Rebsorten

Weit über 300 Rebsorten gibt es, die in Deutschland zum Anbau oder zum Versuchsanbau zugelassen sind. Auch einige der lange Zeit vergessenen „historischen“ Rebsorten befinden sich darunter, andere warten noch auf ihre Zulassung. 

Rebsorten-Rot-Weiss
Rebsorten-A-Z
Accent ist eine pilztolerante Geisenheimer Neuzüchtung aus dem Jahr 1982 aus Kolor und Chancellor, der Sortenschutz wurde 2007 erteilt. Accent wird vor allem als Deckrotweinsorte verwendet und hin und wieder vor allem im Rheingau angebaut. Accent ist ganz selten auch reinsortig zu finden.
Acolon wird gelegentlich auch als „Cabernet Acolon“ bezeichnet und ist eine Weinsberger Neuzüchtung aus Lemberger und Dornfelder aus dem Jahr 1971, eine der „neuen“ Sorten, die Rotweine im „Cabernettyp“ erbringen sollen; der Sortenschutz wurde 2002 erteilt. Acolon fand anfangs recht schnelle Verbreitung (fast 500 Hektar), insbesondere in Württemberg, aber auch in Rheinhessen und der Pfalz, vereinzelt auch in Franken und an der Nahe, ist inzwischen aber rückläufig (429 Hektar, Stand 2023). Reinsortige Weine erinnern im Bouquet deutlich an rote Johannisbeeren. Acolon hat zwar sehr gute, aber (bisher) noch keine denkwürdigen Weine erbracht, die besten Weine sind meist im Barrique ausgebaut, kommen überwiegend aus Württemberg. Acolon wird häufig für Cuvées genutzt.
Adelfränkisch oder Grüner Adelfränkisch ist eine alte mit dem Traminer verwandte Weißweinsorte, die bis 2007 als ausgestorben galt. Seither wurden in verschiedenen alten Anlagen einzelne Reben als Adelfränkisch identifiziert. Der Anbau von Adelfränkisch ist seit dem Mittelalter dokumentiert, die Sorte wurde insbesondere im östlichen Franken, in Sachsen, an der Saale und in Brandenburg angebaut. In den letzten Jahren wurde Adelfränkisch wieder in neu angelegten Gemischten Sätzen gepflanzt, vor allem in Franken. Reinsortig findet man Adelfränkisch z.B. beim Weingut Genheimer Kiltz an der Nahe.
Affenthaler (auch Blauer Affenthaler oder Schwarzblauer Affenthaler) ist eine alte Rebsorte, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in Württemberg und Baden angebaut wurde, oft im Gemischten Satz, dann aber von anderen roten Rebsorten wie Trollinger verdrängt wurde. Die Rebsorte wird heute im Rahmen des Projektes Historische Rebsorten wieder angebaut, ist z.B. an der Tauber zu finden.
Agostenga ist eine vermutlich aus Italien stammende alte Rebsorte, die früher wohl in ganz Europa verbreitet war. Im fränkischen Castell gibt es eine uralte Agostenga-Rebe, die wohl in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gepflanzt wurde. Auch in Sachsen hat man Agostenga angebaut, heute wird die Rebsorte auch wieder an der Saale angebaut.
Ahorntraube ist der in Deutschland verwendete Name für die wohl aus Bulgarien stammende alte Rebsorte Dimyat, die früher auch in Deutschland zu finden war; andere Synonyme sind Smederevka oder Zoumiatiko. Dimyat wird vor allem in Nordmakedonien und Bulgarien angebaut, ergibt jung zu trinkende Weißweine.
Airén ist eine alte Weißweinrebsorte aus Spanien, die einst die weltweit meistangebaute Rebsorte war, in den letzten beiden Jahrzehnten aber im Anbau stark rückläufig ist. Sie ist widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit. Airén wird auch zur Erzeugung von Weinbränden genutzt. Airén ist zum Anbau in Deutschland zugelassen.
Albalonga wurde 1951 in Würzburg aus Rieslaner und Müller-Thurgau (vermeintlich: Silvaner) gekreuzt, der Sortenschutz wurde 1971 erteilt. Albalonga hat nur geringe Verbreitung, Ende der achtziger Jahre gab es 34 Hektar,  hauptsächlich in Rheinhessen, in der Pfalz und in Franken, derzeit gibt es noch 11 Hektar (Stand 2023). Albalonga wird fast ausschließlich süß und edelsüß ausgebaut und kann ganz exzellente edelsüße Weine ergeben, die ein wenig an Rieslaner erinnern, sie zeigen Anklänge an Grapefruit wie der Rieslaner.
Albariño ist eine alte Rebsorte aus Galicien (z.B. in Rias Baixas) und aus Nord-Portugal (dort Alvarinho genannt, wichtigste Rebsorte für Vinho Verde) und ist seit zwei Jahrzehnten auch in Deutschland ganz vereinzelt im Versuchsanbau zu finden, z.B. beim Weingut Künstler im Rheingau, beim Weingut Dollt in der Pfalz (dort Alvarinho genannt) oder bei den Weingütern Gänz und Hauck in Rheinhessen.
Alegrillo Negro ist eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und St. Laurent, die auf 3 Hektar in Rheinhessen angebaut wird (Stand 2021).
Aligoté ist eine alte Rebsorte aus Burgund, die vermutlich aus einer spontanen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc entstanden ist. Sie ist heute nach Chardonnay die meistangebaute Weißweinsorte in Burgund und seit 2022 auch in Deutschland zum Anbau zugelassen. Aligoté wird auch in der Schweiz, in Rumänien und in Bulgarien angebaut.
Allegro ist eine Geisenheimer interspezifische Neuzüchtung aus dem Jahr 1983 aus Chancellor und Rondo, der Sortenschutz wurde 2002 erteilt.