Weingut Selbach-Oster

Die Geschichte des Weinguts Selbach-Oster lässt sich bis ins Jahr 1600 zurückverfolgen. Heute führt Johannes Selbach zusammen mit Ehefrau Barbara das Gut, allerdings ist schon die nächste Generation aktiv – die Geschwister Hannah und Sebastian. Das Weingut besitzt Weinberge in den besten Lagen von Zeltingen (Schlossberg, Sonnenuhr, Himmelreich), Wehlen (Sonnenuhr), Graach (Domprobst) sowie in den Bernkasteler Lagen Graben, Bratenhöfchen und Mathiasbrünnchen, die aber unter dem Namen der (kleinen) Großlage Badstube vermarktet werden. Mehr als die Hälfte der Weinberge ist mit alten, wurzelechten Reben bepflanzt. Neben Riesling (knapp 95 %) baut Johannes Selbach ein wenig Weißburgunder und Spätburgunder sowie eine kleine Menge Gewürztraminer an. Die Trauben werden mit niedrigem Druck schonend gekeltert, die Weine bei niedrigen Temperaturen vergoren, überwiegend mit natürlichen Hefen, und etwa zur Hälfte im Fuder, zur Hälfte im Edelstahl ausgebaut; aufgrund des Platzmangels im Keller hat Johannes Selbach inzwischen auch Doppelfuder angeschafft. 2003 wurde erstmals die Schmitt genannte Parzelle im Schlossberg gesondert ausgebaut, 2004 dann die Parzelle Rotlay in der Sonnenuhr, 2008 sah das Debüt des Anrecht-Weines aus dem Zeltinger Himmelreich. 2011 wurde dann erstmals der Bömer im Schlossberg gesondert vinifiziert. An der Spitze des trockenen Sortiments standen lange die Spätlese von alten Reben aus der Sonnenuhr und der Bömer, inzwischen hat Johannes Selbach auch Große Gewächse eingeführt – aus Domprobst, Zeltinger und Wehlener Sonnenuhr, Schlossberg und Graben. Den feinherben Teil führt die 2012 eingeführte Spätlese von „Ur-Alten Reben“ an. Zusammen mit Paul Hobbs hat Johannes Selbach in den Vereinigten Staaten ein ambitioniertes Projekt lanciert. Im Bundesstaat New York, an den Finger Lakes, haben sie auf schieferähnlichen, aber doch deutlich härterem Gestein Riesling gepflanzt. Inzwischen wird auch das Weingut Merkelbach von den Selbachs geführt.

Kontakt. 

Uferallee 23
54492  Zeltingen

Öffnungszeiten

Vinothek Selbach, Gänsfelderstraße 20, Aril-Okt. Mo.-Sa. 11-17 Uhr, Nov.-März Mo.-Fr. 11-17 Uhr, So./Feiertage nach Vereinbarung

Besitzer

Johannes Selbach, Barbara Selbach

Betriebsleiter

Johannes Selbach, Sebastian Selbach

Kellermeister

Christian Vogt

Außenbetrieb

Frank Prüm
Mosel
24 Hektar
140.000-150.000 Flaschen

Aktuelle Weine

Gewürztraminer trocken

2022

13 %

89

Pinot Blanc trocken "Réserve"

2021

12,5 %

89

Riesling Auslese Graacher Domprobst

2022

7,5 %

92

Riesling Auslese Rotlay Zeltinger Sonnenuhr

2022

7,5 %

95

Riesling Auslese* Zeltinger Sonnenuhr

2022

7 %

93

Riesling Auslese** Zeltinger Sonnenuhr

2022

7 %

94

Riesling Kabinett halbtrocken Zeltinger Himmelreich

2022

10,5 %

87

Riesling Kabinett trocken Zeltinger

2022

11 %

88

Riesling Kabinett Wehlener Sonnenuhr

2022

8 %

90

Riesling Kabinett Zeltinger Schlossberg

2022

8,5 %

90

Lagen

Schlossberg (Zeltingen)
Schmitt (Zeltingen)
Bömer (Zeltingen)
Sonnenuhr (Zeltingen)
Rotlay (Zeltingen)
Himmelreich (Zeltingen)
Anrecht (Zeltingen)
Sonnenuhr (Wehlen)
Domprobst (Graach)
Badstube (Bernkastel)

Rebsorten

Riesling (98%)
Weißburgunder (2%)
Johannes Selbach & Sebastian Selbach
© Weingut Selbach-Oster / Foto: Gintautas Jašinskas

Winzer

Die Geschichte des Weinguts Selbach-Oster lässt sich bis ins Jahr 1600 zurückverfolgen. Heute führt Johannes Selbach zusammen mit Ehefrau Barbara das Gut, allerdings ist schon die nächste Generation aktiv – die Geschwister Hannah und Sebastian. Das Weingut besitzt Weinberge in den besten Lagen von Zeltingen (Schlossberg, Sonnenuhr, Himmelreich), Wehlen (Sonnenuhr), Graach (Domprobst) sowie in den Bernkasteler Lagen Graben, Bratenhöfchen und Mathiasbrünnchen, die aber unter dem Namen der (kleinen) Großlage Badstube vermarktet werden. Mehr als die Hälfte der Weinberge ist mit alten, wurzelechten Reben bepflanzt. Neben Riesling (knapp 95 %) baut Johannes Selbach ein wenig Weißburgunder und Spätburgunder sowie eine kleine Menge Gewürztraminer an. Die Trauben werden mit niedrigem Druck schonend gekeltert, die Weine bei niedrigen Temperaturen vergoren, überwiegend mit natürlichen Hefen, und etwa zur Hälfte im Fuder, zur Hälfte im Edelstahl ausgebaut; aufgrund des Platzmangels im Keller hat Johannes Selbach inzwischen auch Doppelfuder angeschafft. 2003 wurde erstmals die Schmitt genannte Parzelle im Schlossberg gesondert ausgebaut, 2004 dann die Parzelle Rotlay in der Sonnenuhr, 2008 sah das Debüt des Anrecht-Weines aus dem Zeltinger Himmelreich. 2011 wurde dann erstmals der Bömer im Schlossberg gesondert vinifiziert. An der Spitze des trockenen Sortiments standen lange die Spätlese von alten Reben aus der Sonnenuhr und der Bömer, inzwischen hat Johannes Selbach auch Große Gewächse eingeführt – aus Domprobst, Zeltinger und Wehlener Sonnenuhr, Schlossberg und Graben. Den feinherben Teil führt die 2012 eingeführte Spätlese von „Ur-Alten Reben“ an. Zusammen mit Paul Hobbs hat Johannes Selbach in den Vereinigten Staaten ein ambitioniertes Projekt lanciert. Im Bundesstaat New York, an den Finger Lakes, haben sie auf schieferähnlichen, aber doch deutlich härterem Gestein Riesling gepflanzt. Inzwischen wird auch das Weingut Merkelbach von den Selbachs geführt.

Aktuelle Kollektion

Eine Fülle an ebenso eigenständigen wie spannenden Weinen wurde vorgestellt – und die Begeisterung beschränkte sich mitnichten nur auf Riesling. Der Pinot Blanc aus dem Jahrgang 2021 entpuppt sich beispielsweise als fruchtiger, sortentypischer, aber durch die Holzlagerung mit einer zusätzlichen Komponente versehener Weißburgunder. Der Gewürztraminer beweist, wie gut diese Sorte an der Mosel gedeiht: Er ist merklich würzig mit zarter floraler Frucht, eher fein als opulent, im Mund frisch, würzig und trocken, ohne dass der Alkohol aufdringlich wirkt. Ein Musterbeispiel. Der Einstiegsriesling ist offen, duftig mit Noten von Kernobst und Mirabellen, würzig und für einen Basiswein nachhaltig. Duftig und straff ist auch der trockene Zeltinger Kabinett, ein schlanker, feiner und animierender Wein. Offen, duftig und komplex mit einer fast ätherischen Kräuteraromatik, aber auch frischen Steinobstanklängen präsentiert sich dann das Große Gewächs aus dem Graben, eines von zwei vorgestellten trockenen Lagenweinen. Dieses GG ist straff und betont würzig, in sich ruhend, elegant. Sein Pendant aus der Zeltinger Sonnenuhr wirkt noch ein bisschen spannender, tiefer und straffer, zeigt eine sehr offene, würzige Aromatik und eine saftige, zupackende Ausrichtung am Gaumen. Beeindruckend ist auch ein anderer Wein aus der Sonnenuhr: Die Spätlese von uralten Reben wirkt offen mit mittelwarmer Kräuter-Steinobst-Aromatik, ist würzig mit viel Frucht und einer vibrierenden Art; lediglich eine zarte Süße ist in diesem Wein zu spüren. Die Kabinette aus Wehlener Sonnenuhr und Zeltinger Schlossberg überzeugen – der eine Wein eher offen mit Steinobstfrucht, der andere eher kühl und kräuterig; bei beiden ist die Süße angenehm reduziert. Unter den Spätlesen einen Favoriten zu finden, gestaltet sich schwierig, denn alle drei sind straff, zupackend, würzig; der Wein aus der Zeltinger Sonnenuhr wirkt knapp am spannendsten. Unter den Auslesen dominieren die Vertreter der Zeltinger Sonnenuhr. Bereits der Wein mit einem Stern wirkt verführerisch mit cremig wirkenden Anklängen an reifes Steinobst; er ist saftig mit Schmelz und Länge, wirkt schon zugänglich, klingt lange nach. Deutlich süßer wirkt die Zwei-Sterne-Auslese, die großartige Anlagen zeigt. Am meisten Potenzial hat wohl die vibrierende Rotlay-Auslese, die fast straff wirkt und sehr lang ist.