Unter der Führung von Wilhelm Weil hat das traditionsreiche Kiedricher Weingut in den letzten Jahren verstärkt in den „Berglagen“ investiert – und konzentriert sich ganz auf Riesling. Mit edelsüßen Weinen hat Wilhelm Weil dem Weingut in den neunziger Jahren zu weltweitem Renommee verholfen, und auch wenn weiterhin Jahr für Jahr faszinierende edelsüße Weine erzeugt werden, stehen heute die trockenen Weine im Fokus, und die aktuelle Kollektion ist grandios, vom Literriesling bis hin zum Großen Gewächs aus dem Gräfenberg und dem Monte Vacano.
Fritz Waßmer hat 1999 erste Weinberge im Breisgau gekauft, und dort liegt auch heute noch das Gros seiner Weinberge, aber auch im Markgräflerland und am Kaiserstuhl ist er aktiv. Dem Pinot Noir gilt seine Liebe, und er setzt ganz auf Klone aus Burgund. Er hat sein Lagenportfolio stetig erweitert, sein Sortiment ist immer faszinierender geworden. Und mit der neuen Kollektion übertrifft Fritz Waßmer sich selbst, und neben einer Vielzahl faszinierender Spätburgundern laufen auch die internationalen Rebsorten zu Höchstform auf.
Die Brüder Stefan und Christian Braunewell haben das Essenheimer Weingut in die rheinhessische und deutsche Spitze geführt. Die Braunewells sind in der Weinwelt als Alleskönner bekannt, erzeugen großartige Weißweine und Rotweine, aber auch die Sekte sind eine ihrer besonderen Stärken. Gleich acht Sekte haben sie dieses Jahr präsentiert, einer ist besser als der andere, von den fruchtbetonten, weniger lang auf der Hefe ausgebauten Sekten bis hin zur Grande Année und den spannenden Einzellagen-Sekten.
Roberto Raspini ist Sizilianer, hat in Sizilien und in Andalusien Weinbau und Önologie studiert und dort auch gearbeitet bevor er zusammen mit seiner Ehefrau Sonja an den Kaiserstuhl kam. Sie haben sich in Breisach niedergelassen, die Rebfläche ist nun auf drei Hektar angewachsen, der Schwerpunkt liegt auf dem Eckartsberg in Breisach. Eine faszinierende, sehr eigenständige Kollektion hat Roberto Raspini auch dieses Jahr wieder präsentiert, die Weine, teils maischevergoren, sind präzise und nachhaltig.
Weinarche21 nennt sich ein neues Weingut, das 2024 von Kristina Rumpel und Rainer Voll gegründet wurde. Sie bewirtschaften den östlich von Prichsenstadt am Steigerwald-Rand gelegenen Kirchschönbacher Mariengarten, der mit 21 Rebsorten bepflanzt ist – daher der Name. Alle Weine werden in Tonamphoren ausgebaut, in denen sie neun Monate bleiben, teilweise auf der Maische. Die Weine werden völlig natürlich hergestellt, ohne Zusatz von Hefen und Schwefel, sie werden weder geschönt noch filtriert – das Ergebnis überzeugt voll und ganz!
Seit Mitte der achtziger Jahre hat Horst Sauer zusammen mit Ehefrau Magdalena das Weingut in die fränkische und deutsche Spitze geführt. Er war in den Neunzigern maßgeblich an der Erneuerung des Frankenweins hin zu mehr Frucht und Frische beteiligt. Und ebenfalls seit den neunziger Jahren demonstriert er Jahr für Jahr, welch grandiose edelsüße Weine im Escherndorfer Lump entstehen können, egal ob Silvaner oder Riesling, und diese Weine sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Der Kirschgarten umfasst die südwestlich von Laumersheim liegenden Weinberge, er ist südost-exponiert, besitzt eine Hangneigung bis 15 Prozent, der Boden besteht aus Lösslehm und Kalkmergel über massivem Kalksteinfels. Durch den Orlenberg im Westen werden Westwinde abgehalten, es fällt relativ wenig Regen. Die namensgebende Gewanne Im Kirschgarten liegt unmittelbar südwestlich vom Ort, das Grundstück gehörte ursprünglich dem Nonnenhof, einem Hof des Klosters Kirschgarten in Worms, die erste urkundliche Erwähnung „Im Kirschgarthen“ stammt aus dem Jahr 1654.