Weingüter Wegeler, Gutshaus Mosel

Julius Wegeler, Leiter der Sektkellerei Deinhard und bereits 1882 Besitzer eines Weingutes im Rheingau, ließ 1902 das Weingut im Bernkasteler Ortsteil Kues nach dem Prinzip der Gravitation erbauen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er einen Teil der weltberühmten Lage Bernkasteler Doctor erworben – stolze 4300 Quadratmeter zu einem Preis von 100 Goldmark pro Stock. Was sich astronomisch anhört, ist noch beeindruckender, wenn man die Kaufkraftverhältnisse berücksichtigt. Eine Goldmark war damals acht Euro wert. Heute besitzt das Weingut, bei dem seit 2021 der Wiesbadener Unternehmer Ralf Frenzel Miteigentümer ist, Weinberge in besten Lagen der Mittelmosel; außer im Bernkasteler Doctor (teils mit über 100 Jahre alten, wurzelechten Reben) ist man in der Wehlener Sonnenuhr vertreten, in den Bernkasteler Lagen Badstube und Lay sowie im Graacher Himmelreich. Es wird auf 15 Hektar ausschließlich Riesling angebaut, die Weine werden im Edelstahl ausgebaut und haben in den letzten Jahren nochmals an Präzision gewonnen, sind straff und nachhaltig, ohne es an Spiel vermissen zu lassen. Zu verdanken ist das vor allem dem Gutsverwalter und Kellermeister Norbert Breit, der sich seit vielen Jahren mit einer bemerkenswerten Akribie an die Erzeugung von Moselriesling auf die bestmögliche Art macht. Er steht nie im Vordergrund, lässt lieber die Weine für sich sprechen. Früher wurden im Weingut Wegeler – Gutshaus Mosel vor allem süße und edelsüße Weine erzeugt, in den letzten Jahren aber sind trockene Weine immer wichtiger geworden, machen heute zwei Drittel der Produktion aus, die über die Gastronomie und den Fachhandel vertrieben wird. Wie gut die Weine reifen, konnte man bei der VDP-Versteigerung im September 2019 erkennen. Eine Trockenbeerenauslese aus dem legendären Jahrgang 1959 und aus der Lage Bernkasteler Doctor wurde mit 3100 Euro für eine 0,7 Liter fassende Flasche versteigert, wozu noch Zuschläge kamen. Inzwischen ist auch die Restaurierung der historischen Weinbergshütte im Doctor-Berg abgeschlossen.

Kontakt. 

Martertal 2
54470  Bernkastel-Kues

Öffnungszeiten

Weinproben nach Vereinbarung

Besitzer

Ralf Frenzel, Sprecher der Eigentümerfamilien, Geschäftsführer: Richard Grosche

Betriebsleiter

Gutsverwalter: Norbert Breit

Kellermeister

Norbert Breit
Mosel
15 Hektar
100.000 Flaschen

Aktuelle Weine

Riesling "feinherb"

2022

11 %

86

Riesling Kabinett Badstube

2022

8,5 %

89

Riesling Kabinett Bernkastel

2022

9,5 %

87

Riesling Kabinett Doctor

2022

8,5 %

92

Riesling Spätlese Doctor

2022

8 %

94

Riesling trocken "GG" Doctor

2021

12 %

94

Riesling trocken "GG" Sonnenuhr

2021

12,5 %

92

Riesling trocken "Slate"

2022

11,5 %

87

Riesling trocken Bernkastel

2022

12 %

88

Lagen

Doctor (Bernkastel)
Lay (Bernkastel)
Sonnenuhr (Wehlen)
Graben (Bernkastel)
Badstube (Bernkastel)
Himmelreich (Graach)

Rebsorten

Riesling (100%)
Anja Wegeler-Drieseberg & Tom Drieseberg
© Weingüter Wegeler

Winzer

Julius Wegeler, Leiter der Sektkellerei Deinhard und bereits 1882 Besitzer eines Weingutes im Rheingau, ließ 1902 das Weingut im Bernkasteler Ortsteil Kues nach dem Prinzip der Gravitation erbauen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er einen Teil der weltberühmten Lage Bernkasteler Doctor erworben – stolze 4300 Quadratmeter zu einem Preis von 100 Goldmark pro Stock. Was sich astronomisch anhört, ist noch beeindruckender, wenn man die Kaufkraftverhältnisse berücksichtigt. Eine Goldmark war damals acht Euro wert. Heute besitzt das Weingut, bei dem seit 2021 der Wiesbadener Unternehmer Ralf Frenzel Miteigentümer ist, Weinberge in besten Lagen der Mittelmosel; außer im Bernkasteler Doctor (teils mit über 100 Jahre alten, wurzelechten Reben) ist man in der Wehlener Sonnenuhr vertreten, in den Bernkasteler Lagen Badstube und Lay sowie im Graacher Himmelreich. Es wird auf 15 Hektar ausschließlich Riesling angebaut, die Weine werden im Edelstahl ausgebaut und haben in den letzten Jahren nochmals an Präzision gewonnen, sind straff und nachhaltig, ohne es an Spiel vermissen zu lassen. Zu verdanken ist das vor allem dem Gutsverwalter und Kellermeister Norbert Breit, der sich seit vielen Jahren mit einer bemerkenswerten Akribie an die Erzeugung von Moselriesling auf die bestmögliche Art macht. Er steht nie im Vordergrund, lässt lieber die Weine für sich sprechen. Früher wurden im Weingut Wegeler – Gutshaus Mosel vor allem süße und edelsüße Weine erzeugt, in den letzten Jahren aber sind trockene Weine immer wichtiger geworden, machen heute zwei Drittel der Produktion aus, die über die Gastronomie und den Fachhandel vertrieben wird. Wie gut die Weine reifen, konnte man bei der VDP-Versteigerung im September 2019 erkennen. Eine Trockenbeerenauslese aus dem legendären Jahrgang 1959 und aus der Lage Bernkasteler Doctor wurde mit 3100 Euro für eine 0,7 Liter fassende Flasche versteigert, wozu noch Zuschläge kamen. Inzwischen ist auch die Restaurierung der historischen Weinbergshütte im Doctor-Berg abgeschlossen.

Aktuelle Kollektion

Das Weingut ist weiterhin auf einem erfreulichen Weg. Sehr gut waren die Weine schon viele Jahre lang, aber nun ist die Konstanz noch deutlicher zu spüren als je zuvor. Man merkt es schon beim trockenen Basiswein namens Slate, der kraftvoll, fest, zupackend und würzig ausfällt und schon jetzt sehr animierend wirkt. Noch etwas verhaltener ist der trockene Bernkasteler, die nächste Hierarchiestufe: Der Wein wirkt deutlich straffer und fester, ist duftig mit heller Frucht, zupackend und extraktreicher als der Slate-Einstieg; er benötigt noch Zeit. Die beiden Großen Gewächse unterscheiden sich deutlich voneinander. Der Riesling aus dem Doctor besitzt eine herb-würzige Aromatik, ist straff und fest, noch völlig unentwickelt, kraftvoll und ungestüm, er besitzt viel Substanz, Kraft, wirkt aber ganz und gar unangestrengt. Ganz anders das Große Gewächs aus der Sonnenuhr, das viel fruchtiger, duftiger und charmanter wirkt und im Mund schlanker, nichtsdestotrotz sehr fein und angenehm ausfällt. Beide Weine gewinnen mit Sauerstoffzufuhr enorm und dürften sich über viele Jahre hinweg ausgezeichnet entwickeln. Ein einziger Riesling wurde im feinherben Segment vorgestellt, und der ist schön würzig mit verhaltener Süße, wirkt zupackend, balanciert und animierend. Es folgen die drei Kabinette, die sich deutlich voneinander unterscheiden, die aber allesamt einen ganz eigenständigen Stil repräsentieren. Der erste Wein dieser Prädikatsstufe stammt aus Bernkastel, ist lediglich ein Ortswein, aber er ist bereits sehr überzeugend, in der Nase offen, duftig mit heller Kernobstfrucht; im Mund ist nur eine verhaltene Süße zu spüren, der Wein ist straff und zupackend, dabei leicht und würzig. Der Kabinettvertreter aus der Lage Badstube ist da schon deutlich süßer, aber auch hier stimmt die Balance; Noten von cremigem Apfel sind zu spüren, der Wein ist rassig, aber auch würzig, ziseliert und elegant. Noch deutlich mehr Eleganz weist das Pendant aus dem Doctor auf, es wirkt in sich ruhend, fein und elegant mit verhaltener Süße; der Wein ist mit Abstand der komplexeste und nachhaltigste der drei Kabinette. Im Spätlesebereich wurde lediglich ein Riesling vorgestellt, aus dem Doctor stammend, duftig, mit leicht cremigen Komponenten versehen, im Mund verblüffend zugänglich, eher elegant als rassig, sehr animierend, unangestrengt und nachhaltig. Mit dieser Stilistik repräsentiert der Wein nicht nur die Tradition des Weinguts, sondern auch den Charakter der Lage Doctor auf höchst überzeugende Weise. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Riesling auch in 20 Jahren noch perfekt präsentieren wird.