Weingut Stefan Vetter

Stefan Vetter ist Franke, hat aber zunächst im Burgenland gearbeitet. 2010 pachtete er seinen ersten Weinberg, mit 1958 gepflanzten Reben im Casteller Kirchberg, zwei Jahre später, nach seiner Rückkehr aus dem Burgenland, kamen weitere Parzellen hinzu, in Iphofen, auch im Gambacher Kalbenstein, 2015 ist er ganz nach Gambach gezogen, konzentriert sich nun auf den Kalbenstein und auf Silvaner, der gut zwei Drittel seiner Weinberge einnimmt, dazu gibt es etwas Müller-Thurgau und Riesling. Ein klein wenig hat er in den letzten Jahren die Rebfläche vergrößert, mehr werden soll es aber auf keinen Fall, im Gegenteil. Stefan Vetter ist Quereinsteiger, stammt nicht aus einem Weingut, aber vielleicht hilft das ja sogar, braucht man doch keine Rücksicht zu nehmen auf bestehende Kunden. Denn solche gibt es ja nicht, wenn man bei Null anfängt. Die Weinberge werden manuell bearbeitet, biologisch, versteht sich, Stefan Vetter achtet darauf kerngesunde Trauben zu ernten, Oechsle sind ihm egal. Die Weine werden auf einer Korbpresse gekeltert, chaptalisiert wird nicht, ist der potentielle Alkohol auch noch so niedrig, und selbstverständlich wird auch nicht geschönt oder filtriert. Die Weine werden im Holz ausgebaut, teils in Stückfässern, teils in 300 Liter-Barriques, teils in 500 Liter-Tonneaux, teils auch im 1.200 Liter-Stückfass, sie durchlaufen die malolaktische Gärung, Silvaner und Riesling bleiben achtzehn Monate im Fass, vor der Abfüllung wird ein klein wenig geschwefelt, ganz minimal, im Jahrgang 2013 hat Stefan Vetter erstmals einen Silvaner 18 Monate maischevergoren und überhaupt nicht geschwefelt. “Schale, Stiel & Stengel“ nennt er diesen Wein. Naturweine nennt man Weine in dieser oder ähnlicher Machart heute gerne, dafür gibt es eine Szene-Klientel in manchen deutschen Großstädten und im Ausland sowieso, das sind auch für Stefan Vetter wichtige Märkte. Wobei solchermaßen im Einklang mit der Natur und „natürlich“ erzeugten Weine nicht Szene-Thema sein, sondern als das „Normale“ betrachtet werden sollten. Der Gambacher Kalbenstein ist eine großartige, beeindruckende Lage. Direkt am Main gelegen, steil, Terrassen, nicht flurbereinigt und der Boden besteht teils aus Muschelkalk, teils aus Buntsandstein, ist man doch hier direkt am Übergang von einer Bodenformation zur nächsten. Beeindruckend hieß lange Zeit aber vor allem: Optisch beeindruckend. Dass diese Lage aber auch in puncto Wein großartig ist, wissen wir spätestens seit Stefan Vetter hier Wein erzeugt. Doch Achtung: Wer fruchtbetonte Weine sucht, ist bei Stefan Vetter fehl am Platz, seine Weine sind puristisch, ganz Struktur, ganz Natur.

Kontakt. 

Neuweg 2
97753  Gambach

Öffnungszeiten

Verkostungen nach Vereinbarung

Besitzer

Stefan Vetter
Franken
3,5 Hektar
25.000 Flaschen

Aktuelle Weine

Riesling "Steinterrassen Muschelkalk & Sandstein"

2021

10,5 %

90

Sylvaner "GK"

2021

9 %

92

Sylvaner "Himmelslücke"

2021

9 %

93

Sylvaner "Rosenrain"

2021

8,5 %

93

Sylvaner "Schale, Stiel & Stengel"

2021

9,5 %

90

Sylvaner "Steinterrassen Muschelkalk"

2021

9 %

91

Sylvaner "Steinterrassen Sandstein"

2021

9 %

89

Lagen

Kalbenstein (Gambach)
Kirchberg (Castell)

Rebsorten

Silvaner (70%)
Müller-Thurgau (14%)
Riesling (8%)
Spätburgunder (8%)
Stefan Vetter
© Weingut Stefan Vetter

Winzer

Stefan Vetter ist Franke, hat aber zunächst im Burgenland gearbeitet. 2010 pachtete er seinen ersten Weinberg, mit 1958 gepflanzten Reben im Casteller Kirchberg, zwei Jahre später, nach seiner Rückkehr aus dem Burgenland, kamen weitere Parzellen hinzu, in Iphofen, auch im Gambacher Kalbenstein, 2015 ist er ganz nach Gambach gezogen, konzentriert sich nun auf den Kalbenstein und auf Silvaner, der gut zwei Drittel seiner Weinberge einnimmt, dazu gibt es etwas Müller-Thurgau und Riesling. Ein klein wenig hat er in den letzten Jahren die Rebfläche vergrößert, mehr werden soll es aber auf keinen Fall, im Gegenteil. Stefan Vetter ist Quereinsteiger, stammt nicht aus einem Weingut, aber vielleicht hilft das ja sogar, braucht man doch keine Rücksicht zu nehmen auf bestehende Kunden. Denn solche gibt es ja nicht, wenn man bei Null anfängt. Die Weinberge werden manuell bearbeitet, biologisch, versteht sich, Stefan Vetter achtet darauf kerngesunde Trauben zu ernten, Oechsle sind ihm egal. Die Weine werden auf einer Korbpresse gekeltert, chaptalisiert wird nicht, ist der potentielle Alkohol auch noch so niedrig, und selbstverständlich wird auch nicht geschönt oder filtriert. Die Weine werden im Holz ausgebaut, teils in Stückfässern, teils in 300 Liter-Barriques, teils in 500 Liter-Tonneaux, teils auch im 1.200 Liter-Stückfass, sie durchlaufen die malolaktische Gärung, Silvaner und Riesling bleiben achtzehn Monate im Fass, vor der Abfüllung wird ein klein wenig geschwefelt, ganz minimal, im Jahrgang 2013 hat Stefan Vetter erstmals einen Silvaner 18 Monate maischevergoren und überhaupt nicht geschwefelt. “Schale, Stiel & Stengel“ nennt er diesen Wein. Naturweine nennt man Weine in dieser oder ähnlicher Machart heute gerne, dafür gibt es eine Szene-Klientel in manchen deutschen Großstädten und im Ausland sowieso, das sind auch für Stefan Vetter wichtige Märkte. Wobei solchermaßen im Einklang mit der Natur und „natürlich“ erzeugten Weine nicht Szene-Thema sein, sondern als das „Normale“ betrachtet werden sollten. Der Gambacher Kalbenstein ist eine großartige, beeindruckende Lage. Direkt am Main gelegen, steil, Terrassen, nicht flurbereinigt und der Boden besteht teils aus Muschelkalk, teils aus Buntsandstein, ist man doch hier direkt am Übergang von einer Bodenformation zur nächsten. Beeindruckend hieß lange Zeit aber vor allem: Optisch beeindruckend. Dass diese Lage aber auch in puncto Wein großartig ist, wissen wir spätestens seit Stefan Vetter hier Wein erzeugt. Doch Achtung: Wer fruchtbetonte Weine sucht, ist bei Stefan Vetter fehl am Platz, seine Weine sind puristisch, ganz Struktur, ganz Natur.

Aktuelle Kollektion

Eine kleine Kollektion von sieben Weinen präsentiert Stefan Vetter in diesem Jahr, sechs Sylvaner und einen Riesling, alle aus dem Jahrgang 2021, von den 2022er Weinen hatte er bis zur Ernte 2023 noch keinen ab gefüllt. Beginnen wir mit dem Riesling vom Muschelkalk und vom Sandstein, mit 10,5 Volumenprozent Alkohol klar der alkoholreichste Wein von Stefan Vetter. Er wurde im Tonneau ausgebaut, ist würzig, frisch, intensiv im Bouquet, sehr frisch, präzise und druckvoll im Mund, sehr puristisch, geradlinig und jugendlich verschlossen. Der Sylvaner vom Sandstein, im Stückfass ausgebaut, zeigt feine Würze und Frische im Bouquet, ist sehr präzise im Mund, geradlinig, zupackend, wie an der Schnur gezogen, besitzt gute Struktur und Grip. Der ebenfalls im Stückfass ausgebaute Sylvaner vom Muschelkalk ist enorm würzig im Bouquet, zeigt kräutrige Noten, ist sehr eigenwillig, im Mund dann faszinierend druckvoll und würzige, herrlich präzise und lang. Der Sylvaner „Schale, Stiel & Stengel“ ist würzig, eindringlich und dominant, enorm maischegeprägt, etwas floral, im Mund ist er stoffig und sehr kompakt, besitzt viel Substanz und Kraft, ist aber noch verschlossen – Stefan Vetter ist sich nicht sicher, ob er diesen Wein weiterhin erzeugen wird, passt er doch nicht so recht ins sein Programm. 2021 gibt es nur den GK vom Gambacher Kalbenstein, der CK vom Casteller Kirchberg wurde nicht erzeugt. Der im Stückfass ausgebaute GK ist würzig, konzentriert, dominant, angesichts der nur 9 Volumenprozent Alkohol traut man sich nicht so recht „stoffig“ und „füllig“ zu schreiben, er ist spannend, enorm druckvoll und nachhaltig. Auch der Himmelslücke-Sylvaner ist intensiv und dominant, kraftvoll und präzise, herrlich klar und zupackend, faszinierend puristisch, fein, schwebend, druckvoll und nachhaltig. Der Rosenrain stammt von Reben, die 1934 wurzelecht gepflanzt wurden, er ist klar, konzentriert, völlig anders in der Aromatik, sehr puristisch und extrem karg, druckvoll, präzise und enorm nachhaltig. Erneut eine großartige Kollektion, die ihresgleichen sucht – eine der individuellsten Kollektionen in Deutschland!