Weingut Julian Haart

Julian Haart gründete sein Weingut 2010 mit dem Kauf einer großen Parzelle mit 40 Jahre alten Rieslingreben im Wintricher Ohligsberg. Der Devonschieferboden im Ohligsberg ist stark mit hartem Quarzit durchsetzt. Anfang 2011 konnte er weitere Parzellen in Piesport in den Lagen Goldtröpfchen und Schubertslay erwerben, mit vor dem Ersten Weltkrieg gepflanzten Reben. Spätestens mit dieser Akquisition legte er die Grundlagen zu seinem weiteren Aufstieg. Dabei hatte seine Jugend noch nicht unbedingt vermuten lassen, was einige Jahre später passieren sollte. Julian Haart stammt zwar aus einer seit 650 Jahren in Piesport ansässigen Winzerfamilie, ist aber nicht den in dieser Situation zu vermutenden Weg gegangen, sondern hat zunächst als Koch in deutschen Spitzenrestaurants gearbeitet, bevor er über Stationen bei deutschen Spitzenweingütern (Heymann-Löwenstein, Emrich-Schönleber, Egon Müller, Klaus-Peter Keller) die Passion für Riesling verinnerlichte. Nicht zuletzt die Zeit bei Klaus-Peter Keller dürfte den letzten Anschub gegeben haben, um das heutige Qualitätsniveau zu erreichen. Mit dem Jahrgang 2013 hat sich die Rebfläche vergrößert durch die Übernahme eines Teiles der Weinberge seines Onkels (Weingut Joh. Haart). Die inzwischen vorhandenen fünf Hektar bewirtschaftet Haart nun zusammen mit seiner Frau Nadine, angebaut wurde bislang ausnahmslos Riesling, inzwischen aber sind drei Prozent der Fläche mit Spätburgunder bestockt. Nicht nur Haarts unter eigenem Label erzeugte Weine sind bemerkenswert eigenständig, auch die aus einer Zusammenarbeit mit dem Weingut A.J. Adam erzeugten Spezialitäten aus dem Goldtröpfchen sind von bemerkenswerter Güte. Vergleichsweise neu im Sortiment ist der Riesling aus dem Niederflörsheimer Frauenberg, der nicht an der Mosel, sondern in Reinhessen liegt; eine andere Parzelle befindet sich im Zellertal, genau gesagt in der Lage Am Schwarzen Herrgott. Alle Rieslinge – beginnend beim Riesling Mosel über die Ortsweine und die trockenen Lagenweine bis zu den mehr oder weniger (eher weniger!) süßen Kabinetten – begeistern mit saftiger, würziger Art. In manchen Fällen setzt Julian Haart auf signifikante Maischestandzeiten, um den Weinen eine gewisse Struktur zu verleihen – Übertreibungen sind aber nie festzustellen. Auch die dezidiert süßen Weine, die Spätlesen und Auslesen, zeigen sich enorm saftig, besitzen Kraft und bisweilen einen fast rauchigen Charakter, vibrieren. Wenn man diesen Stil einmal verkostet hat, ist er unabhängig vom Jahrgang leicht wiederzuerkennen.

Kontakt. 

Triererstraße 12
54498  Piesport

Öffnungszeiten

nur auf Anfrage

Besitzer

Julian & Nadine Haart

Betriebsleiter

Julian Haart

Kellermeister

Nadine Haart
Mosel
5 Hektar
30.000 Flaschen

Aktuelle Weine

Riesling Auslese Piesporter Goldtröpfchen

2022

7 %

Riesling Kabinett "J.J."

2022

8,5 %

Riesling Kabinett Piesporter Goldtröpfchen

2022

7,5 %

Riesling Kabinett Wintricher Ohligsberg

2022

7,5 %

Riesling trocken "MoselRiesling"

2022

11,5 %

Riesling trocken "rote Erden"

2022

12,5 %

Riesling trocken Mölsheimer Zellerweg Am Schwarzen Herrgott

2022

12,5 %

Riesling trocken Piesporter Goldtröpfchen

2022

12 %

Riesling trocken Piesporter

2022

12 %

Lagen

Goldtröpfchen (Piesport)
Ohligsberg (Wintrich)
Schwarzer Herrgott (Wintrich)
Frauenberg (Flörsheim)
Zellerweg am Schwarzen Herrgott (Mölsheim)

Rebsorten

Riesling (97%)
Pinot Noir (3%)
Julian & Nadine Haart
© Andreas Durst

Winzer

Julian Haart gründete sein Weingut 2010 mit dem Kauf einer großen Parzelle mit 40 Jahre alten Rieslingreben im Wintricher Ohligsberg. Der Devonschieferboden im Ohligsberg ist stark mit hartem Quarzit durchsetzt. Anfang 2011 konnte er weitere Parzellen in Piesport in den Lagen Goldtröpfchen und Schubertslay erwerben, mit vor dem Ersten Weltkrieg gepflanzten Reben. Spätestens mit dieser Akquisition legte er die Grundlagen zu seinem weiteren Aufstieg. Dabei hatte seine Jugend noch nicht unbedingt vermuten lassen, was einige Jahre später passieren sollte. Julian Haart stammt zwar aus einer seit 650 Jahren in Piesport ansässigen Winzerfamilie, ist aber nicht den in dieser Situation zu vermutenden Weg gegangen, sondern hat zunächst als Koch in deutschen Spitzenrestaurants gearbeitet, bevor er über Stationen bei deutschen Spitzenweingütern (Heymann-Löwenstein, Emrich-Schönleber, Egon Müller, Klaus-Peter Keller) die Passion für Riesling verinnerlichte. Nicht zuletzt die Zeit bei Klaus-Peter Keller dürfte den letzten Anschub gegeben haben, um das heutige Qualitätsniveau zu erreichen. Mit dem Jahrgang 2013 hat sich die Rebfläche vergrößert durch die Übernahme eines Teiles der Weinberge seines Onkels (Weingut Joh. Haart). Die inzwischen vorhandenen fünf Hektar bewirtschaftet Haart nun zusammen mit seiner Frau Nadine, angebaut wurde bislang ausnahmslos Riesling, inzwischen aber sind drei Prozent der Fläche mit Spätburgunder bestockt. Nicht nur Haarts unter eigenem Label erzeugte Weine sind bemerkenswert eigenständig, auch die aus einer Zusammenarbeit mit dem Weingut A.J. Adam erzeugten Spezialitäten aus dem Goldtröpfchen sind von bemerkenswerter Güte. Vergleichsweise neu im Sortiment ist der Riesling aus dem Niederflörsheimer Frauenberg, der nicht an der Mosel, sondern in Reinhessen liegt; eine andere Parzelle befindet sich im Zellertal, genau gesagt in der Lage Am Schwarzen Herrgott. Alle Rieslinge – beginnend beim Riesling Mosel über die Ortsweine und die trockenen Lagenweine bis zu den mehr oder weniger (eher weniger!) süßen Kabinetten – begeistern mit saftiger, würziger Art. In manchen Fällen setzt Julian Haart auf signifikante Maischestandzeiten, um den Weinen eine gewisse Struktur zu verleihen – Übertreibungen sind aber nie festzustellen. Auch die dezidiert süßen Weine, die Spätlesen und Auslesen, zeigen sich enorm saftig, besitzen Kraft und bisweilen einen fast rauchigen Charakter, vibrieren. Wenn man diesen Stil einmal verkostet hat, ist er unabhängig vom Jahrgang leicht wiederzuerkennen.

Aktuelle Kollektion

Der MoselRiesling wirkt noch ein wenig verschlossen, lässt aber schon einiges erkennen. Er ist deutlich kräuterig-hefig, im Mund sehr präsent, fest, mit der von Julian Haart gewohnten straffen Stilistik, beachtlich lang, ohne schmeckbare Süße. Im rheinhessischen Riesling namens rote Erden mischen sich Anklänge an süßen Boskoop und Kräuter mit einer fast rauchigen Hefewürze; dieser Wein besitzt eine würzige Art mit gewissem Schmelz und einer im hochwertigsten Sinne fast süffigen Art. Zurück an die Mosel. Der Piesporter Riesling braucht eine Weile, um sich zu öffnen: Er besitzt eine sehr kühle Aromatik mit hefigen und floralen Anklängen, die Frucht ist noch ganz im Hintergrund. Im Mund zeigt dieser Wein bereits eine gewisse Salzigkeit und Struktur, ist für einen Ortswein außerordentlich präzise und lang. Der trockene Riesling aus dem Piesporter Goldtröpfchen steht zwar in der Hierarchie darüber, ist aber erst ansatzweise in seinem Potenzial zu erkennen. In der Nase mischen sich Aromen von Hefe, geriebenem Stein, aber auch von frischem Steinobst und Kräutern, später kommt eine rauchige Würze dazu; im Mund ist der Wein sehr fest mit warmer Würze, lang und dicht, trocken und präzise. Der rheinhessische Riesling aus der Lage Am Schwarzen Herrgott ist spannend, sehr komplex, würzig, er wirkt recht zugänglich in der Nase, im Mund besitzt er eine beachtliche Struktur und Länge. Der J.J. ist der Einstiegswein im süßen Bereich: offen, duftig, dezent exotisch mit enorm saftiger Art, leicht verständlich, aber beachtlich nachhaltig und rassig. Der Ohligsberg-Kabinettriesling ist zunächst verschlossen, dann zeigt er Anklänge an frische und getrocknete Ananas, etwas gelbe Früchte und Passionsfrucht, Kräuter (auch Basilikum), dahinter mineralische Noten; auch nach 48 Stunden in der geöffneten Flasche ist er noch nicht ganz präsent; im Mund ist er saftig, fest, rassig, zeigt enormes Potenzial. Sein Pendant aus dem Goldtröpfchen wirkt etwas zugänglicher mit kühler Frucht samt Anklängen an gelbe Früchte, getrocknete Äpfel, Zitrus und Passionsfrucht, im Mund ist er straff, rassig, enorm saftig. Die Auslese aus dem Goldtröpfchen ist recht offen mit Anklängen an Melone, Ananas, aber auch Steinobst, sie besitzt eine verblüffende Eleganz und Länge.