut Schlumberger-Bernhart in Stellung, und auch das Weingut Schlumberger ist besser denn je, aber auch sonst gibt es bemerkenswerte Aufsteiger wie Holger Dütsch in der Ortenau, Hans Rebholz am Bodensee oder Kilian und Martina Hunn am Tuniberg.
Mit Pinots haben badische Winzer früher geglänzt, sie haben immer unsere Schlussverkostungen dominiert, ob bei Weißburgunder oder Grauburgunder, Spätburgunder oder Chardonnay. Und sie glänzen immer noch, stechen aber nicht mehr so hervor, seit andere deutsche Weinbauregionen mächtig aufgeholt haben. Beim Grauburgunder war es früher selbstverständlich, dass alle Spitzenplätze von badischen Weinen belegt wurden, anfangs fast ausschließlich von Kaiserstuhl-Grauburgundern; und wundern uns selbst, wenn wie in diesem Jahr zwei Württemberger ganz oben stehen. Bei Weißburgunder und Chardonnay ist die Konkurrenz nochmals größer geworden, die badischen Top-Weine kommen in diesem Jahr aus dem Breisgau (Weingut Wöhrle) und aus dem Kraichgau (Weingut Klumpp).
Mit Spätburgunder wird Baden immer stärker, aber da auch die anderen deutschen Weinbauregionen mächtig aufgeholt haben, ragen sie nicht mehr so hervor wie früher. Konrad Salwey und Julian Huber haben besonders faszinierende Weine in diesem Jahr, eine breite Palette an Spitzen-Pinots bieten auch Martin Waßmer und Joachim Heger, im badischen Norden glänzen Konrad Schlör und die Brüder Klumpp. Und ob Syrah einmal eine wichtige Ergänzung oder gar eine Alternative sein kann, das wird die Zukunft erweisen, einige enorm spannende Weine gibt es bereits.
Schon im vergangenen Jahr hatten wir an dieser Stelle von dem Trend berichtet die Bereichsnamen wie Kaiserstuhl, Markgräflerland, Breisgau oder Tuniberg stärker in den Vordergrund zu stellen, und dies nimmt weiter rapide zu. Die Dachmarke Baden ist nachhaltig beschädigt, was verstärkt wurde durch eine von Vielen als anachronistisch empfundenen Weinwerbung. Deutscher Wein steht unter Druck, und in Baden ist dieser Druck besonders hoch, auch weil der genossenschaftliche Anteil in Baden besonders hoch ist. Immer mehr Winzer geben auf – oder fangen an! Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine Vielzahl an Neuentdeckungen zu vermelden, und oft sind es ganz junge Betriebe.
Selbst in der Ortenau sind wir fündig geworden, einer Region, die in diesem Jahr vor allem mit Insolvenzen für Schlagzeilen gesorgt hat. Philipp Reiß erzeugt spannende Weine in Steinbach, von Riesling, Blaufränkisch und Pinot Noir, aber auch Cidre. Auch Daniel Baumann in Kappelrodeck hat den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, sein Granit-Pinot Noir hat uns besonders gut gefallen.
Maxence Lecat wohnt in Schutterwald, seine Trauben aber bezieht er aus dem Breisgau: Mit seinem Black Chardonnay hat er es auf Anhieb in unser bundesweite Chardonnay-Finale geschafft. Hervorragenden Chardonnay und Pinot Noir findet man auch bei Lorenz Ritter in Kendringen, die Weine erinnern sehr an seinen Lehrbetrieb in Malterdingen.
Auch am Kaiserstuhl gibt es viele Neugründungen, die es angesichts der Vielzahl an Top-Betrieben dort vielleicht etwas schwerer haben Aufmerksamkeit zu finden als in den anderen badischen Weinbaubereichen. Peter Strohm in Achkarren hat ganz starken Chardonnay und Pinot Noir, was auch für das Ihringer Weingut Sexauer gilt, und in Oberbergen erzeugt Heidi‘s Heaven spannende Naturweine.
Im Markgräflerland stellen wir Wilhelm Berner aus Mauchen erstmals vor, und mit dem Pfaffenweiler Weinhaus auch eine Genossenschaft, im Kraichgau das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach.
Und es gibt viel Aufsteiger in der Region, fast alle unsere Neuentdeckungen vom vergangenen Jahr haben weiter zugelegt, Roberto Raspini ebenso wie Max Geitlinger, Ingo Ehret, Jörg Wiedemann oder das Weingut Kalkwerk Istein. Mächtig zugelegt haben Johannes Landerer in Oberrotweil am Kaiserstuhl sowie Severin Stich und Sabeth Sedlatschek vom Weingut Gebrüder Mathis in Merdingen am Tuniberg. Und auch in die absolute Spitze ist Bewegung gekommen: Markus und Andreas Klumpp in Bruchsal im Kraichgau sind besser denn je, bei allen Rebsorten, Fritz Waßmer in Schlatt im Markgräflerland stellt eine unfassbare breite Palette an hervorragenden Weinen, und Konrad Schlör in Reicholzheim macht zwar nun weniger, aber das immer noch besser.
Am Kaiserstuhl ist das Weingut Abril besser denn je, im Markgräflerland bringt sich das Privat-Weingut Schlumberger-Bernhart in Stellung, und auch das Weingut Schlumberger ist besser denn je, aber auch sonst gibt es bemerkenswerte Aufsteiger wie Holger Dütsch in der Ortenau, Hans Rebholz am Bodensee oder Kilian und Martina Hunn am Tuniberg.
Mit Pinots haben badische Winzer früher geglänzt, sie haben immer unsere Schlussverkostungen dominiert, ob bei Weißburgunder oder Grauburgunder, Spätburgunder oder Chardonnay. Und sie glänzen immer noch, stechen aber nicht mehr so hervor, seit andere deutsche Weinbauregionen mächtig aufgeholt haben. Beim Grauburgunder war es früher selbstverständlich, dass alle Spitzenplätze von badischen Weinen belegt wurden, anfangs fast ausschließlich von Kaiserstuhl-Grauburgundern; und wundern uns selbst, wenn wie in diesem Jahr zwei Württemberger ganz oben stehen. Bei Weißburgunder und Chardonnay ist die Konkurrenz nochmals größer geworden, die badischen Top-Weine kommen in diesem Jahr aus dem Breisgau (Weingut Wöhrle) und aus dem Kraichgau (Weingut Klumpp).
Mit Spätburgunder wird Baden immer stärker, aber da auch die anderen deutschen Weinbauregionen mächtig aufgeholt haben, ragen sie nicht mehr so hervor wie früher. Konrad Salwey und Julian Huber haben besonders faszinierende Weine in diesem Jahr, eine breite Palette an Spitzen-Pinots bieten auch Martin Waßmer und Joachim Heger, im badischen Norden glänzen Konrad Schlör und die Brüder Klumpp. Und ob Syrah einmal eine wichtige Ergänzung oder gar eine Alternative sein kann, das wird die Zukunft erweisen, einige enorm spannende Weine gibt es bereits.
Der Großteil der Weinberge an der Hessischen Bergstraße (Bereich Starkenburg) liegt zwischen Heppenheim und Zwingenberg an den Hängen des Odenwaldes. In Zwingenberg, Auerbach und Bensheim herrschen Granitverwitterungsböden vor, während in einigen Heppenheimer Lagen auch gelber Buntsandstein zu finden ist. Dazu gibt es aber auch bei Groß-Umstadt (Quarzporphyrböden) und Rossdorf einige Weinberge, die zum zweiten Bereich Umstadt zählen.
Die meisten Trauben an der Hessischen Bergstraße werden von der Genossenschaft in Heppenheim, Bergsträsser Winzer genannt, verarbeitet. Wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der 46 Prozent der Fläche einnimmt, in den letzten Jahren aber zurückgegangen ist. Es folgen Spätburgunder und Grauburgunder, dann Müller-Thurgau und Silvaner. Daneben gibt es nennenswerte Mengen an Kerner, Weißburgunder, Dornfelder, Ehrenfelser, Scheurebe und Gewürztraminer. Rote Sorten nehmen inzwischen 21 Prozent der Rebfläche ein. Bisher war die Hessische Bergstraße für ihre Rieslinge bekannt, vor allem die edelsüßen. Weiß- und Grauburgunder haben in den letzten Jahren deutlich an Kontur gewonnen. Gleiches gilt für Rotweine, die nicht nur der Fläche nach immer mehr an Bedeutung gewinnen, sondern auch Jahr für Jahr interessantere Ergebnisse bringen.
Die Hessische Bergstraße bereitet uns Jahr für Jahr mehr Freude. Nicht nur weil sich die Schwester-Weingüter Schloss Schönberg und Griesel & Compagnie in der deutschen Spitze etabliert haben, sondern auch weil es neue Betriebe gibt, die abseits der ausgetretenen Pfade einen eigenen Weg gehen. So unsere Entdeckung des Jahres in diesem Jahr, das Weingut Barnert & Drewitz, oder unsere Entdeckung vom vergangenen Jahr, Feligreno Bio-Weinbau, der in diesem Jahr zusammen mit dem Roßdorfer Weingut von Lisa Edling zu unseren Aufsteigern gehört.
Griesel & Compagnie hat sich unter der Leitung von Niko Brandner in kürzester Zeit fest in der deutschen Sekt-Elite etabliert, und versucht nun auch mit Sekten das faszinierende Lagenpotential der Anbauregion auszuloten. Die noch größere Überraschung aber waren in diesem Jahr die Spätburgunder von Schloss Schönberg –so faszinierende Rotweine kannten wir bisher nicht an der Hessischen Bergstraße, auch wenn schon länger etablierte Betriebe wie die Weingüter Simon-Bürkle oder Rothweiler schon immer wieder mit sehr guten Rotweinen aufhorchen ließen.
Die Hessische Bergstraße bereitet uns Jahr für Jahr mehr Freude. Nicht nur weil sich die Schwester-Weingüter Schloss Schönberg und Griesel & Compagnie in der deutschen Spitze etabliert haben, sondern auch weil es neue Betriebe gibt, die abseits der ausgetretenen Pfade einen eigenen Weg gehen. So unsere Entdeckung des Jahres in diesem Jahr, das Weingut Barnert & Drewitz, oder unsere Entdeckung vom vergangenen Jahr, Feligreno Bio-Weinbau, der in diesem Jahr zusammen mit dem Roßdorfer Weingut von Lisa Edling zu unseren Aufsteigern gehört.
Griesel & Compagnie hat sich unter der Leitung von Niko Brandner in kürzester Zeit fest in der deutschen Sekt-Elite etabliert, und versucht nun auch mit Sekten das faszinierende Lagenpotential der Anbauregion auszuloten. Die noch größere Überraschung aber waren in diesem Jahr die Spätburgunder von Schloss Schönberg –so faszinierende Rotweine kannten wir bisher nicht an der Hessischen Bergstraße, auch wenn schon länger etablierte Betriebe wie die Weingüter Simon-Bürkle oder Rothweiler schon immer wieder mit sehr guten Rotweinen aufhorchen ließen.
Fränkisch trocken war früher einmal jedem Weinfreund in Deutschland ein Begriff. Als „fränkisch trocken“ bezeichnete Weine hatten nicht einmal halb so viel Restzucker, wie es im deutschen Weingesetz für trockene Weine erlaubt ist. Heute aber findet man nur noch wenige Winzer in Franken, die ihre trockenen Weine grundsätzlich durchgegoren ausbauen. „Fränkisch trocken“ hat praktisch keine Bedeutung mehr. Eine Chance vertan, sich am deutschen Markt zu profilieren. Also setzte man ganz auf den Bocksbeutel, der wieder einmal dahin kommen soll, wo er einmal war, nämlich als Wahrzeichen des Frankenweins für Qualität zu stehen. Aber auch den Bocksbeutel wollen viele nicht mehr haben, immer öfter findet man Frankenwein in Bordeaux- oder Burgunderflaschen.
Wichtigste Rebsorte in Franken ist der Müller-Thurgau mit einem Anteil von 29 Prozent. Auch wenn dieser Anteil stetig zurückgeht stehen die Franken zu ihrem „Müller“. Es folgt die Rebsorte, für die Franken bekannt ist, der Silvaner, der sich derzeit wieder großer Beliebtheit erfreut und inzwischen wieder auf 22 Prozent der Fläche angebaut wird, Tendenz steigend. An dritter Stelle kommt Bacchus. Ergänzt wird der Sortenspiegel mit Riesling, den Burgundersorten, Kerner, Scheurebe oder Rieslaner. Rote Sorten, traditionell am Untermain (Bereich Mainviereck) angebaut, erfreuen sich steigender Beliebtheit und nehmen inzwischen 20 Prozent der Rebfläche ein. Neben Spätburgunder und Frühburgunder ergibt Domina, sortenrein aber auch in Cuvées, dabei die interessantesten Ergebnisse.
Der traditionelle „fränkische Stil“, die erdigen, recht bodengeprägten Weine, sind heute wenig gefragt. Dass es auch anders geht, zeigen viele aufstrebende Betriebe in ganz Franken, die heute wunderschön klare, fruchtbetonte Weine erzeugen. Nicht nur Silvaner und Riesling, nein, auch Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner oder Scheurebe ergeben hier erstaunlich interessante Weine. Der Silvaner aber ist derzeit doch am meisten gefragt, bringt immer mehr komplexe und ausdrucksstarke Weine hervor.
Nicht nur die Flaschenform ist in Franken anders als in den anderen deutschen Anbaugebieten, auch die klimatischen Bedingungen in Franken sind anders. Franken hat ein ausgeprägteres Kontinentalklima als die weiter westlich gelegenen deutschen Anbaugebiete. Die Unterschiede zwischen relativ kalten Wintern und heißen Sommern sind hier deutlicher.
Franken ist in drei Weinbaubereiche eingeteilt.: Mainviereck, Maindreieck und Steigerwald. Den tatsächlichen Gegebenheiten wird diese schlichte Dreiteilung nicht gerecht, ist doch Franken kein geschlossenes Anbaugebiet. Man findet klar abgegrenzte kleinere Anbaugebiete mit deutlich anderen Böden und deutlich eigenständigem Charakter, so dass man zumindest noch folgende drei Regionen gesondert betrachten sollte: Die Weinberge am Rande des Spessarts bei Alzenau, die Weinberge an der Saale und ihren Nebenflüssen und die Weinberge im Taubertal.
Frost ist immer wieder einmal ein Problem in Franken, und das war auch 2024 wieder so. Aber ungeachtet solcher Probleme können wir auch in diesem Jahr wieder feststellen: Franken ist top!
Und jedes Jahr kommen neue Winzer hinzu, auch wenn es dieses Mal nicht ganz so viele sind wie in den Vorjahren. Alexa & Martin Kreglinger aus Segnitz am Main präsentieren eine ganz starke Kollektion, in der sie nicht nur mit Silvaner, Weißburgunder und edelsüßem Rieslaner glänzen, sondern auch mit einem hervorragenden Blaufränkisch.
Vom Steigerwald stammt eine weitere spannende Neuentdeckung mit völlig anderen Weinen: Pia Karamarko & Christopher Karamarko-Seybold erzeugen im Ebracher Ortsteil Buch eine spannende kleine Kollektion mit authentischen Naturweinen auf hohem Niveau; ihr Projekt respektive Weingut nennt sich KarSey-Winemaking.
Eher klassische Weine erzeugt Michael Schlereth in Sommerach, Silvaner spielt die Hauptrolle im Betrieb. Und auch in Churfranken sind wir fündig geworden bei einem ganz jungen Kleinbetrieb: Manuela & Johannes Till erzeugen in ihrer Weinmanufaktur Till sowohl Weiß- als auch Rotweine auf hohem Niveau.
Und auch einige spannende Aufsteiger gibt es zu vermelden. Christian Stahl in Auernhofen ist nicht nur als Koch kreativ, sondern auch als Winzer, Carsten Höfer in Würzburg macht nicht mehr nur Sekt für andere, sondern seit einigen Jahren auch unter eigenem Namen, Florian Engelmann vom Weingut Leininger in Eibelstadt hat sein Programm neu strukturiert, in der Qualität weiter zugelegt, und mit Laura Seufert aus Iphofen findet sich auch bei den Aufsteigern auf vier Sterne ein Naturweinbetrieb. Und hinter diesen genannten Weingütern gibt es eine Vielzahl weiterer Betriebe, die ihre bis dato beste Kollektion vorgestellt haben. Franken ist in Bewegung!
Auch sonst sind fränkische Winzer an prominenter Stelle mit dabei. Sebastian Fürst hat die stärkste rote Kollektion des Jahrgangs in Deutschland, ist aber auch bei Riesling, Weißburgunder und Chardonnay top. Bei Weißburgunder und Chardonnay trumpft wie im Vorjahr Richard Östreicher groß auf, und beim Sekt sind Schloss Sommerhausen, BurkhardtSchür und Carsten Höfer wieder ganz stark.
Und der ausführliche Schluss sei dem Silvaner gewidmet, der fränkischen Paradesorte par excellence. Einige Winzer experimentiren mit mehr oder weniger Holz, auch Reduktionsnoten sind schon hin und wieder zu finden. Experimente sind gut, aber vergessen wir nicht: Auch im Edelstahl ausgebauter Silvaner kann exzellent reifen. An der Spitze stehen auch im Jahrgang so in etwa die selben Winzer wie in den vergangenen Jahren: Rainer & Christian Müller aus Volkach, Daniel Sauer vom Weingut Rainer Sauer in Escherndorf, die Luckerts vom Zehnthof in Sulzfeld, Rudolf May aus Retzstadt, dazu Harald Brügel, das Bürgerspital, Tobias Nagel, Richard Östreicher, Horst Sauer usw., und auch hier ist mit Stefan Vetter aus Gambach ein Naturweinwinzer ganz vorne mit dabei.
Frost ist immer wieder einmal ein Problem in Franken, und das war auch 2024 wieder so. Aber ungeachtet solcher Probleme können wir auch in diesem Jahr wieder feststellen: Franken ist top!
Und jedes Jahr kommen neue Winzer hinzu, auch wenn es dieses Mal nicht ganz so viele sind wie in den Vorjahren. Alexa & Martin Kreglinger aus Segnitz am Main präsentieren eine ganz starke Kollektion, in der sie nicht nur mit Silvaner, Weißburgunder und edelsüßem Rieslaner glänzen, sondern auch mit einem hervorragenden Blaufränkisch.
Vom Steigerwald stammt eine weitere spannende Neuentdeckung mit völlig anderen Weinen: Pia Karamarko & Christopher Karamarko-Seybold erzeugen im Ebracher Ortsteil Buch eine spannende kleine Kollektion mit authentischen Naturweinen auf hohem Niveau; ihr Projekt respektive Weingut nennt sich KarSey-Winemaking.
Eher klassische Weine erzeugt Michael Schlereth in Sommerach, Silvaner spielt die Hauptrolle im Betrieb. Und auch in Churfranken sind wir fündig geworden bei einem ganz jungen Kleinbetrieb: Manuela & Johannes Till erzeugen in ihrer Weinmanufaktur Till sowohl Weiß- als auch Rotweine auf hohem Niveau.
Und auch einige spannende Aufsteiger gibt es zu vermelden. Christian Stahl in Auernhofen ist nicht nur als Koch kreativ, sondern auch als Winzer, Carsten Höfer in Würzburg macht nicht mehr nur Sekt für andere, sondern seit einigen Jahren auch unter eigenem Namen, Florian Engelmann vom Weingut Leininger in Eibelstadt hat sein Programm neu strukturiert, in der Qualität weiter zugelegt, und mit Laura Seufert aus Iphofen findet sich auch bei den Aufsteigern auf vier Sterne ein Naturweinbetrieb. Und hinter diesen genannten Weingütern gibt es eine Vielzahl weiterer Betriebe, die ihre bis dato beste Kollektion vorgestellt haben. Franken ist in Bewegung!
Auch sonst sind fränkische Winzer an prominenter Stelle mit dabei. Sebastian Fürst hat die stärkste rote Kollektion des Jahrgangs in Deutschland, ist aber auch bei Riesling, Weißburgunder und Chardonnay top. Bei Weißburgunder und Chardonnay trumpft wie im Vorjahr Richard Östreicher groß auf, und beim Sekt sind Schloss Sommerhausen, BurkhardtSchür und Carsten Höfer wieder ganz stark.
Und der ausführliche Schluss sei dem Silvaner gewidmet, der fränkischen Paradesorte par excellence. Einige Winzer experimentiren mit mehr oder weniger Holz, auch Reduktionsnoten sind schon hin und wieder zu finden. Experimente sind gut, aber vergessen wir nicht: Auch im Edelstahl ausgebauter Silvaner kann exzellent reifen. An der Spitze stehen auch im Jahrgang so in etwa die selben Winzer wie in den vergangenen Jahren: Rainer & Christian Müller aus Volkach, Daniel Sauer vom Weingut Rainer Sauer in Escherndorf, die Luckerts vom Zehnthof in Sulzfeld, Rudolf May aus Retzstadt, dazu Harald Brügel, das Bürgerspital, Tobias Nagel, Richard Östreicher, Horst Sauer usw., und auch hier ist mit Stefan Vetter aus Gambach ein Naturweinwinzer ganz vorne mit dabei.
Nur das benachbarte Rheingau hat einen ähnlich hohen Rieslinganteil wie der Mittelrhein. Auch wenn der Rieslinganteil stark rückläufig ist, so liegt er doch immer noch bei 67 Prozent. Es folgen Spätburgunder, Müller-Thurgau und Kerner. Auch am Mittelrhein ist der Trend hin zu den Burgundersorten und zu Rotwein augenfällig. Gerade die Hinwendung zu Rotweinsorten finden wir bedenklich, denn die Stärke des Mittelrheins sind die vielen guten Rieslinge, zu meist moderaten Preisen. Bislang ist die Region noch den Beweis schuldig geblieben, dass sie hervorragende Rotweine erzeugen kann, auch wenn hin und wieder sehr gute Spätburgunder zu finden sind.
Viele der Weinberge befinden sich in schwer zu bewirtschaftenden Steillagen. Mit ein Grund dafür, dass die Rebfläche stetig abgenommen hat. Da muss man gar nicht fünfzig Jahre zurückgehen, als es noch 1.200 Hektar Weinberge am Mittelrhein gab. Oder ins 19. Jahrhundert, als über 2.000 Hektar mit Reben bepflanzt waren. Allein der Rückgang in den letzten Jahren ist sehr bedenklich. Viele der Feierabendwinzer bewirtschaften ihre Weinberge nicht mehr und finden weder Käufer noch Pächter für ihre kleinen Parzellen in Steillagen. Was in absoluten Zahlen vernachlässigbar zu sein scheint, ist bei prozentualer Betrachtung dramatisch. Allein in den letzten zehn Jahren sind so fast 200 Hektar Weinberge verschwunden. Der Rückgang ist inzwischen gestoppt.
Im südlichen Teil des Anbaugebietes, bei Bacharach, herrschen Schieferböden vor. Der größte Teil der Reben findet sich auf der linken Seite des Rheins, meist an Südhängen in den Seitentälern. Nördlich von Oberwesel, von St. Goarshausen bis auf die Höhe von Boppard, findet man die meisten Reben am rechten Rheinufer. Beim Rheinknick oberhalb von Boppard liegt, linksrheinisch als Südlage, der Bopparder Hamm, der größte zusammenhängende Weinberg am Mittelrhein. Hier herrschen wie in Bacharach Schieferböden vor. Nördlich von Koblenz, ganz im Norden des Anbaugebietes, wachsen die Reben an Südhängen am rechten Ufer des Rheins. Hier, z.B. bei Hammerstein und Leutesdorf, gibt es schwere Lössböden.
Es gibt viel Positives vom Mitterhein zu vermelden. Das freut uns, denn wie alle Winzer in Europa, sind auch die am Mittelrhein von vielfältigen Herausforderungen betroffen. Diese haben sie, was die Weine selbst angeht, 2024 sehr gut gemeistert. In Sachen Frische sind die Rieslinge denen der Vorjahre sogar etwas überlegen, dabei sind sie ansprechend reif.
Besonderes freuen wir uns über die Neuaufnahme von Familie Lambrich aus Oberwesel, die uns (vor allem) mit ihren charakterstarken Rieslingen überzeugt hat. Bei Familie Bär in Bacharach geht es weiter steil nach oben. Sie zeigen nach dem erfolgreichen Debüt, mit dem 2022er Jahrgang wieder Terroir-Rieslinge mit Tiefe und Charakter. Darüber hinaus gibt es zwei spannende Schaumweine. Auch am Mittelrhein hat der späte Frühjahrsfrost zugeschlagen. So hat man beim Weingut Goswin Lambrich große Einbußen zu beklagen, konnte 2024 nur Rieslinge produzieren, alles andere ist (bis auf noch im Fass liegenden Spätburgunder) erfroren. Die saftigen Rieslinge sind dafür wieder ausgezeichnet. Eine besonders starke Kollektion kommt in diesem Jahr von Jörg Lanius; auch hier ist die Ernte gering, die Rieslinge sind besonders fein und animierend, ausgeprägt mineralisch. Eine Bank sind auch die Rieslinge von Florian Weingart. Hier bekommt man klassische Rieslinge vom Bopparder Hamm, die mit viel Würze und individuellem Charakter beeindrucken. Neben gewohnt gelungenen, fruchtbetonten und kräftigen Rieslingen, nimmt im Weingut Matthias Müller die Sekt-Produktion weiter an Fahrt auf.
Es gibt viel Positives vom Mitterhein zu vermelden. Das freut uns, denn wie alle Winzer in Europa, sind auch die am Mittelrhein von vielfältigen Herausforderungen betroffen. Diese haben sie, was die Weine selbst angeht, 2024 sehr gut gemeistert. In Sachen Frische sind die Rieslinge denen der Vorjahre sogar etwas überlegen, dabei sind sie ansprechend reif.
Besonderes freuen wir uns über die Neuaufnahme von Familie Lambrich aus Oberwesel, die uns (vor allem) mit ihren charakterstarken Rieslingen überzeugt hat. Bei Familie Bär in Bacharach geht es weiter steil nach oben. Sie zeigen nach dem erfolgreichen Debüt, mit dem 2022er Jahrgang wieder Terroir-Rieslinge mit Tiefe und Charakter. Darüber hinaus gibt es zwei spannende Schaumweine. Auch am Mittelrhein hat der späte Frühjahrsfrost zugeschlagen. So hat man beim Weingut Goswin Lambrich große Einbußen zu beklagen, konnte 2024 nur Rieslinge produzieren, alles andere ist (bis auf noch im Fass liegenden Spätburgunder) erfroren. Die saftigen Rieslinge sind dafür wieder ausgezeichnet. Eine besonders starke Kollektion kommt in diesem Jahr von Jörg Lanius; auch hier ist die Ernte gering, die Rieslinge sind besonders fein und animierend, ausgeprägt mineralisch. Eine Bank sind auch die Rieslinge von Florian Weingart. Hier bekommt man klassische Rieslinge vom Bopparder Hamm, die mit viel Würze und individuellem Charakter beeindrucken. Neben gewohnt gelungenen, fruchtbetonten und kräftigen Rieslingen, nimmt im Weingut Matthias Müller die Sekt-Produktion weiter an Fahrt auf.
Denkt man an die Mosel, denkt man an Riesling. Schaut man in die Rebsortenstatistik, dann ist man ganz überrascht zu sehen, dass es an Mosel, Saar und Ruwer gerade einmal 60 Prozent Riesling gibt. Dazu 13 Prozent Müller-Thurgau, 6 Prozent Elbling und 4 Prozent Kerner und Spätburgunder. Bei Neuanpflanzungen derzeit besonders beliebt sind aber Weißburgunder und Chardonnay – und natürlich rote Sorten wie Dornfelder oder Spätburgunder, rote Sorten nehmen inzwischen über 9 Prozent der Fläche ein. Mosel-Saar-Ruwer war man gewohnt zu denken und schreiben, dabei heißt das Anbaugebiet seit 2007 nur noch Mosel, die kleinen Nebenflüsse Saar und Ruwer werden seither im Namen unterschlagen.
An der Obermosel ist Elbling die wichtigste Rebsorte. Aber auch Riesling, Müller-Thurgau und die Burgundersorten (speziell auch Auxerrois) sind hier zu finden. Doch anders als im benachbarten Luxemburg findet man kaum bemerkenswerte weiße Burgunder, bisher, Elbling wird nach wie vor als die Rebsorte der Obermosel propagiert.
Ganz anders an der Saar, wo viele renommierte Weingüter zuhause sind. Auch hier werden immer mehr gute Steillagen aufgegeben; seit 2008 aber ist der Abwärtstrend gestoppt. An der Saar liegt der Rieslinganteil deutlich über dem Durchschnitt im Anbaugebiet, Riesling nimmt etwa 80 Prozent der Rebfläche ein. Dazu gibt es vor allem noch Weißburgunder, Spätburgunder und Müller-Thurgau, sowie etwas Kerner, Dornfelder und Chardonnay. Die höhere Lage und die niedrigen Durchschnittstemperaturen im Vergleich zur Mosel bewirken, dass Saarweine ein deutlich eigenständiges Profil besitzen mit einer meist markanteren Säure als an der Mosel, bei niedrigerem Alkohol.
Die Ruwer entspringt im Hunsrück und mündet bei Trier in die Mosel. An der Ruwer ist die Rebfläche im letzten Jahrzehnt dramatisch zurückgegangen, vor allem in Waldrach und weiter flussaufwärts gelegenen (ehemaligen) Weinbaugemeinden, so dass es heute nur noch etwa 200 Hektar Weinberge gibt, die zu 90 Prozent mit Riesling bestockt sind.
Die Weinberge bei Konz, wo die Saar in die Mosel mündet, rechnet man zur Saar, östlich davon, im Einzugsbereich von Trier, beginnt die Mittelmosel, die bis Reil, oberhalb von Zell gelegen, reicht und dem Weinbaubereich Bernkastel entspricht; wobei die Trierer Lagen, die nicht an der Ruwer liegen, ebenfalls der Mittelmosel zugerechnet werden und nicht der Ruwer. An der Mittelmosel sind in den letzten Jahren so viele beeindruckende Rieslinge entstanden wie noch nie zuvor. Der Druck ist groß – vom Markt, der Konkurrenz – und je größer der Druck, desto mehr müssen die Winzer sich anstrengen – und umso bessere Weine produzieren sie. Das funktioniert nicht nur hier so. In Gemeinden wie Trittenheim und Leiwen gibt es eine Vielzahl von Winzern, die erstaunliche Rieslinge erzeugen.
Die Untermosel, heute lieber Terrassenmosel genannt, hat im letzten Jahrzehnt erstaunliche Fortschritte gemacht und produziert Jahr für Jahr – und inzwischen auch in problematischen Jahren – Rieslinge, die zu den besten in der Region zählen. Trocken wie edelsüß.
Man könnte meinen, dass von der weltweiten Riesling-Renaissance vor allem die Mosel profitieren würde, doch dem ist nicht so, die Rebfläche geht weiter zurück, wenn auch nicht mehr ganz so dramatisch wie noch vor einigen Jahren. Die Moselaner tun sich schwer mit Neuerungen, nirgendwo sonst findet man so viele altmodische, altbackene Etiketten, nirgendwo sonst so wenig Weine mit Schraubverschluss. Nirgendwo sonst wird so viel geschwefelt, selbst bei einfachen Weinen, die jung getrunken werden sollen.
2024 war ein herausforderndes Jahr im Anbaugebiet Mosel. Der Frost traf die Winzer in ganz unterschiedlichem Maße, aber manchen Betrieb vor allem an Saar und Ruwer so drastisch, dass kaum etwas erzeugt werden konnte. Das eine oder andere renommierte Gut fehlt also in diesem Buch, während andere Winzer lediglich ein knappes Programm in kleinen Mengen erzeugter 2024er vorstellten oder ohnehin erst den Jahrgang 2023 präsentierten. Spät dran war beispielsweise der Karthäuserhof, für uns der Aufsteiger des Jahres, der sich mit spannendem Schaumwein, mit dem sehr gelungenen 2023er Riesling Großes Gewächs, aber auch mit sehr feinem Kabinettriesling profilierte. Das Weingut Rinke wiederum kaufte kurzerhand und ausnahmsweise Trauben in Rheinhessen zu, die an der Mosel ausgebaut wurden und sehr Beachtliches ergaben. Mangels aktueller Weine stellte das Dominikanergut Gereiftes vor – darunter einen ausgezeichneten 1994er und den immer noch Spaß machenden 1976er. Auch von der Mittelmosel wurden hier und da ältere Weine eingeschickt. Johannes Haart präsentierte etwa einen 2020er aus Piesport, der eine spannende Würze besaß und bewies, wie gut Rieslinge von hier reifen können. Nik Weis lässt sich ohnehin gern Zeit, um seine Großen Gewächse auf den Markt zu bringen; die vorgestellten Weine aus dem Jahrgang 2023 sind sehr präzise, interpretieren die Lage nachvollziehbar.
Doch auch die vorgestellten 2024er überzeugten in vielen Fällen. Wo die wetterbedingten Einbußen beherrschbar waren, entstanden feine, kühlfruchtige, frische Rieslinge mit Zug. Die Säure ist nicht so knackig, wie es beim 2021er oft auszumachen war, und die Balance stimmt häufiger als beispielsweise im Jahrgang 2010. Erben von Beulwitz hat die präzise, duftige Ruwer-Art auch in diesem Jahrgang bewahren können. Andere gelungene trockene Rieslinge aus 2024 wurden von Fritz Haag und Schloss Lieser, von Clemens Busch oder, in einem unnachahmlichen, ganz und gar unaufgeregten Stil, von Franz-Josef Eifel gefüllt. Auch die Großen Gewächse von Markus Molitor sind unter den trockenen Top-Rieslingen des Jahrgangs 2024 zu nennen, seine Spezialabfüllungen, etwa aus dem Bernkasteler Doktor, überzeugten erst recht. Sehr gut gefallen hat uns zudem, was der Nachwuchs erreichte. Tim Thesen aus Schweich beeindruckte mit präzise gearbeitetem Riesling, Tobias Lorenz und Michael Scholtes, beide aus Detzem, punkteten mit geschlossenen Kollektionen. Und Alexander Löhr aus Alken, einer der talentiertesten Jungwinzer der Mosel, stellte neben frischen 2024ern auch sehr feine 2023er vor.
Rotweine sind an der Mosel stärker denn je ein Thema, denn immer mehr Winzer verstehen sich auf die Balance zwischen Frucht und Fass. Das Dominikanergut hat Talent, der Heinrichshof versteht sich auch auf Spätburgunder, und das Weingut Pauly hat noch nie so feinen Spät- respektive Frühburgunder erzeugt wie dieses Mal. Einer der großen Spezialisten der Rotweinbereitung an der Mosel hat ebenfalls weiter zugelegt: Peter Regnery beherrscht nicht nur Spätburgunder, sondern auch Cabernet Sauvignon und Syrah.
Schließlich ist 2024 auch ein Jahr der mehr oder weniger süßen Weine. Im Kabinettbereich muss man das hervorheben, was Julian Haart erzeugt hat; auch Christoph Loewen hat in diesem Bereich Spannendes gefüllt. Christoph Eifel schließlich konnte Spätlese bis Beerenauslese erster Güte erzeugen. Im Weingut Loersch wurden ungeheuer saftige Rieslinge auf die Flasche gefüllt, und die Spät- und Auslesen des Weinguts Selbach-Oster sind den Kauf mindestens im gleichen Maße wert. Markus Molitor ist wie immer mit einer Fülle an Auslesen vorn mit dabei, und Nik Weis konnte nicht nur tolle Auslesen und einen Eiswein aus dem Jahrgang 2024 keltern, sondern stellte auch zwei grandiose 2023er Trockenbeerenauslesen vor.
2024 war ein herausforderndes Jahr im Anbaugebiet Mosel. Der Frost traf die Winzer in ganz unterschiedlichem Maße, aber manchen Betrieb vor allem an Saar und Ruwer so drastisch, dass kaum etwas erzeugt werden konnte. Das eine oder andere renommierte Gut fehlt also in diesem Buch, während andere Winzer lediglich ein knappes Programm in kleinen Mengen erzeugter 2024er vorstellten oder ohnehin erst den Jahrgang 2023 präsentierten. Spät dran war beispielsweise der Karthäuserhof, für uns der Aufsteiger des Jahres, der sich mit spannendem Schaumwein, mit dem sehr gelungenen 2023er Riesling Großes Gewächs, aber auch mit sehr feinem Kabinettriesling profilierte. Das Weingut Rinke wiederum kaufte kurzerhand und ausnahmsweise Trauben in Rheinhessen zu, die an der Mosel ausgebaut wurden und sehr Beachtliches ergaben. Mangels aktueller Weine stellte das Dominikanergut Gereiftes vor – darunter einen ausgezeichneten 1994er und den immer noch Spaß machenden 1976er. Auch von der Mittelmosel wurden hier und da ältere Weine eingeschickt. Johannes Haart präsentierte etwa einen 2020er aus Piesport, der eine spannende Würze besaß und bewies, wie gut Rieslinge von hier reifen können. Nik Weis lässt sich ohnehin gern Zeit, um seine Großen Gewächse auf den Markt zu bringen; die vorgestellten Weine aus dem Jahrgang 2023 sind sehr präzise, interpretieren die Lage nachvollziehbar.
Doch auch die vorgestellten 2024er überzeugten in vielen Fällen. Wo die wetterbedingten Einbußen beherrschbar waren, entstanden feine, kühlfruchtige, frische Rieslinge mit Zug. Die Säure ist nicht so knackig, wie es beim 2021er oft auszumachen war, und die Balance stimmt häufiger als beispielsweise im Jahrgang 2010. Erben von Beulwitz hat die präzise, duftige Ruwer-Art auch in diesem Jahrgang bewahren können. Andere gelungene trockene Rieslinge aus 2024 wurden von Fritz Haag und Schloss Lieser, von Clemens Busch oder, in einem unnachahmlichen, ganz und gar unaufgeregten Stil, von Franz-Josef Eifel gefüllt. Auch die Großen Gewächse von Markus Molitor sind unter den trockenen Top-Rieslingen des Jahrgangs 2024 zu nennen, seine Spezialabfüllungen, etwa aus dem Bernkasteler Doktor, überzeugten erst recht. Sehr gut gefallen hat uns zudem, was der Nachwuchs erreichte. Tim Thesen aus Schweich beeindruckte mit präzise gearbeitetem Riesling, Tobias Lorenz und Michael Scholtes, beide aus Detzem, punkteten mit geschlossenen Kollektionen. Und Alexander Löhr aus Alken, einer der talentiertesten Jungwinzer der Mosel, stellte neben frischen 2024ern auch sehr feine 2023er vor.
Rotweine sind an der Mosel stärker denn je ein Thema, denn immer mehr Winzer verstehen sich auf die Balance zwischen Frucht und Fass. Das Dominikanergut hat Talent, der Heinrichshof versteht sich auch auf Spätburgunder, und das Weingut Pauly hat noch nie so feinen Spät- respektive Frühburgunder erzeugt wie dieses Mal. Einer der großen Spezialisten der Rotweinbereitung an der Mosel hat ebenfalls weiter zugelegt: Peter Regnery beherrscht nicht nur Spätburgunder, sondern auch Cabernet Sauvignon und Syrah.
Schließlich ist 2024 auch ein Jahr der mehr oder weniger süßen Weine. Im Kabinettbereich muss man das hervorheben, was Julian Haart erzeugt hat; auch Christoph Loewen hat in diesem Bereich Spannendes gefüllt. Christoph Eifel schließlich konnte Spätlese bis Beerenauslese erster Güte erzeugen. Im Weingut Loersch wurden ungeheuer saftige Rieslinge auf die Flasche gefüllt, und die Spät- und Auslesen des Weinguts Selbach-Oster sind den Kauf mindestens im gleichen Maße wert. Markus Molitor ist wie immer mit einer Fülle an Auslesen vorn mit dabei, und Nik Weis konnte nicht nur tolle Auslesen und einen Eiswein aus dem Jahrgang 2024 keltern, sondern stellte auch zwei grandiose 2023er Trockenbeerenauslesen vor.
Es ist schon erstaunlich, welchen Aufschwung die Weine von der Nahe in den letzten zwei Jahrzehnten genommen haben. Noch in den achtziger Jahren gab es nur eine Handvoll Erzeuger mit guten Qualitäten. Helmut Dönnhoff war dann der Erste, der große Weine erzeugt hat. Heute brauchen die Top-Weine von hier den Vergleich mit keinem anderen deutschen Anbaugebiet zu scheuen, die besten edelsüßen Rieslinge gehören ebenso wie die besten trockenen Jahr für Jahr zur Spitze in Deutschland.
Aber gibt es ein klares Profil? Weiß der Verbraucher, was einen Nahewein ausmacht? Es gibt unterschiedliche Böden: Rotliegendes, Lehm, Porphyr, Quarzit, Schiefer, Kies, Löss. Alles auf kleinstem Raum. Am Boden also kann man den Nahewein nicht festmachen. Aber an den Rebsorten: Riesling.
Aus Riesling werden die besten Naheweine gemacht, auch wenn Riesling erst seit kurzem auf Platz eins der Rebsortenstatistik steht und „nur“ 28 Prozent der Rebfläche einnimmt. In der Statistik folgen Müller-Thurgau und Dornfelder, noch vor Spätburgunder und Silvaner. Die weißen Burgunder kommen erst weit dahinter, noch abgeschlagener die weiteren roten Sorten. Aber auch hier boomt Rotwein, wie überall in Deutschland, ein Viertel der Rebfläche an der Nahe nehmen inzwischen rote Sorten ein.
Die edelsüßen Rieslinge zählen seit den neunziger Jahren zur deutschen Spitze. Helmut Dönnhoff hat als Erster Weine von Weltklasse erzeugt und damit die Nahe bekannt gemacht. Inzwischen erzeugen viele Betriebe hervorragende edelsüße Weine, so Crusius und Emrich-Schönleber, auch Diel, Hahnmühle, Korrell oder Joh. Bapt. Schäfer – und natürlich Schäfer-Fröhlich. „Trocken“ hat der Aufstieg zur Weltklasse ein wenig später begonnen, genauso beeindruckend aber sind heute die Ergebnisse. Werner Schönleber und Helmut Dönnhoff ist es zu verdanken, dass heute an der Nahe trockene Rieslinge von Weltklasse erzeugt werden. Tim Fröhlich tut es ihnen gleich. Die „untere“ Nahe reicht da nicht ganz heran. Hier hat sich Martin Tesch auf trockene Rieslinge spezialisiert, in einem sehr präzisen Stil, der auf alkoholarme und nicht allzu restsüße Weine setzt. Stefan Rumpf setzt auf Frucht und weniger Restsüße, Korrell oder Diel mehr auf Opulenz und Restsüße. Die Burgunder haben sich im letzten Jahrzehnt hier fest etabliert, Windesheim ist zur Hochburg für weiße und auch rote Burgunder geworden, wobei eigentlich alle Erzeuger auf füllige, restsüße Weine setzen. Für Rotwein stehen vor allem Sascha Montigny und Martin Reimann (Weingut Lindenhof).
Das Weinjahr 2024 brachte große Herausforderungen für die Nahewinzer. Viele von ihnen wurden Ende April vom Spätfrost in mehreren aufeinander folgenden Nächten stark gebeutelt. Ein kalter Ostwind ließ die Temperaturen in manchen Lagen auf bis zu -5°C fallen und beschädigte die austreibenden Rebstöcke nachhaltig. An der Oberen und Mittleren Nahe waren die Weinberge am stärksten betroffen. Zwischen Norheim und Monzingen führte der Kälteeinbruch bei einigen Winzern in der Spitze zu mehr als 75 Prozent Ernteausfall, in einzelnen Weinbergen gab es sogar so große Schäden, dass eine Ernte sich nicht mehr lohnte. Auch im Alsenztal konnte man nur sehr geringe Mengen ernten, an der unteren Nahe hielten sich die Frostschäden hingegen in Grenzen. Recht hohe Niederschlagsmengen im Jahresverlauf haben sich zusätzlich negativ auf die Mengen ausgewirkt. So hat man an der Nahe 2024 eine kleine Ernte eingefahren.
Der insgesamt etwas kühlere Jahresverlauf im Vergleich zu den Vorjahren hat frische und eher schlanke Weine hervorgebracht. Die Rieslinge sind sehr mineralisch und geradezu knackig, die weißen Burgunder fein saftig und elegant. Auch die Sauvignon Blanc – wie man sie in besonderer Qualität beim Weingut Genheimer Kiltz in Gutenberg bekommt – sind sehr frisch und präzise. Insgesamt merkt man in den Weißweinen viel Terroir in diesem Jahr, eine Stärke der Nahe mit ihrer Vielfalt an Böden. Besonders gut haben uns wieder einmal die ausdrucksstarken Sekte von Heiko Bamberger aus Meddersheim gefallen, die sehr aromatisch, animierend und fein sind; dass die Bambergers in Zukunft einen (noch) größeren Fokus auf die Schaumweinproduktion legen wollen, erscheint folgerichtig, da die Nachfrage nach deutschen (Spitzen-) Sekten stetig wächst.
Ein Geheimtipp als verlässliche Quelle für geschliffenen Riesling ist das kleine Weingut von Holger Alt. Seine Weinberge in Monzingen haben stark unter dem Frost gelitten, dafür sind die geringen Mengen, die er produziert hat, in diesem Jahr besonders fein. Markus Hees aus Auen beweist einmal mehr, dass er sowohl von Riesling als auch von Weißburgunder viel versteht, die ganze Kollektion überzeugt. Eine Vielfalt an aromatischen, ausgewogenen und charaktervollen Weinen präsentiert das Demeter-Weingut Zwölberich in Langenlonsheim, das unter neuer Führung durchstarten möchte. Ein starkes Debüt gibt Viktoria Peitz mit ihrer Vi.P-Weine genannten Linie. Stark sind auch die Weine der Familie Sinß aus Windesheim. Ob Riesling oder weiße und rote Burgunder, alle Weine sind fein balanciert, ein Geheimtipp ist die aromatische Scheurebe.
Bei den Spitzenweingütern herrscht in diesem Jahr im Gesamtbild Gleichstand. Frank Schönlebers Große Gewächse überzeugen ebenso wie alle anderen Rieslinge seiner Kollektion mit ihrer kristallinen, mineralischen Art. Bei Tim Fröhlich bekommt man neben den gewohnt frischen und präzisen Rieslingen auch sehr feine weiße Burgunder mit eigener Handschrift. Das Weingut Dönnhoff wurde in diesem Jahr besonders hart vom Frost getroffen. Umso beachtenswerter was Cornelius Dönnhoff präsentieren konnte. Seine filigranen Großen Gewächse aus der Hermannshöhle und aus dem Dellchen sowie die beiden prächtigen Spätlesen ragen bei den Spitzenweinen an der Nahe ein kleines Stück hervor.
Das Weinjahr 2024 brachte große Herausforderungen für die Nahewinzer. Viele von ihnen wurden Ende April vom Spätfrost in mehreren aufeinander folgenden Nächten stark gebeutelt. Ein kalter Ostwind ließ die Temperaturen in manchen Lagen auf bis zu -5°C fallen und beschädigte die austreibenden Rebstöcke nachhaltig. An der Oberen und Mittleren Nahe waren die Weinberge am stärksten betroffen. Zwischen Norheim und Monzingen führte der Kälteeinbruch bei einigen Winzern in der Spitze zu mehr als 75 Prozent Ernteausfall, in einzelnen Weinbergen gab es sogar so große Schäden, dass eine Ernte sich nicht mehr lohnte. Auch im Alsenztal konnte man nur sehr geringe Mengen ernten, an der unteren Nahe hielten sich die Frostschäden hingegen in Grenzen. Recht hohe Niederschlagsmengen im Jahresverlauf haben sich zusätzlich negativ auf die Mengen ausgewirkt. So hat man an der Nahe 2024 eine kleine Ernte eingefahren.
Der insgesamt etwas kühlere Jahresverlauf im Vergleich zu den Vorjahren hat frische und eher schlanke Weine hervorgebracht. Die Rieslinge sind sehr mineralisch und geradezu knackig, die weißen Burgunder fein saftig und elegant. Auch die Sauvignon Blanc – wie man sie in besonderer Qualität beim Weingut Genheimer Kiltz in Gutenberg bekommt – sind sehr frisch und präzise. Insgesamt merkt man in den Weißweinen viel Terroir in diesem Jahr, eine Stärke der Nahe mit ihrer Vielfalt an Böden. Besonders gut haben uns wieder einmal die ausdrucksstarken Sekte von Heiko Bamberger aus Meddersheim gefallen, die sehr aromatisch, animierend und fein sind; dass die Bambergers in Zukunft einen (noch) größeren Fokus auf die Schaumweinproduktion legen wollen, erscheint folgerichtig, da die Nachfrage nach deutschen (Spitzen-) Sekten stetig wächst.
Ein Geheimtipp als verlässliche Quelle für geschliffenen Riesling ist das kleine Weingut von Holger Alt. Seine Weinberge in Monzingen haben stark unter dem Frost gelitten, dafür sind die geringen Mengen, die er produziert hat, in diesem Jahr besonders fein. Markus Hees aus Auen beweist einmal mehr, dass er sowohl von Riesling als auch von Weißburgunder viel versteht, die ganze Kollektion überzeugt. Eine Vielfalt an aromatischen, ausgewogenen und charaktervollen Weinen präsentiert das Demeter-Weingut Zwölberich in Langenlonsheim, das unter neuer Führung durchstarten möchte. Ein starkes Debüt gibt Viktoria Peitz mit ihrer Vi.P-Weine genannten Linie. Stark sind auch die Weine der Familie Sinß aus Windesheim. Ob Riesling oder weiße und rote Burgunder, alle Weine sind fein balanciert, ein Geheimtipp ist die aromatische Scheurebe.
Bei den Spitzenweingütern herrscht in diesem Jahr im Gesamtbild Gleichstand. Frank Schönlebers Große Gewächse überzeugen ebenso wie alle anderen Rieslinge seiner Kollektion mit ihrer kristallinen, mineralischen Art. Bei Tim Fröhlich bekommt man neben den gewohnt frischen und präzisen Rieslingen auch sehr feine weiße Burgunder mit eigener Handschrift. Das Weingut Dönnhoff wurde in diesem Jahr besonders hart vom Frost getroffen. Umso beachtenswerter was Cornelius Dönnhoff präsentieren konnte. Seine filigranen Großen Gewächse aus der Hermannshöhle und aus dem Dellchen sowie die beiden prächtigen Spätlesen ragen bei den Spitzenweinen an der Nahe ein kleines Stück hervor.
Die Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte deutsche Anbaugebiet mit etwa einem Viertel der gesamten deutschen Rebfläche. In der Pfalz spiegelte sich in den letzten Jahren sehr deutlich der Umbruch wider, der in Deutschland in den Weinbergen stattfand: Weg von weißen Sorten und hin zu roten Sorten. Mit Ausnahme von Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay, sowie einiger Spezialitäten wie Rieslaner oder Auxerrois, nehmen alle weißen Sorten im Anbau ab. Alle roten Sorten hatten in den letzten Jahren starke Zuwachsraten, allen voran der Dornfelder. Über 3.000 Hektar Dornfelder gibt es inzwischen in der Pfalz, Tendenz inzwischen rückläufig. Damit ist Dornfelder mit fast 13 Prozent nach Riesling (fast 24 Prozent) die meistangebaute Rebsorte. In der Pfalz gibt es inzwischen 39 Prozent rote Sorten in den Weinbergen. Nicht nur Dornfelder, selbst der oft geschmähte Portugieser gewinnt dazu, aber auch Spätburgunder und internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Recht häufig findet man reinsortige Dunkelfelder (auch barriqueausgebaut) in der Pfalz, eine Sorte, die einst als Deckrotwein eingesetzt wurde. Sehr interessant und beachtenswert ist der Sankt Laurent, einst eine Südpfälzer Spezialität, heute aber auch im Norden der Pfalz, sowie in Rheinhessen und anderen deutschen Anbaugebieten immer häufiger zu finden. Immer öfter findet man auch die Württemberger Spezialität Lemberger.
Bei den weißen Sorten führt in der Anbaustatistik Riesling. Es folgen Müller-Thurgau, Grauburgunder, Kerner und Weißburgunder. Müller-Thurgau und Kerner, aber auch andere einst weit verbreitete Neuzüchtungen wie Morio-Muskat, Huxelrebe, Bacchus, Optima oder Faberrebe nehmen im Anbau ab, auch der Silvaner. Hingegen versuchen immer mehr Winzer sich mit Weiß- und Grauburgunder, sowie Chardonnay zu profilieren. Als Spezialität immer beliebter ist Auxerrois, und auch der Gelbe Muskateller findet neue Anhänger. Und jeder Winzer in der Pfalz scheint inzwischen Sauvignon Blanc anzubauen!
Das Leiningerland, der nördlichste Teil der Pfalz, hat bisher noch kein klares Profil. Was kein Nachteil sein muss, im Gegenteil. Es ist eine Chance, nämlich die, sich von der Mittelhaardt abzugrenzen. Ob mit Weiß- oder Rotwein, Riesling oder eher den Burgundersorten, wird die Zukunft zeigen. Wobei vieles für Riesling spricht, die Weine werden immer spannender. Und für Rotwein natürlich.
Die Weine der Mittelhaardt waren lange Zeit für das Renommee der ganzen Region Pfalz maßgeblich. Von Herxheim über Kallstadt nach Bad Dürkheim und dann weiter über Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bis nach Neustadt reihen sich weltberühmte Weinorte und Lagen aneinander. Die Mittelhaardt und die Weingüter hier stehen für Riesling. Viele der renommierten Betriebe waren Anfang der neunziger Jahre nur noch ein Schatten ihrer selbst. Dann setzten sie konsequent auf Qualität und seither produzierten sie wieder Weine, die zu den besten in der Pfalz gehören.
In der Südpfalz geht es seit mehr als einem Jahrzehnt stetig bergauf. Früher haben die meisten Winzer in der Südpfalz vom Fassweinverkauf gelebt. Inzwischen aber kommen Jahr für Jahr mehr Spitzenweine aus diesem Teil der Pfalz. Jedes Jahr gibt es mehr bemerkenswerte Weißburgunder und Grauburgunder, Spätburgunder und Chardonnay, aber auch Rieslinge. Neben den genannten Sorten gibt es als Spezialitäten – das Elsass lässt grüßen – Muskateller, Gewürztraminer und Auxerrois.
Es wird nicht langweilig in der Pfalz! Es ist schon erstaunlich, mit welcher Regelmäßigkeit jedes Jahr neue Namen auftauchen, die uns mit ihren Qualitäten überzeugen können. Erfreulicherweise verteilen sich die Neuvorstellungen über die ganze Pfalz: Dennis Wolf aus Großkarlbach hat uns mit einer kleinen, absolut eigenständigen Kollektion überrascht, auch wenn er leider aus persönlichen Gründen nach den jetzt vorgestellten Weinen erst in einigen Jahren wieder Wein in der Pfalz machen wird, Erpolzheim war bisher ein weißer Fleck auf unserer Pfalzweinkarte, das ändert sich jetzt mit dem Bioweingut Kohl, Karsten Peter aus Bad Dürkheim ist kein Unbekannter, war sowohl mit seinem elterlichen Weingut Castel Peter als auch als Geschäftsführer und Kellermeister des Guts Hermannsberg an der Nahe schon im Buch vertreten, in sein neues Weingut fließen also jede Menge Erfahrung und Können. In der Südpfalz überzeugt Marcel Fischer vom St. Georgenhof in Billigheim-Ingenheim nicht nur mit einer ungewöhnlichen Cuvée aus Chenin Blanc und Sauvignon Blanc, ein paar Kilometer weiter nutzt die Familie Kast in ihrem Kaiserberghof das Potential ihrer guten Lagen an der Ilbesheimer Kalmit und im Kirrweiler Weinhaus Zöller kann sich Junior Felix Zöller im Keller profilieren. Dann ist da noch unsere Entdeckung des Jahres in der Pfalz, das Weingut Stolleis in Neustadt, ein Weingut mit reichlich Tradition, das Hans-Christoph Stolleis, seit er 2021 den Betrieb übernahm, konsequent auf Qualität ausrichtet – mit Erfolg, wie wir meinen. Zudem konnten wir etliche spannende Weingüter, die jeweils mehrere Jahre nicht an unseren Verkostungen teilgenommen hatten, jetzt wieder im Buch begrüßen, zum Teil auch direkt mit Aufwertungen: Krebs aus Freinsheim, das Weingut am Nil in Kallstadt, Jaillet aus Ruppertsberg, Mehling aus Deidesheim, Eugen Wambsganß aus Landau-Nußdorf und Siener aus Birkweiler melden sich alle mit sehr überzeugenden Kollektionen zurück.
Unter den Aufwertungen in der Betriebsbewertung haben in diesem Jahr gleich drei Weingüter den Aufstieg in die Vier-Sterne-Kategorie geschafft. Bei allen freut uns, dass junge Winzer am Werk sind, von denen in der Zukunft noch einiges zu erwarten sein dürfte: In Godramstein setzen Friedrich und Nico Keßler neue Akzente bei den weißen Burgundersorten im immer schon verlässlich guten Weingut Münzberg, Lukas Reinhardt erzeugt in Ruppertsberg nicht nur spannende Rieslinge und sehr gute Sekte und auch Gabriel und Simon Scheuermann in Niederkirchen, sind Allrounder, überzeugen mit Riesling, Chardonnay, Pinot Noir und immer mehr auch mit ihren Sekten. Deshalb küren wir Sie zu unserem Aufsteiger des Jahres in der Pfalz. Die Wahl zum Weingut des Jahres in der Pfalz fiel uns leicht: Kein anderer Betrieb hat in diesem Jahr rundum so überzeugt wie das Weingut Rings aus Freinsheim. Steffen und Andreas Rings haben sich längst nicht nur in der Pfalz, sondern auch bundesweit in der Spitze etabliert. Kein Grund für die Beiden stillzustehen, sondern eher Ansporn, sich immer weiterzuentwickeln – in diesem Jahr unter anderem mit einem faszinierenden Chardonnay und einem enorm beeindruckenden Sekt.
Es wird nicht langweilig in der Pfalz! Es ist schon erstaunlich, mit welcher Regelmäßigkeit jedes Jahr neue Namen auftauchen, die uns mit ihren Qualitäten überzeugen können. Erfreulicherweise verteilen sich die Neuvorstellungen über die ganze Pfalz: Dennis Wolf aus Großkarlbach hat uns mit einer kleinen, absolut eigenständigen Kollektion überrascht, auch wenn er leider aus persönlichen Gründen nach den jetzt vorgestellten Weinen erst in einigen Jahren wieder Wein in der Pfalz machen wird, Erpolzheim war bisher ein weißer Fleck auf unserer Pfalzweinkarte, das ändert sich jetzt mit dem Bioweingut Kohl, Karsten Peter aus Bad Dürkheim ist kein Unbekannter, war sowohl mit seinem elterlichen Weingut Castel Peter als auch als Geschäftsführer und Kellermeister des Guts Hermannsberg an der Nahe schon im Buch vertreten, in sein neues Weingut fließen also jede Menge Erfahrung und Können. In der Südpfalz überzeugt Marcel Fischer vom St. Georgenhof in Billigheim-Ingenheim nicht nur mit einer ungewöhnlichen Cuvée aus Chenin Blanc und Sauvignon Blanc, ein paar Kilometer weiter nutzt die Familie Kast in ihrem Kaiserberghof das Potential ihrer guten Lagen an der Ilbesheimer Kalmit und im Kirrweiler Weinhaus Zöller kann sich Junior Felix Zöller im Keller profilieren. Dann ist da noch unsere Entdeckung des Jahres in der Pfalz, das Weingut Stolleis in Neustadt, ein Weingut mit reichlich Tradition, das Hans-Christoph Stolleis, seit er 2021 den Betrieb übernahm, konsequent auf Qualität ausrichtet – mit Erfolg, wie wir meinen. Zudem konnten wir etliche spannende Weingüter, die jeweils mehrere Jahre nicht an unseren Verkostungen teilgenommen hatten, jetzt wieder im Buch begrüßen, zum Teil auch direkt mit Aufwertungen: Krebs aus Freinsheim, das Weingut am Nil in Kallstadt, Jaillet aus Ruppertsberg, Mehling aus Deidesheim, Eugen Wambsganß aus Landau-Nußdorf und Siener aus Birkweiler melden sich alle mit sehr überzeugenden Kollektionen zurück.
Unter den Aufwertungen in der Betriebsbewertung haben in diesem Jahr gleich drei Weingüter den Aufstieg in die Vier-Sterne-Kategorie geschafft. Bei allen freut uns, dass junge Winzer am Werk sind, von denen in der Zukunft noch einiges zu erwarten sein dürfte: In Godramstein setzen Friedrich und Nico Keßler neue Akzente bei den weißen Burgundersorten im immer schon verlässlich guten Weingut Münzberg, Lukas Reinhardt erzeugt in Ruppertsberg nicht nur spannende Rieslinge und sehr gute Sekte und auch Gabriel und Simon Scheuermann in Niederkirchen, sind Allrounder, überzeugen mit Riesling, Chardonnay, Pinot Noir und immer mehr auch mit ihren Sekten. Deshalb küren wir Sie zu unserem Aufsteiger des Jahres in der Pfalz. Die Wahl zum Weingut des Jahres in der Pfalz fiel uns leicht: Kein anderer Betrieb hat in diesem Jahr rundum so überzeugt wie das Weingut Rings aus Freinsheim. Steffen und Andreas Rings haben sich längst nicht nur in der Pfalz, sondern auch bundesweit in der Spitze etabliert. Kein Grund für die Beiden stillzustehen, sondern eher Ansporn, sich immer weiterzuentwickeln – in diesem Jahr unter anderem mit einem faszinierenden Chardonnay und einem enorm beeindruckenden Sekt.
Denkt man an das Rheingau, fallen einem nur zwei Rebsorten ein: Riesling und Spätburgunder. Mit 79 bzw. 12 Prozent Anteil dominieren sie die Weinberge. Neben Riesling und Spätburgunder bringt es allein der Müller-Thurgau auf mehr als ein Prozent der Rheingauer Rebfläche. Immer häufiger angepflanzt wird derzeit Weißburgunder.
In den beiden letzten Jahrzehnten hat man im Rheingau am meisten mit edelsüßem Riesling von sich reden gemacht. Und mit dem Begriff „Erstes Gewächs“. Bei dem sich ebenfalls der Rheingauer Trend hin zu mehr Süße zeigt. Denn in der Praxis handelt es sich bei den Ersten Gewächsen meistens um – nach bisherigem Verständnis – halbtrockene Weine; inzwischen haben zumindest die VDP-Betriebe den Restzucker bei ihren Großen Gewächsen – Erstes Gewächs mag man nicht mehr heißen, wird dies doch international als Premier Cru verstanden und eben nicht als Grand Cru – die Restzucker-Grenze auf 9 Gramm festgesetzt.
In keiner anderen Region nimmt eine Rebsorte einen so hohen Anteil an der Rebfläche ein wie im Rheingau: Fast vier Fünftel der Weinberge sind mit Riesling bestockt. Und diese Konzentration auf eine Rebsorte zahlt sich aus, im Rheingau spielt man die ganze Klaviatur von Riesling-Sekt über trockenen Riesling bis hin zu edelsüßen Weinen. Allerdings war es nicht einfach in einem Jahrgang wie 2024 edelsüße Rieslinge zu erzeugen, ein enormer Selektionsaufwand war vonnöten. Trotzdem gibt es edelsüße Spitzen, beim Kiedricher Weingut Robert Weil wie gewohnt, dafür in geringerer Menge und angeführt von einer wunderbar „leichten“ Trockenbeerenauslese, auch die Brüder Spreitzer haben eine Trockenbeerenauslese geerntet, Carl Ehrhard glänzt mit einer konzentrierten Auslese.
Bei trockenen Weißweinen sind P.J. Kühn und Weil besser denn je, und die Rüdesheimer Spitzenwinzer sind ohnehin immer oben mit dabei, Theresa Breuer, Carl Ehrhard oder Johannes Leitz. Allerdings können nicht alle trockenen Rieslinge überzeugen, hinterlässt doch die oft übertrieben hohe Restsüße, gerade auch bei Großen Gewächsen, manchmal einen „süßsauren“ Eindruck.
Aber auch beim Spätburgunder ist das Rheingau besser denn je, was vor allem dem Weingut Chat Sauvage zu verdanken ist mit seiner großartigen Kollektion, aber auch Weingüter wie Krone und Kaufmann, Corvers-Kauter und Robert König spielen ganz oben mit. Chat Sauvage und König gehören auch zu unseren Aufsteigern des Jahres ebenso wie Carl Ehrhard und das Weingut Georg-Müller-Stiftung. Auch einige Neuaufnahmen gibt es zu vermelden mit den Weingüter Peter und Christine Keßler und Kurt Bug aus Oestrich-Winkel sowie der Weinmanufaktur Alexander Venino in Flörsheim am Main
In keiner anderen Region nimmt eine Rebsorte einen so hohen Anteil an der Rebfläche ein wie im Rheingau: Fast vier Fünftel der Weinberge sind mit Riesling bestockt. Und diese Konzentration auf eine Rebsorte zahlt sich aus, im Rheingau spielt man die ganze Klaviatur von Riesling-Sekt über trockenen Riesling bis hin zu edelsüßen Weinen. Allerdings war es nicht einfach in einem Jahrgang wie 2024 edelsüße Rieslinge zu erzeugen, ein enormer Selektionsaufwand war vonnöten. Trotzdem gibt es edelsüße Spitzen, beim Kiedricher Weingut Robert Weil wie gewohnt, dafür in geringerer Menge und angeführt von einer wunderbar „leichten“ Trockenbeerenauslese, auch die Brüder Spreitzer haben eine Trockenbeerenauslese geerntet, Carl Ehrhard glänzt mit einer konzentrierten Auslese.
Bei trockenen Weißweinen sind P.J. Kühn und Weil besser denn je, und die Rüdesheimer Spitzenwinzer sind ohnehin immer oben mit dabei, Theresa Breuer, Carl Ehrhard oder Johannes Leitz. Allerdings können nicht alle trockenen Rieslinge überzeugen, hinterlässt doch die oft übertrieben hohe Restsüße, gerade auch bei Großen Gewächsen, manchmal einen „süßsauren“ Eindruck.
Aber auch beim Spätburgunder ist das Rheingau besser denn je, was vor allem dem Weingut Chat Sauvage zu verdanken ist mit seiner großartigen Kollektion, aber auch Weingüter wie Krone und Kaufmann, Corvers-Kauter und Robert König spielen ganz oben mit. Chat Sauvage und König gehören auch zu unseren Aufsteigern des Jahres ebenso wie Carl Ehrhard und das Weingut Georg-Müller-Stiftung. Auch einige Neuaufnahmen gibt es zu vermelden mit den Weingüter Peter und Christine Keßler und Kurt Bug aus Oestrich-Winkel sowie der Weinmanufaktur Alexander Venino in Flörsheim am Main
Zwei Faktoren scheinen maßgeblich für den erfolgreichen Wandel der Region. Einmal der Erfolg von Klaus Keller in Flörsheim-Dalsheim, der vielen Winzern gezeigt hat, dass rheinhessischer Wein in Deutschland Spitze sein kann, Wittmann und andere bestätigen dies. Wichtig war aber auch die Initiative der „Selection Rheinhessen“: Die Winzer haben gesehen und geschmeckt, dass man bei Ertragsbeschränkung bessere Weine machen kann. Und sie haben gemerkt, dass man diese bessere Qualität auch besser bezahlt bekommt.
Der Wandel in Rheinhessen hat sich auch in den Weinbergen vollzogen. Hier, wie in anderen deutschen Regionen auch, hat man in den letzten Jahren begonnen, viele der Neuzüchtungen wieder nach und nach aus den Rebgärten zu eliminieren. Der Trend zu internationalen Sorten und Rotweinsorten brachte neue Rebsorten ins Land. In den nächsten Jahren werden sicherlich innerhalb Rheinhessens einzelne Regionen sich mit speziellen Weintypen und/oder Rebsorten stärker profilieren.
Wichtigste Rebsorte mit einem Anteil von über 16 Prozent seit kurzem Riesling, der den lange führenden Müller-Thurgau (ebenfalls 16 Prozent) überholt hat, an dritter Stelle folgt Dornfelder (13 Prozent). Dornfelder boomte in Rheinhessen wie nirgendwo in Deutschland. Der Boom ist vorbei, und das ist gut so. Der Silvaneranbau ist weiter zurückgegangen, nur noch knapp 9 Prozent der Fläche nimmt die einst in Rheinhessen so populäre Rebsorte ein. Auf den nächsten Plätzen folgen Portugieser, Spätburgunder, Grauburgunder (legt kräftig zu!) und Weißburgunder (der ebenfalls kräftig zulegt). Hinzu kommen Scheurebe und Huxelrebe, die fast schon etwas wie rheinhessische Spezialitäten geworden sind, Kerner, Faberrebe und Bacchus. Chardonnay, Gewürztraminer, Riesling und die Burgundersorten legen zu, alle anderen weißen Sorten nehmen im Anbau ab. An roten Sorten findet man neben Dornfelder und Spätburgunder noch Frühburgunder, Cabernet Sauvignon und Merlot. Die Rotweinfläche in Rheinhessen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt, ist inzwischen aber wie so oft in Deutschland wieder rückläufig, der Anteil an der gesamten Rebfläche beträgt heute 31 Prozent.
Bei der Vielzahl von fast 3000 Erzeugern, die in Rheinhessen selbst Wein vermarkten, ist es nicht einfach, alle interessanten Winzer zu finden. Jahr für Jahr verkosten wir Weine von recht vielen uns zuvor nicht bekannten Winzern. Und Jahr für Jahr finden wieder schöne Überraschungen darunter, Weingüter mit zuverlässigen und in der Regel sehr preiswerten Weinen. Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: Eine Vielzahl junger Talente wächst in der Region heran.
Entgegen dem bundesweiten Trend wächst die Rebfläche in Rheinhessen weiterhin – und auch die Erträge haben sich nach dem vom Hagel geplagten 2023er Jahrgang erholt. Zwar hatten viele Betriebe erneut mit Spätfrost zu kämpfen und nicht alle Weine konnten wie im Vorjahr produziert werden, doch die Qualitäten, insbesondere in der Spitze, sind beeindruckend hoch. Im weißen Bereich setzen die Rieslinge weiterhin Maßstäbe. In unseren Schlussverkostungen stehen sie regelmäßig ganz oben – nicht nur dank Altmeistern wie Wittmann, sondern auch durch die konstant starke Präsenz von Bischel, Knewitz, Braunewell und Wagner-Stempel. Karl May und Weinreich rücken ebenfalls immer näher an die Spitzengruppe heran. Darüber hinaus machen auch Betriebe wie Becker-Landgraf, Frey und Engel mit spannenden Rieslingen zunehmend auf sich aufmerksam.
Auch bei den weißen Burgundersorten bleibt Rheinhessen vielseitig: Besonders hervorzuheben sind Chardonnay von Bischel, Knewitz, Wittmann und Milch, aber auch Moritz Kissinger setzt mit seiner naturweingeprägten Stilistik deutliche Akzente. Beim Weißburgunder liegen Bischel und Kissinger vorne, daneben haben auch Betriebe wie Neef-Emmich und Hofmann in diesem Jahr ganz starke Weine. Auch Sauvignon Blanc wird wichtiger, bei dem Weedenborn einmal mehr seine klare Spezialistenrolle bestätigt, während auch Hofmann und Peth-Wetz sehr überzeugende Weine vorgestellt haben.
Im roten Segment zeigt sich Rheinhessen spannender denn je. Besonders die Spätburgunder von Bischel, Braunewell, Thörle und neuerdings auch Knewitz belegen, dass die Region längst nicht nur im Weißweinbereich zur Spitze gehört. Daneben sind auch die internationalen roten Sorten eindrucksvoll: Peth-Wetz bleibt mit seinen kraftvollen Bordeaux-Cuvées und weiteren Rotweinen einzigartig, diese klare Profilierung zahlt sich aus, aber auch Spiess in Bechtheim ist in dieser Kategorie stark.
Zu den Aufsteigern zählen neben Peth-Wetz auch das auf Chardonnay spezialisierte und in diesem Jahr besonders überzeugende Weingut Milch, aber auch die Weingüter Geil in Bechtheim sowie Heiligenblut in Alzey. Letzteres sorgt mit seiner auf Riesling fokussierten Kollektion für Furore, macht einen großen Sprung nach vorne, ist unser Aufsteiger des Jahres in Rheinhessen. Mit Mett & Weidenbach sowie Arndt Werner steigen zudem zwei starke Betriebe mit Fokus auf Burgundersorten auf, die gemeinsam mit Wasem und Bettenheimer die Ingelheimer Rotweintradition neu beleben. Es ist erfreulich zu beobachten, dass sich neben den genannten Betrieben eine Vielzahl weiterer Weingüter kontinuierlich positiv entwickelt, die Dynamik in Rheinhessen ungebrochen hoch ist.
Zu den Neuaufnahmen zählen die Weingüter Hamm aus Ingelheim, Kruppenbacher aus Jugenheim, Tischleder aus Bingen und Jung aus Undenheim, die ein starkes Debüt hingelegt haben. Eine besondere Entdeckung stellt „Lena macht Sekt“ von Lena Singer-Fischer dar: Sie steigt als Neuaufnahme direkt mit Höchstbewertung ein und ist gleichzeitig unsere bundesweite Entdeckung des Jahres. Damit positioniert sie sich auf Anhieb ganz vorne, hinter Weingütern wie Raumland und Braunewell, die auch in diesem Jahr die Spitze der rheinhessischen Sektszene bilden. Braunewell erhält zudem unsere Auszeichnung für die Kollektion des Jahres in Rheinhessen – aufgrund der außergewöhnlichen Bandbreite und Konstanz des Betriebes.
Entgegen dem bundesweiten Trend wächst die Rebfläche in Rheinhessen weiterhin – und auch die Erträge haben sich nach dem vom Hagel geplagten 2023er Jahrgang erholt. Zwar hatten viele Betriebe erneut mit Spätfrost zu kämpfen und nicht alle Weine konnten wie im Vorjahr produziert werden, doch die Qualitäten, insbesondere in der Spitze, sind beeindruckend hoch. Im weißen Bereich setzen die Rieslinge weiterhin Maßstäbe. In unseren Schlussverkostungen stehen sie regelmäßig ganz oben – nicht nur dank Altmeistern wie Wittmann, sondern auch durch die konstant starke Präsenz von Bischel, Knewitz, Braunewell und Wagner-Stempel. Karl May und Weinreich rücken ebenfalls immer näher an die Spitzengruppe heran. Darüber hinaus machen auch Betriebe wie Becker-Landgraf, Frey und Engel mit spannenden Rieslingen zunehmend auf sich aufmerksam.
Auch bei den weißen Burgundersorten bleibt Rheinhessen vielseitig: Besonders hervorzuheben sind Chardonnay von Bischel, Knewitz, Wittmann und Milch, aber auch Moritz Kissinger setzt mit seiner naturweingeprägten Stilistik deutliche Akzente. Beim Weißburgunder liegen Bischel und Kissinger vorne, daneben haben auch Betriebe wie Neef-Emmich und Hofmann in diesem Jahr ganz starke Weine. Auch Sauvignon Blanc wird wichtiger, bei dem Weedenborn einmal mehr seine klare Spezialistenrolle bestätigt, während auch Hofmann und Peth-Wetz sehr überzeugende Weine vorgestellt haben.
Im roten Segment zeigt sich Rheinhessen spannender denn je. Besonders die Spätburgunder von Bischel, Braunewell, Thörle und neuerdings auch Knewitz belegen, dass die Region längst nicht nur im Weißweinbereich zur Spitze gehört. Daneben sind auch die internationalen roten Sorten eindrucksvoll: Peth-Wetz bleibt mit seinen kraftvollen Bordeaux-Cuvées und weiteren Rotweinen einzigartig, diese klare Profilierung zahlt sich aus, aber auch Spiess in Bechtheim ist in dieser Kategorie stark.
Zu den Aufsteigern zählen neben Peth-Wetz auch das auf Chardonnay spezialisierte und in diesem Jahr besonders überzeugende Weingut Milch, aber auch die Weingüter Geil in Bechtheim sowie Heiligenblut in Alzey. Letzteres sorgt mit seiner auf Riesling fokussierten Kollektion für Furore, macht einen großen Sprung nach vorne, ist unser Aufsteiger des Jahres in Rheinhessen. Mit Mett & Weidenbach sowie Arndt Werner steigen zudem zwei starke Betriebe mit Fokus auf Burgundersorten auf, die gemeinsam mit Wasem und Bettenheimer die Ingelheimer Rotweintradition neu beleben. Es ist erfreulich zu beobachten, dass sich neben den genannten Betrieben eine Vielzahl weiterer Weingüter kontinuierlich positiv entwickelt, die Dynamik in Rheinhessen ungebrochen hoch ist.
Zu den Neuaufnahmen zählen die Weingüter Hamm aus Ingelheim, Kruppenbacher aus Jugenheim, Tischleder aus Bingen und Jung aus Undenheim, die ein starkes Debüt hingelegt haben. Eine besondere Entdeckung stellt „Lena macht Sekt“ von Lena Singer-Fischer dar: Sie steigt als Neuaufnahme direkt mit Höchstbewertung ein und ist gleichzeitig unsere bundesweite Entdeckung des Jahres. Damit positioniert sie sich auf Anhieb ganz vorne, hinter Weingütern wie Raumland und Braunewell, die auch in diesem Jahr die Spitze der rheinhessischen Sektszene bilden. Braunewell erhält zudem unsere Auszeichnung für die Kollektion des Jahres in Rheinhessen – aufgrund der außergewöhnlichen Bandbreite und Konstanz des Betriebes.
Weinbau ist urkundlich seit dem 10. Jahrhundert in der Region belegt. Mit der Gründung von Kloster Pforta 1138 wurde der Weinanbau forciert, die erste Weinlage der Mönche, der Pfortenser Köppelberg, ist seit 1154 urkundlich belegt. Die meisten Weinberge im Weinbaugebiet Saale-Unstrut liegen in den Tälern der beiden gleichnamigen Flüsse. Daneben gibt es noch nennenswerten Weinbau an den Mansfelder Seen (dem Süßen See, sowie den kleineren Bruder- und Kernersee, zwischen Halle und Lutherstadt Eisleben). Das Gros der Weinberge liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, aber auch die gut 100 Hektar Weinberge in Thüringen, wo ebenfalls seit tausend Jahren Wein angebaut wird, gehören zum Anbaugebiet Saale-Unstrut. Die wichtigsten Weinbauorte sind Naumburg und Freyburg.
Die Region besitzt ein eher kontinental geprägtes Klima mit kalten Wintern und recht warmen Sommern. Die Böden an Saale und Unstrut bestehen häufig aus Muschelkalk, teils auch aus Buntsandstein. Im Bereich der Mansfelder Seen wachsen die Reben auf Kupferschiefer.
Die Rebfläche hat sich in den letzten Jahren stetig erweitert, neue Weingüter wurden gegründet. Das Weingut Schloss Proschwitz aus Sachsen hat in Kromsdorf bei Weimar neue Weinberge angelegt in der historischen Lage Weimarer Poetenweg, wo der Boden aus Muschelkalk und Lössmergel besteht.
Die Rebfläche im Anbaugebiet Saale-Unstrut nimmt stetig zu, hat sich seit 1990 verdoppelt. Wichtigste Rebsorte ist Müller-Thurgau, gefolgt von Weißburgunder, Riesling und Silvaner. Während aber Müller-Thurgau und Weißburgunder zulegen, nimmt der Anteil des Silvaners ab. Dazu gibt es vor allem noch Bacchus, Kerner, Grauburgunder, Gutedel und Traminer. An roten Sorten, die auf 26 Prozent der Fläche angebaut werden, gibt es insbesondere Dornfelder, Portugieser – Portugieser war noch vor 30 Jahren quasi die einzige angebaute rote Rebsorte, wurde inzwischen aber von Dornfelder überholt – Spätburgunder, Regent, Zweigelt und Lemberger. Die Erträge im Anbaugebiet Saale-Unstrut sind auf Grund des Kontinentalklimas mit oft strengen Frösten recht starken Schwankungen unterworfen. Die Weine werden überwiegend trocken ausgebaut.
Spätfröste, Regen und wechselhaftes Wetter stellten die Winzer im Jahr 2024 vor große Herausforderungen, die sie glänzend gemeistert haben; die Erntemenge aber war klein.
„Zwei junge Weingüter geben Gas in der Region, das Weingut Böhme & Töchter in Gleina und das Weingut Hey in Naumburg, beide präsentieren ihre bisher besten Kollektionen“; diesen Satz vom Vorjahr können wir unverändert übernehmen und so stehen lassen, denn beide Betriebe haben sich auch mit der neuen Kollektion erneut gesteigert. Marika & Sandro Sperk vom Weingut Böhme & Töchter glänzen vor allem mit Weißburgunder und Riesling, inzwischen auch mit Chardonnay. Bei Matthias Hey steht der Riesling im Fokus, aber auch er kann mit hervorragendem Weißburgunder aufwarten. Das sind die Rebsorten, mit denen das Anbaugebiet aufhorchen lässt, auch wenn es auch aus anderen Rebsorten wie Traminer immer wieder spannende Weine gibt und auch Rotweine Potential besitzen.
Sören Siegmund, Sebastian Klingbeil und Daniel Zein vom Weinhaus Siegmund Klingbeil in Bad Bibra erzeugen die eigenständigsten Weine in der Region, auch bei ihnen hat uns Riesling besonders gut gefallen, dazu ein Silvaner aus dem Sandsteinei. Neu dabei ist Bernhard Pawis aus Zscheiplitz, und auch bei ihm haben wir einen Riesling am höchsten bewertet.
Der mit Abstand größte Erzeuger im Anbaugebiet, die Winzervereinigung Freyburg, bietet immer zuverlässige Qualität – wenn alle Winzergenossenschaften so gut arbeiten würden, müsste man sich weniger Sorgen machen um die Zukunft des Weinbaus in Deutschland.
Spätfröste, Regen und wechselhaftes Wetter stellten die Winzer im Jahr 2024 vor große Herausforderungen, die sie glänzend gemeistert haben; die Erntemenge aber war klein.
„Zwei junge Weingüter geben Gas in der Region, das Weingut Böhme & Töchter in Gleina und das Weingut Hey in Naumburg, beide präsentieren ihre bisher besten Kollektionen“; diesen Satz vom Vorjahr können wir unverändert übernehmen und so stehen lassen, denn beide Betriebe haben sich auch mit der neuen Kollektion erneut gesteigert. Marika & Sandro Sperk vom Weingut Böhme & Töchter glänzen vor allem mit Weißburgunder und Riesling, inzwischen auch mit Chardonnay. Bei Matthias Hey steht der Riesling im Fokus, aber auch er kann mit hervorragendem Weißburgunder aufwarten. Das sind die Rebsorten, mit denen das Anbaugebiet aufhorchen lässt, auch wenn es auch aus anderen Rebsorten wie Traminer immer wieder spannende Weine gibt und auch Rotweine Potential besitzen.
Sören Siegmund, Sebastian Klingbeil und Daniel Zein vom Weinhaus Siegmund Klingbeil in Bad Bibra erzeugen die eigenständigsten Weine in der Region, auch bei ihnen hat uns Riesling besonders gut gefallen, dazu ein Silvaner aus dem Sandsteinei. Neu dabei ist Bernhard Pawis aus Zscheiplitz, und auch bei ihm haben wir einen Riesling am höchsten bewertet.
Der mit Abstand größte Erzeuger im Anbaugebiet, die Winzervereinigung Freyburg, bietet immer zuverlässige Qualität – wenn alle Winzergenossenschaften so gut arbeiten würden, müsste man sich weniger Sorgen machen um die Zukunft des Weinbaus in Deutschland.
Weinbau in Sachsen wurde urkundlich erstmals 1161 erwähnt. Im ausgehenden Mittelalter (15. Jahrhundert) waren wohl etwa 4.000 Hektar in ganz Sachsen mit Reben bepflanzt, im 17. Jahrhundert sollen es 5.000 Hektar gewesen sein. 1840 gab es noch 1636 Hektar Reben, danach ging die Rebfläche dramatisch zurück. Dieser Rückgang begann schon vor dem Reblausbefall (ab 1887) durch die Industrialisierung, die den Weinbau als Wirtschaftsfaktor für Sachsen bedeutungslos werden ließ, die Ausdehnung der Hauptstadt und der Verkauf von Weinbergen als Bauland taten ein Übriges. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch ganze 60 Hektar Reben in Sachsen. Seit den Fünfziger Jahren aber haben vor allem Nebenerwerbswinzer dafür gesorgt, dass die Rebfläche nach und nach bis auf die heutige Größe anwuchs.
Der größte Teil der Weinberge wird von Nebenerwerbswinzern bewirtschaftet, die in der Winzergenossenschaft Meißen zusammengeschlossen sind. Drei große Betriebe zeichnen zusammen für drei Viertel allen sächsischen Weins verantwortlich: Die Sächsische Winzergenossenschaft in Meißen, das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth und Schloss Proschwitz.
Sachsen besitzt ein Kontinentalklima mit kalten Wintern und der Gefahr von Frühjahrsfrösten, aber recht heißen Sommern mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Das Haupt-Weinanbaugebiet in Sachsen liegt entlang der Elbe, flussabwärts von Pirna bis Diesbar. Die wichtigsten Weinbauzentren sind Radebeul (mit den Einzellagen Johannisberg, Goldener Wagen und Steinrücken) und Meißen (Einzellagen Kapitelberg, Ratsweinberg, Rosengründchen und Klausenberg, dazu Schloss Proschwitz und Proschwitzer Katzensprung). Daneben gibt es kleinere Weinbauflächen an der Schwarzen Elster (bei Jessen, Kleindröben im Bundesland Sachsen-Anhalt und bei Schlieben im Bundesland Brandenburg), die weinbaupolitisch zur Region Sachsen zählen, ebenso wie weitere neu angelegte Flächen in Brandenburg (Luckau, Ortrand, Neuzelle, Schenkendöbern).
Das Elbtal ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher geologischer Formationen. Hauptsächlich herrschen Granit-Syenit-Verwitterungsböden vor, aber man findet auch Sandstein, Löss, verschiedene Tonarten und Flusssand. Gut die Hälfte der Weinberge befindet sich in Hang- und Steillagen, wo die Weinberge oft in Terrassen angelegt sind.
Die wichtigsten Rebsorten sind Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. Es folgen an weißen Sorten Grauburgunder, Traminer, Kerner, Goldriesling, Scheurebe, Bacchus, Elbling, Solaris und Gutedel, etwas Kernling und Morio-Muskat. Aber auch rote Sorten (19 Prozent der Fläche) findet man immer häufiger, allen voran Spätburgunder und Dornfelder, aber auch Regent, Frühburgunder, Portugieser, Domina, Dunkelfelder und Schwarzriesling. Es zeichnet sich ein Trend ab hin zu den Burgundersorten. Die Weine werden überwiegend trocken ausgebaut, gesetzlich trocken, durchgegorene Weine sind selten geworden. Absatzprobleme gibt es keine, und so ist es nicht verwunderlich, dass man für sächsischen Wein hohe Preise zahlen muss und man ihn selten außerhalb der Region findet.
Weinbau in Sachsen wurde urkundlich erstmals 1161 erwähnt. Im ausgehenden Mittelalter (15. Jahrhundert) waren wohl etwa 4.000 Hektar in ganz Sachsen mit Reben bepflanzt, im 17. Jahrhundert sollen es 5.000 Hektar gewesen sein. 1840 gab es noch 1636 Hektar Reben, danach ging die Rebfläche dramatisch zurück. Dieser Rückgang begann schon vor dem Reblausbefall (ab 1887) durch die Industrialisierung, die den Weinbau als Wirtschaftsfaktor für Sachsen bedeutungslos werden ließ, die Ausdehnung der Hauptstadt und der Verkauf von Weinbergen als Bauland taten ein Übriges. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch ganze 60 Hektar Reben in Sachsen. Seit den Fünfziger Jahren aber haben vor allem Nebenerwerbswinzer dafür gesorgt, dass die Rebfläche nach und nach bis auf die heutige Größe anwuchs.
Der größte Teil der Weinberge wird von Nebenerwerbswinzern bewirtschaftet, die in der Winzergenossenschaft Meißen zusammengeschlossen sind. Drei große Betriebe zeichnen zusammen für drei Viertel allen sächsischen Weins verantwortlich: Die Sächsische Winzergenossenschaft in Meißen, das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth und Schloss Proschwitz.
Sachsen besitzt ein Kontinentalklima mit kalten Wintern und der Gefahr von Frühjahrsfrösten, aber recht heißen Sommern mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Das Haupt-Weinanbaugebiet in Sachsen liegt entlang der Elbe, flussabwärts von Pirna bis Diesbar. Die wichtigsten Weinbauzentren sind Radebeul (mit den Einzellagen Johannisberg, Goldener Wagen und Steinrücken) und Meißen (Einzellagen Kapitelberg, Ratsweinberg, Rosengründchen und Klausenberg, dazu Schloss Proschwitz und Proschwitzer Katzensprung). Daneben gibt es kleinere Weinbauflächen an der Schwarzen Elster (bei Jessen, Kleindröben im Bundesland Sachsen-Anhalt und bei Schlieben im Bundesland Brandenburg), die weinbaupolitisch zur Region Sachsen zählen, ebenso wie weitere neu angelegte Flächen in Brandenburg (Luckau, Ortrand, Neuzelle, Schenkendöbern).
Das Elbtal ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher geologischer Formationen. Hauptsächlich herrschen Granit-Syenit-Verwitterungsböden vor, aber man findet auch Sandstein, Löss, verschiedene Tonarten und Flusssand. Gut die Hälfte der Weinberge befindet sich in Hang- und Steillagen, wo die Weinberge oft in Terrassen angelegt sind.
Die wichtigsten Rebsorten sind Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. Es folgen an weißen Sorten Grauburgunder, Traminer, Kerner, Goldriesling, Scheurebe, Bacchus, Elbling, Solaris und Gutedel, etwas Kernling und Morio-Muskat. Aber auch rote Sorten (19 Prozent der Fläche) findet man immer häufiger, allen voran Spätburgunder und Dornfelder, aber auch Regent, Frühburgunder, Portugieser, Domina, Dunkelfelder und Schwarzriesling. Es zeichnet sich ein Trend ab hin zu den Burgundersorten. Die Weine werden überwiegend trocken ausgebaut, gesetzlich trocken, durchgegorene Weine sind selten geworden. Absatzprobleme gibt es keine, und so ist es nicht verwunderlich, dass man für sächsischen Wein hohe Preise zahlen muss und man ihn selten außerhalb der Region findet.
2024 war ein betrüblicher Jahrgang für Sachsens Winzer, der Regen, auch während der Ernte, stellte sie vor große Herausforderungen, aber es waren vor allem die heftigen Frühjahrsfröste, die die größten Sorgen bereiteten und dafür verantwortlich waren, dass die Erntemenge sehr gering ausfiel.
Und diese Frühjahrsfröste sind auch dafür verantwortlich, dass wir in diesem Jahr nur ein einziges Weingut aus dem Anbaugebiet vorstellen, das Weingut Schloss Proschwitz.
Schloss Proschwitz hat überwiegend Weine der Jahrgänge 2023 und 2022 präsentiert, aber mit dem Traminer vom Weingut Schloss Proschwitz auch einen ganz starken 2024er. Lange Zeit hatte man bei Schloss Proschwitz vor allem auf die Burgundersorten gesetzt, und oft waren die Spätburgunder die betriebsinternen Spitzenweine, im weißen Segment oft Weißburgunder und Grauburgunder. Unter neuer Führung wurden neue Weine eingeführt, nicht nur die Traminer vom erwähnten Seusslitzer Closterberg, der vom VDP als Erste Lage klassifiziert wurde, sondern auch die neuen „unexpected“ genannten Weine mit Chardonnay und Scheurebe. Und wir konnten einen Riesling Großes Gewächs Schloss Proschwitz verkosten, der sich zusammen mit dem Traminer an die Spitze des weißen Teils der Kollektion setzt.
2024 war ein betrüblicher Jahrgang für Sachsens Winzer, der Regen, auch während der Ernte, stellte sie vor große Herausforderungen, aber es waren vor allem die heftigen Frühjahrsfröste, die die größten Sorgen bereiteten und dafür verantwortlich waren, dass die Erntemenge sehr gering ausfiel.
Und diese Frühjahrsfröste sind auch dafür verantwortlich, dass wir in diesem Jahr nur ein einziges Weingut aus dem Anbaugebiet vorstellen, das Weingut Schloss Proschwitz.
Schloss Proschwitz hat überwiegend Weine der Jahrgänge 2023 und 2022 präsentiert, aber mit dem Traminer vom Weingut Schloss Proschwitz auch einen ganz starken 2024er. Lange Zeit hatte man bei Schloss Proschwitz vor allem auf die Burgundersorten gesetzt, und oft waren die Spätburgunder die betriebsinternen Spitzenweine, im weißen Segment oft Weißburgunder und Grauburgunder. Unter neuer Führung wurden neue Weine eingeführt, nicht nur die Traminer vom erwähnten Seusslitzer Closterberg, der vom VDP als Erste Lage klassifiziert wurde, sondern auch die neuen „unexpected“ genannten Weine mit Chardonnay und Scheurebe. Und wir konnten einen Riesling Großes Gewächs Schloss Proschwitz verkosten, der sich zusammen mit dem Traminer an die Spitze des weißen Teils der Kollektion setzt.
Württemberg ist der Fläche nach das viertgrößte deutsche Weinbaugebiet. Hier werden drei Viertel der Ernte über Genossenschaften vermarktet. Neben der Ahr ist Württemberg das einzige deutsche Anbaugebiet, in dem mehr rote als weiße Trauben angebaut werden, 70 Prozent. Wichtigste rote Rebsorte und Württemberger Spezialität ist der Trollinger, der 20 Prozent der Fläche einnimmt. Weitere bedeutende Rotweinsorten sind Lemberger (in Österreich Blaufränkisch genannt), Schwarzriesling (der „Pinot Meunier“ der Champagne) und Spätburgunder. Hinzu kommen Spezialitäten wie Samtrot, Clevner oder Muskattrollinger. Vor allem im Remstal findet man immer häufiger auch Zweigelt und Merlot.
Bei den weißen Sorten dominiert der Riesling, der knapp 19 Prozent der gesamten Rebfläche einnimmt, aber in den letzten Jahren etwas an Boden verloren hat. Hinzu kommen, mit weitem Abstand, Kerner, Müller-Thurgau und Silvaner. In letzter Zeit findet man auch immer häufiger Weiß- und Grauburgunder, sowie Chardonnay. Auch Sauvignon Blanc wird inzwischen von einigen Weingütern mit viel Erfolg angebaut, vor allem im Remstal.
Vor allem mit ihren Rotweinen haben Württemberger Winzer in den vergangenen Jahren für Furore gesorgt. Mit Spätburgunder und Lemberger, mehr noch aber mit Cuvées. Dazu kristallisieren sich Zweigelt und Merlot immer mehr als interessante Spezialitäten heraus. Bei den Weißweinen haben Württemberger Rieslinge es schwer. Nicht wegen ihrer Qualität, sondern vor allem deshalb, weil sie nicht dem von Rhein und Mosel geprägten Geschmacksbild entsprechen. Außerhalb Württembergs wenig bekannt sind edelsüße Weine aus Württemberg, die immer wieder ganz hervorragend ausfallen.
Württemberg ist der Fläche nach das viertgrößte deutsche Weinbaugebiet. Hier werden drei Viertel der Ernte über Genossenschaften vermarktet. Neben der Ahr ist Württemberg das einzige deutsche Anbaugebiet, in dem mehr rote als weiße Trauben angebaut werden, 70 Prozent. Wichtigste rote Rebsorte und Württemberger Spezialität ist der Trollinger, der 20 Prozent der Fläche einnimmt. Weitere bedeutende Rotweinsorten sind Lemberger (in Österreich Blaufränkisch genannt), Schwarzriesling (der „Pinot Meunier“ der Champagne) und Spätburgunder. Hinzu kommen Spezialitäten wie Samtrot, Clevner oder Muskattrollinger. Vor allem im Remstal findet man immer häufiger auch Zweigelt und Merlot.
Bei den weißen Sorten dominiert der Riesling, der knapp 19 Prozent der gesamten Rebfläche einnimmt, aber in den letzten Jahren etwas an Boden verloren hat. Hinzu kommen, mit weitem Abstand, Kerner, Müller-Thurgau und Silvaner. In letzter Zeit findet man auch immer häufiger Weiß- und Grauburgunder, sowie Chardonnay. Auch Sauvignon Blanc wird inzwischen von einigen Weingütern mit viel Erfolg angebaut, vor allem im Remstal.
Vor allem mit ihren Rotweinen haben Württemberger Winzer in den vergangenen Jahren für Furore gesorgt. Mit Spätburgunder und Lemberger, mehr noch aber mit Cuvées. Dazu kristallisieren sich Zweigelt und Merlot immer mehr als interessante Spezialitäten heraus. Bei den Weißweinen haben Württemberger Rieslinge es schwer. Nicht wegen ihrer Qualität, sondern vor allem deshalb, weil sie nicht dem von Rhein und Mosel geprägten Geschmacksbild entsprechen. Außerhalb Württembergs wenig bekannt sind edelsüße Weine aus Württemberg, die immer wieder ganz hervorragend ausfallen.
Die aktuelle Krise in Deutschland trifft Württemberg besonders schwer, denn der Genossenschaftsanteil ist sehr hoch und der genossenschaftliche Sektor steht besonders stark unter Druck; im Umkehrschluss heißt dies, dass es zu wenige private Weingüter gibt, die freiwerdende Flächen aufnehmen könnten, selbst im so erfolgreichen Remstal ist dies so, und bei nicht wenigen dieser privaten Betriebe dient der Weinbau ohnehin nur dazu den eigenen Besen mit Wein zu versorgen.
Das Remstal, bisher weingesetzlich im Bereich Remstal-Stuttgart zusammengefasst, darf ab 2025 offiziell die Bezeichnung „Bereich Remstal“ nutzen, was sicherlich ab kommendem Jahr so auch auf Etiketten zu finden sein wird. Das Remstal sei ohnehin durch die Nähe zum kaufkräftigen Großraum Stuttgart in einer privilegierten Situation, klagen Winzer vom Bereich Württembergisch Unterland, vergessen dabei, dass harte Arbeit hinter den Remstäler Erfolgen steht, und die Konkurrenz der vielen Spitzen-Weingüter in der Region die Weinqualität stetig nach oben getrieben hat.
Eine sehr erfolgreiche Region, wenn auch mengenmäßig nicht allzu bedeutsam, ist der Bodensee mit seinen beiden Bereichen Württembergischer Bodensee und Bayerischer Bodensee, wobei die Initialzündung für den Aufschwung der kleinen Region vom bayerischen Teil des Bodensees ausging. Jonas Kurek, Simon Hornstein (Seehaldenhof), Benjamin Lanz unser Aufsteiger des Jahres in Württemberg, aber auch Teresa Deufel, Clemens Hendriks und Claudius und Janine Haug stammen alle von hier, und mit der Bodensee Weinmanufaktur Steinhauser haben wir nun auch einen Betrieb vom Württembergischen Bodensee mit dabei.
Ansonsten sind, anders als in den letzten Jahren, die Neuen in Württemberg rar gesät, mit unserer Entdeckung des Jahres in Württemberg, mit Claudio Wieder in Stuttgart stellen wir einen Kleinbetrieb vor, dazu noch das biologisch arbeitende Weingut Wörthmann in Lauffen.
Aufsteiger haben wir einige mehr gefunden. Jens Zimmerle hat eine großartige Kollektion, ist nun ganz oben in der 5 Sterne-Kategorie angekommen, und auch Rainer Wachtstetter wird immer besser, nicht nur, aber vor allem mit Lemberger. Benjamin Lanz haben wir schon erwähnt, auch die Traubenwerkstatt von Markus Krull, Theo Doll und Ulrich Frank erzeugt spannende Weine. Beim Weingut Berthold in Neckarsulm geht es stetig voran wie bei vielen anderen Weingütern auch, oft unsere Neuentdeckungen der vergangenen Jahre.
Bei allen Rebsorten und Kategorien sind Württemberger Weingüter in der bundesweiten Spitze vertreten. Für Spitzen-Sekt steht das Weingut Aldinger nun seit mehr als einem Jahrzehnt, neu ist Hans-Peter Wöhrwag, der uns erstmals überhaupt Sekt präsentiert hat, zwei beeindruckende Meunier-Sekte aus dem Jahrgang 2016.
Beim Riesling sind Schnaitmann und Aldinger wieder besonders stark, auch Haidle und Heid spielen ganz oben mit, Wöhrwag ist besser denn je. Bei den Burgundersorten, und wir schließen Chardonnay großzügig mit ein, herrscht keine Einigkeit, auf welche der Rebsorten sich Württemberg konzentrieren sollte. Wöhrwag ist besonders stark beim Weißburgunder, auch Dautel und Kurek spielen ganz oben mit, Aldinger glänzt mit Chardonnay, auch Heid, Kurek und Kusterer spielen in der Champions League, und nicht zum ersten Mal überraschen Württemberg Weingüter beim Grauburgunder: Mit Schnaitmann und Zimmerle haben sie gleich die ersten beiden Plätze in unserer Finalverkostung belegt.
Beim Lemberger ist es klar, dass Württemberg Spitze ist, die Qualität legt stetig zu. Christoph Klopfer war wieder an der Spitze mit dabei, auch Jens Zimmerle, Rainer Schnaitmann und Rainer Wachtstetter, auch Moritz Haidle und Hans-Peter Wöhrwag finden sich in der Spitze.
Beim Spätburgunder mischt inzwischen Jonas Kurek an vorderster Front mit, Rainer Schnaitmann ja sowieso. Aber die Vielfalt an roten Rebsorten ist so groß wie wohl in keinem anderen deutschen Anbaugebiet, und von vielen dieser Rebsorten gibt es auch Top-Weine in Württemberg, so von Syrah (Heid), Cabernet Franc (Kusterer), Cabernet Sauvignon (Jürgen Ellwanger) oder Zweigelt (Jürgen Ellwanger, Zimmerle). Besonders faszinierend war in diesem Jahr Württemberger rote Cuvées, allen voran von Jens Zimmerle (Age, Triologie), aber auch Hans-Peter Wöhrwag hat großartige Cuvées (X, Philipp), dazu Jürgen Ellwanger (Nicodemus), Christoph Klopfer (Modus-K), Maximilian Kusterer (Mélac) und viele andere mehr.
Die aktuelle Krise in Deutschland trifft Württemberg besonders schwer, denn der Genossenschaftsanteil ist sehr hoch und der genossenschaftliche Sektor steht besonders stark unter Druck; im Umkehrschluss heißt dies, dass es zu wenige private Weingüter gibt, die freiwerdende Flächen aufnehmen könnten, selbst im so erfolgreichen Remstal ist dies so, und bei nicht wenigen dieser privaten Betriebe dient der Weinbau ohnehin nur dazu den eigenen Besen mit Wein zu versorgen.
Das Remstal, bisher weingesetzlich im Bereich Remstal-Stuttgart zusammengefasst, darf ab 2025 offiziell die Bezeichnung „Bereich Remstal“ nutzen, was sicherlich ab kommendem Jahr so auch auf Etiketten zu finden sein wird. Das Remstal sei ohnehin durch die Nähe zum kaufkräftigen Großraum Stuttgart in einer privilegierten Situation, klagen Winzer vom Bereich Württembergisch Unterland, vergessen dabei, dass harte Arbeit hinter den Remstäler Erfolgen steht, und die Konkurrenz der vielen Spitzen-Weingüter in der Region die Weinqualität stetig nach oben getrieben hat.
Eine sehr erfolgreiche Region, wenn auch mengenmäßig nicht allzu bedeutsam, ist der Bodensee mit seinen beiden Bereichen Württembergischer Bodensee und Bayerischer Bodensee, wobei die Initialzündung für den Aufschwung der kleinen Region vom bayerischen Teil des Bodensees ausging. Jonas Kurek, Simon Hornstein (Seehaldenhof), Benjamin Lanz unser Aufsteiger des Jahres in Württemberg, aber auch Teresa Deufel, Clemens Hendriks und Claudius und Janine Haug stammen alle von hier, und mit der Bodensee Weinmanufaktur Steinhauser haben wir nun auch einen Betrieb vom Württembergischen Bodensee mit dabei.
Ansonsten sind, anders als in den letzten Jahren, die Neuen in Württemberg rar gesät, mit unserer Entdeckung des Jahres in Württemberg, mit Claudio Wieder in Stuttgart stellen wir einen Kleinbetrieb vor, dazu noch das biologisch arbeitende Weingut Wörthmann in Lauffen.
Aufsteiger haben wir einige mehr gefunden. Jens Zimmerle hat eine großartige Kollektion, ist nun ganz oben in der 5 Sterne-Kategorie angekommen, und auch Rainer Wachtstetter wird immer besser, nicht nur, aber vor allem mit Lemberger. Benjamin Lanz haben wir schon erwähnt, auch die Traubenwerkstatt von Markus Krull, Theo Doll und Ulrich Frank erzeugt spannende Weine. Beim Weingut Berthold in Neckarsulm geht es stetig voran wie bei vielen anderen Weingütern auch, oft unsere Neuentdeckungen der vergangenen Jahre.
Bei allen Rebsorten und Kategorien sind Württemberger Weingüter in der bundesweiten Spitze vertreten. Für Spitzen-Sekt steht das Weingut Aldinger nun seit mehr als einem Jahrzehnt, neu ist Hans-Peter Wöhrwag, der uns erstmals überhaupt Sekt präsentiert hat, zwei beeindruckende Meunier-Sekte aus dem Jahrgang 2016.
Beim Riesling sind Schnaitmann und Aldinger wieder besonders stark, auch Haidle und Heid spielen ganz oben mit, Wöhrwag ist besser denn je. Bei den Burgundersorten, und wir schließen Chardonnay großzügig mit ein, herrscht keine Einigkeit, auf welche der Rebsorten sich Württemberg konzentrieren sollte. Wöhrwag ist besonders stark beim Weißburgunder, auch Dautel und Kurek spielen ganz oben mit, Aldinger glänzt mit Chardonnay, auch Heid, Kurek und Kusterer spielen in der Champions League, und nicht zum ersten Mal überraschen Württemberg Weingüter beim Grauburgunder: Mit Schnaitmann und Zimmerle haben sie gleich die ersten beiden Plätze in unserer Finalverkostung belegt.
Beim Lemberger ist es klar, dass Württemberg Spitze ist, die Qualität legt stetig zu. Christoph Klopfer war wieder an der Spitze mit dabei, auch Jens Zimmerle, Rainer Schnaitmann und Rainer Wachtstetter, auch Moritz Haidle und Hans-Peter Wöhrwag finden sich in der Spitze.
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