In keiner anderen Region nimmt eine Rebsorte einen so hohen Anteil an der Rebfläche ein wie im Rheingau: Fast vier Fünftel der Weinberge sind mit Riesling bestockt. Und diese Konzentration auf eine Rebsorte zahlt sich aus, im Rheingau spielt man die ganze Klaviatur von Riesling-Sekt über trockenen Riesling bis hin zu edelsüßen Weinen. Allerdings war es nicht einfach in einem Jahrgang wie 2024 edelsüße Rieslinge zu erzeugen, ein enormer Selektionsaufwand war vonnöten. Trotzdem gibt es edelsüße Spitzen, beim Kiedricher Weingut Robert Weil wie gewohnt, dafür in geringerer Menge und angeführt von einer wunderbar „leichten“ Trockenbeerenauslese, auch die Brüder Spreitzer haben eine Trockenbeerenauslese geerntet, Carl Ehrhard glänzt mit einer konzentrierten Auslese.
Bei trockenen Weißweinen sind P.J. Kühn und Weil besser denn je, und die Rüdesheimer Spitzenwinzer sind ohnehin immer oben mit dabei, Theresa Breuer, Carl Ehrhard oder Johannes Leitz. Allerdings können nicht alle trockenen Rieslinge überzeugen, hinterlässt doch die oft übertrieben hohe Restsüße, gerade auch bei Großen Gewächsen, manchmal einen „süßsauren“ Eindruck.
Aber auch beim Spätburgunder ist das Rheingau besser denn je, was vor allem dem Weingut Chat Sauvage zu verdanken ist mit seiner großartigen Kollektion, aber auch Weingüter wie Krone und Kaufmann, Corvers-Kauter und Robert König spielen ganz oben mit. Chat Sauvage und König gehören auch zu unseren Aufsteigern des Jahres ebenso wie Carl Ehrhard und das Weingut Georg-Müller-Stiftung. Auch einige Neuaufnahmen gibt es zu vermelden mit den Weingüter Peter und Christine Keßler und Kurt Bug aus Oestrich-Winkel sowie der Weinmanufaktur Alexander Venino in Flörsheim am Main