Weingut Martin Conrad

Martin Conrad übernahm 1998 die Führung des Weingutes, das bereits seit vierzehn Generationen (!) von der Familie bewirtschaftet wird; urkundlich wurde der Betrieb erstmals 1558 erwähnt. Seine Weinberge liegen in der Brauneberger Juffer und in der Juffer-Sonnenuhr, in der Mülheimer Sonnenlay und im Veldenzer Kirchberg, ab 2018 wird auch eine Fläche im Kestener Paulinshofberg bewirtschaftet. Neben Riesling, der 95 Prozent der insgesamt 5,6 Hektar Rebfläche einnimmt, gibt es auch ein wenig Weißburgunder. Seit den Anfängen hat sich das Weingut auf eine beachtliche Weise fortentwickelt, die Weine sind schlanker, würziger, präziser geworden. Trockene Weine sind wirklich trocken, bei den feinherben und süßen ist die Süße gut eingebunden. Die Weine werden mit den natürlichen Hefen vergoren und vergleichsweise spät vorgestellt. Martin Conrad experimentiert auch mit unfiltriert abgefülltem Riesling, Maischestandzeit von mehreren Tagen und sehr langer Reifung auf der Vollhefe. Die Großen Gewächse kommen erst im zweiten Jahr nach der Ernte in den Verkauf. In der hauseigenen Klassifikation rangieren darunter die Goldkapsel-Weine im trockenen und feinherben Bereich. Erwähnenswert ist auch der trockene, puristische Wein von alten Reben aus dem Veldenzer Kirchberg. Beim Weißburgunder namens Gavius ist eine deutliche Holzwürze zu spüren, aber auch dieser Wein ist straff und präzise. Die Basisweine namens Conradus sind geradlinig und würzig, in aller Regel überdurchschnittlich nachhaltig. Auch Sekt wird in diesem Weingut erzeugt. Seit dem Jahrgang 2019 erfolgt die Bewirtschaftung der Weinberge nach den Regeln des ökologischen Weinbaus, zertifizierte Bio-Weine werden ab dem Jahrgang 2022 erzeugt. Das Hotel und Restaurant Brauneberger Hof, das viele Jahre lang der Familie gehörte, wurde inzwischen abgegeben; es hat mittlerweile als Ferienresidenz neu eröffnet.

Kontakt. 

Moselweinstraße 133
54472  Brauneberg

Öffnungszeiten

täglich nach Vereinbarung

Besitzer

Martin Conrad

Betriebsleiter

Martin Conrad

Kellermeister

Martin Conrad

Außenbetrieb

Martin Conrad
Mosel
5,6 Hektar
30.000 Flaschen

Aktuelle Weine

Riesling "feinherb" Brauneberger Juffer

2022

11 %

Riesling "feinherb" Mülheimer Sonnenlay

2022

11 %

Riesling Auslese Brauneberger Juffer

2022

7,5 %

Riesling Kabinett Brauneberger Juffer

2022

8 %

Riesling Spätlese Brauneberger Juffer

2022

7,5 %

Riesling trocken "Alte Reben" Veldenzer Kirchberg

2021

12,5 %

Riesling trocken "Conradus"

2022

10,5 %

Riesling trocken "GG" Brauneberger Juffer

2021

12,5 %

Riesling trocken "GG" Brauneberger Juffer-Sonnenuhr

2021

12,5 %

Riesling trocken (1l)

2022

10,5 %

Lagen

Kirchberg (Veldenz)
Juffer (Brauneberg)
Juffer-Sonnenuhr (Brauneberg)
Sonnenlay (Mülheim)

Rebsorten

Riesling (95%)
Weißburgunder (5%)
Martin Conrad
© Weingut Martin Conrad

Winzer

Martin Conrad übernahm 1998 die Führung des Weingutes, das bereits seit vierzehn Generationen (!) von der Familie bewirtschaftet wird; urkundlich wurde der Betrieb erstmals 1558 erwähnt. Seine Weinberge liegen in der Brauneberger Juffer und in der Juffer-Sonnenuhr, in der Mülheimer Sonnenlay und im Veldenzer Kirchberg, ab 2018 wird auch eine Fläche im Kestener Paulinshofberg bewirtschaftet. Neben Riesling, der 95 Prozent der insgesamt 5,6 Hektar Rebfläche einnimmt, gibt es auch ein wenig Weißburgunder. Seit den Anfängen hat sich das Weingut auf eine beachtliche Weise fortentwickelt, die Weine sind schlanker, würziger, präziser geworden. Trockene Weine sind wirklich trocken, bei den feinherben und süßen ist die Süße gut eingebunden. Die Weine werden mit den natürlichen Hefen vergoren und vergleichsweise spät vorgestellt. Martin Conrad experimentiert auch mit unfiltriert abgefülltem Riesling, Maischestandzeit von mehreren Tagen und sehr langer Reifung auf der Vollhefe. Die Großen Gewächse kommen erst im zweiten Jahr nach der Ernte in den Verkauf. In der hauseigenen Klassifikation rangieren darunter die Goldkapsel-Weine im trockenen und feinherben Bereich. Erwähnenswert ist auch der trockene, puristische Wein von alten Reben aus dem Veldenzer Kirchberg. Beim Weißburgunder namens Gavius ist eine deutliche Holzwürze zu spüren, aber auch dieser Wein ist straff und präzise. Die Basisweine namens Conradus sind geradlinig und würzig, in aller Regel überdurchschnittlich nachhaltig. Auch Sekt wird in diesem Weingut erzeugt. Seit dem Jahrgang 2019 erfolgt die Bewirtschaftung der Weinberge nach den Regeln des ökologischen Weinbaus, zertifizierte Bio-Weine werden ab dem Jahrgang 2022 erzeugt. Das Hotel und Restaurant Brauneberger Hof, das viele Jahre lang der Familie gehörte, wurde inzwischen abgegeben; es hat mittlerweile als Ferienresidenz neu eröffnet.

Aktuelle Kollektion

Auf die Rieslinge des Weinguts Conrad muss man sich einlassen, sie profitieren nämlich, auch wenn sie nicht aus dem letzten Jahrgang stammen, oft von einer mehrstündigen Belüftung, entwickeln erst allmählich Komplexität und Würze. Eine Ausnahme von der Regel sind die Basisweine, die im Falle des Jahrgangs 2022 sehr überzeugen. Schon der Literwein besitzt eine attraktive Frucht, ist leicht und schlank, aber saftig und animierend. Saftig ist auch der Conradus, der recht hefig wirkt mit Kräuternoten und einer zugänglichen Art. Nicht weniger als sechs trockene Rieslinge folgen dann, darunter der kühlfruchtige Wein aus dem Kirchberg, der nach Boskoop und Kräutern duftet und eine straffe, würzige Art aufweist. Nochmals deutlich spannender ist der 2021er Riesling aus dem Kirchberg von alten Reben, der sich in der Nase deutlich unterscheidet, Noten von Melone, Steinobst und Kräutern, verbunden mit einer leicht cremigen Art aufweist, im Mund fest und würzig ausfällt. Der Juffer-Riesling aus 2022 ist straff, präzise, noch zu jung, sein Goldkapsel-Pendant aus 2021 zeigt dagegen einen schönen Schmelz, der von einer zupackenden Säure konterkariert wird. Dann die beiden Großen Gewächse, ebenfalls aus 2021. Vor allem jenes aus der Juffer-Sonnenuhr entwickelt sich ausgezeichnet; am Anfang noch sehr verschlossen, zeigt es Noten von Hefe und Kräutern, ist im Mund fest, würzig, kombiniert Mineralität mit Schmelz. Ein sehr eigenständiger Stil. Apropos eigenständig: Dieses Wort trifft auch auf den Weißburgunder namens Gavius zu, der neben sortentypischen Duftnoten auch ganz dezente Anklänge an Milchkaffee erkennen lässt, im Mund würzig und sehr angenehm trocken ausfällt, die Frucht ist zum Glück nicht verdeckt: eine sehr eigenständige Stilistik. Unter den beiden feinherben Weinen gefällt der straffe Juffer-Riesling nochmals besser als der rassige Wein aus der Mülheimer Sonnenlay; die Süße ist in beiden Fällen gut integriert. Bei der Juffer-Spätlese ist die Süße schon deutlich höher: Dieser Wein zeigt in der Nase Noten von Hefe, Kräutern und sowohl Stein- als auch Kernobst, ist rassig, saftig, aber noch nicht ganz balanciert. Potenzial ist hingegen bereits vorhanden, und der elegante Stil des Weines unterscheidet diese Spätlese deutlich von vielen anderen Moselweinen gleicher Prädikatsstufe; in einer Blindverkostung kommt man schnell auf das Weingut Conrad. Die Auslese wirkt ebenfalls elegant, ist recht offen mit Noten von getrocknetem Apfel, aber auch frischen Steinobstnoten und Anklängen an getrocknete Stachelbeeren und Kräuter; im Mund ist auch eine feine, saftige Art zu spüren. Die Süße ist im Moment noch deutlich wahrzunehmen, aber es besteht kein Zweifel, dass der Wein von einer weiteren Reifung profitieren wird.